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Geschichte des Reifens - Teil 8 - Der Luftreifen boomt

Gepostet von Lisa Johann am 12.05.2017 10:04:00

In Amerika beginnt die Massenproduktion im Automobilbau: 1913 setzt Henry Ford das Fließband zur Produktion des Modell T ein. Die Reifen der Tin Lizzy (“Blechliesel”), die bis 1927 in 15 Millionen Exemplaren gebaut wurde, waren anfangs noch weiß und rußfrei. Die einsetzende Massenproduktion verbraucht aber Rohstoffe in hohem Ausmaß.

Rohstoffe werden knapp

Schon 1913 übersteigt die Produktion von Plantagenkautschuk die Produktion aus Wildkautschuk und der steigende Preis für den Rohstoff führt zu Bemühungen, Kautschuk auch synthetisch herzustellen. Das gelang zwar schon 1909 in Deutschland bei Bayer, die Firma erhielt Patente für Polyisopren und Methylkautschuk. Nur eigneten sich die künstlichen Stoffe noch nicht optimal zur Reifenproduktion.

Ford Model T von 1910 auf Reifen, denen noch kein Ruß begesetzt wurde.Ford Model "T" von 1910. Die Reifen erscheinen noch in grau, weil sie noch nicht mit Ruß versetzt sind.

 

Luftreifen fahren besser

So experimentieren Chemiker noch weiter mit verschiedenen Stoffen, um den Prozess der Vulkanisation weiter zu beschleunigen und den Alterungsprozess, in dessen Zuge der Gummi wieder spröde wird, zu verlangsamen. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg setzt erst mal der luftgefüllte “pneumatische” Reifen auch bei den Lkw seinen Siegeszug an, wobei die Entwicklungen durch Goodyear in Amerika, wo große Distanzen überwunden werden müssen, führend sind. Doch in Europa ist Michelin dem amerikanischen Konkurrenten in Sachen Lkw-Bereifung dicht auf den Fersen und experimentiert mit Zwillingsbereifung. Der Grund für den Boom der Luftreifen liegt in der deutlich verbesserten Fahrbarkeit gegenüber Vollgummireifen.

Mehr Komfort

Ganz entscheidend dabei sind die Dämpfungseigenschaften. Der Reifen fängt Stöße auf den immer noch sehr holprigen Straßen auf, er bietet Komfort und eignet sich für höhere Geschwindigkeiten. Diese Eigenschaften schreiben sich Reifenhersteller auf die Fahnen: 1924 bringt Michelin einen Reifen namens “Confort” heraus, der gut 15.000 Kilometer hält. Dunlop stellt 1927 auf einer eigens gefertigten Reifenprüfmaschine - heute ein Rollenprüfstand - einen Geschwindigkeitsrekord auf: 326,6 km/h.

 

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Themen: Reifengeschichte - wie alles anfing


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