Auf nasser Straße entscheidet dein Reifen mit, wie schnell dein Auto zum Stehen kommt. Genau das misst die sogenannte Nasshaftung. Ab dem 7. Juli 2026 gelten dafür strengere Mindestwerte für neue Pkw-Reifen. Was Nasshaftung genau bedeutet, welche Werte jetzt zählen und wie du das an deinem Reifen erkennst, erklärt dieser Ratgeber Schritt für Schritt.
Was Nasshaftung bei Reifen überhaupt bedeutet
Nasshaftung beschreibt, wie gut ein Reifen auf regennasser Fahrbahn greift, vor allem beim Bremsen. Je besser die Nasshaftung, desto kürzer dein Bremsweg bei Regen.
So wird die Nasshaftung deines Reifens getestet
Prüfer lassen einen Reifen auf einer nassen Teststrecke bremsen und vergleichen das Ergebnis mit einem festgelegten Vergleichsreifen. Aus diesem Vergleich entsteht ein einziger Wert, der Nasshaftungskennwert. Liegt er über 1,0, bremst dein Reifen besser als der Vergleichsreifen. Liegt er darunter, bremst er schlechter.
Warum es bei der Nasshaftung zwei Prüfstufen gibt
Es gibt eine ältere, etwas lockerere Anforderung und eine neuere, strengere. Die alte Version nennt sich Stufe 1, die neue Stufe 2. Ab dem 7. Juli 2026 zählt für neu genehmigte Pkw-Reifen nur noch die strengere Stufe 2.
Nasshaftung Reifen Tabelle: die Mindestwerte im Überblick
Wie hoch der Nasshaftungskennwert mindestens sein muss, hängt davon ab, für welches Fahrzeug ein Reifen gedacht ist. Die folgende Tabelle zeigt die Werte für die gängigsten Pkw-Reifen.
Nasshaftungs-Mindestwerte für Pkw-Reifen
Für normale Sommer- und Winterreifen an Pkw gelten diese Mindestwerte:
|
Reifentyp |
Bisheriger Mindestwert |
Neuer Mindestwert ab Juli 2026 |
|
Sommerreifen |
1,1 |
1,2 |
|
Winterreifen |
1,1 |
1,2 |
Werte laut UN-Regelung Nr. 117 (Stand: Ergänzung 2 zur Änderungsserie 04).
Nasshaftungs-Mindestwerte für Transporter und Lkw
Fährst du einen Transporter oder Lkw, gelten etwas andere Werte, weil andere Testverfahren zum Einsatz kommen. Grob gesagt: Auch hier steigt der geforderte Mindestwert mit der neuen Stufe deutlich an, bleibt aber unter den Pkw-Werten. Wichtiger für dich als Nutzfahrzeugfahrer: Bei diesen Reifen greift die neue Anforderung erst 2028, du hast also noch etwas mehr Zeit.
Wie sich diese Werte zur Nasshaftungsklasse auf dem bekannten EU-Reifenlabel verhalten, erklärt der nächste Abschnitt.
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Ab wann die strengere Nasshaftung für dich gilt
Keine Sorge: Am 7. Juli 2026 verschwinden nicht plötzlich alle Reifen aus den Regalen. Es gibt einen klaren Fahrplan.
Der Nasshaftungs-Stichtag für neue Pkw-Reifen
Ab dem 7. Juli 2026 dürfen neue Pkw-Reifen (Klasse C1) nur noch mit dem strengeren Nasshaftungswert zugelassen werden. Reifen, die bis dahin schon zugelassen wurden, bleiben davon zunächst unberührt.
Was mit älteren Nasshaftungs-Zulassungen im Handel passiert
Reifen, die vor dem Stichtag hergestellt und nach der alten, lockereren Stufe zugelassen wurden, dürfen laut Regelung noch bis zum 6. Januar 2029 verkauft und in ein Fahrzeug eingebaut werden. Ein günstiger Restposten mit älterer Zulassung verschwindet also nicht von heute auf morgen, ist aber möglicherweise nicht mehr die aktuellste Wahl.
Woran du gute Nasshaftung an deinem Reifen erkennst
Den genauen Nasshaftungskennwert liest du nicht direkt am Reifen ab, aber es gibt zwei Kennzeichen, die dir weiterhelfen.
Nasshaftung erkennen: das Kürzel W1 oder W2 auf der Reifenflanke
Auf jedem Reifen findest du seitlich ein Genehmigungszeichen: einen Kreis mit dem Buchstaben „E" und einer Zahl für das Land. Direkt daneben kann ein zusätzliches Kürzel stehen, W1 oder W2. W2 zeigt dir, dass dieser Reifen bereits die strengere, neuere Nasshaftungsanforderung erfüllt. Steht dort W1 oder gar kein Kürzel, wurde der Reifen nach der älteren Anforderung zugelassen.
Die Nasshaftungsklasse auf dem EU-Reifenlabel als zweite Orientierung
Zusätzlich zu diesem Kürzel hilft dir das EU-Reifenlabel weiter, das jeder Reifen im Handel tragen muss. Dort steht die Nasshaftungsklasse von A (sehr gut) bis E (schwach). Beide Angaben, das Kürzel auf der Flanke und die Klasse auf dem Label, drehen sich um dasselbe Thema, messen aber auf unterschiedliche Weise. Am einfachsten fährst du, wenn du beides zusammen anschaust: ein möglichst gutes Label (A oder B) und, wo vorhanden, das Kürzel W2.
Nasshaftung beim Reifenkauf einfach richtig einschätzen
Für deine nächste Kaufentscheidung reicht ein einfacher Zwei-Schritt-Check: Schau dir die Nasshaftungsklasse auf dem EU-Reifenlabel an, und wenn du es genau wissen willst, halte zusätzlich nach dem Kürzel W2 auf der Reifenflanke Ausschau. Eine strukturierte Vorgehensweise beim Reifenkauf hilft dir, diese Angaben zusammen mit Preis und Fahrprofil abzuwägen, bevor du dich für einen Händler bei Reifen-vor-Ort entscheidest.
Häufig gestellte Fragen zur Reifen-Nasshaftung
Nasshaftung beschreibt, wie gut ein Reifen auf regennasser Fahrbahn greift und bremst. Je besser die Nasshaftung, desto kürzer der Bremsweg bei Regen.
Sie zeigt die Mindestwerte, die ein Reifen beim Bremstest erreichen muss. Für Sommer- und Winterreifen an Pkw steigt dieser Mindestwert ab Juli 2026 von 1,1 auf 1,2.
Für neue Pkw-Reifen ab dem 7. Juli 2026. Für Transporter- und Lkw-Reifen gilt die strengere Anforderung erst ab 2028.
W1 zeigt, dass ein Reifen die ältere Nasshaftungsanforderung erfüllt, W2 die neuere, strengere. Das Kürzel steht direkt neben dem Genehmigungszeichen mit dem Buchstaben „E" auf der Reifenflanke.
Nein. Beide drehen sich um Nasshaftung, messen aber unterschiedlich. Die Klasse A bis E auf dem EU-Reifenlabel hilft dir beim Vergleich verschiedener Reifen, das Kürzel W1/W2 zeigt nur, welche Mindestanforderung ein Reifen erfüllt.


