Die Zeichenkombination hinter dem Kürzel „DOT" auf der Reifenflanke wirkt zunächst kryptisch – verrät dir aber Produktionsort, Werk und Herstellungsdatum jedes Reifens. Wer den Code lesen kann, erkennt sofort, von welchem Hersteller der Reifen stammt und ob er noch frisch genug für die Montage ist.
So entschlüsselst du DOT-Nummern mit Buchstaben und Zahlen, ordnest die Codes den großen Reifenmarken zu und liest die wichtigsten Beispiele direkt von der Reifenflanke ab.
Hinter der DOT-Kennzeichnung steckt ein international gültiges System zur Reifenidentifikation. Sie liefert Auskunft über den Hersteller, den Produktionsort und das Herstellungsdatum – und ist auf jedem zugelassenen Pkw-Reifen weltweit zu finden.
DOT ist die Abkürzung für „Department of Transportation", das US-amerikanische Verkehrsministerium. Diese Behörde führte die Kennzeichnung 1980 ein, um Reifen weltweit eindeutig identifizieren zu können. Seitdem trägt jeder für den US-Markt zugelassene Reifen einen DOT-Code – und das System hat sich international durchgesetzt. Heute ist die DOT-Nummer ein anerkannter Standard auf Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen.
Die Kennzeichnung dient drei klaren Zwecken:
Beim Reifenkauf hilft dir die DOT-Nummer, neue Ware von älteren Lagerbeständen zu unterscheiden. Wie alt ein Reifen sein darf, bevor du ihn austauschen solltest, ist Thema eines eigenen Ratgebers zum Reifenalter.
Die DOT-Nummer ist immer an derselben Stelle eingeprägt – nämlich seitlich auf der Reifenflanke. Je nach Montagerichtung kann sie aber innen oder außen sitzen. Wer weiß, worauf er achten muss, findet sie in unter einer Minute.
Die Kennzeichnung ist in das Gummi der Seitenwand eingelassen, häufig in einem kleinen Oval oder leicht vertieft. Diese Punkte helfen dir bei der Suche:
Schwer lesbare DOT-Nummer?
Bei stark gealterten oder neu nachgeschnittenen Reifen kann die Prägung verblasst sein. Eine Werkstatt erkennt die Zeichen meist trotzdem mit Speziallicht. Eine Werkstatt in deiner Nähe findest du über die Suche auf reifen-vor-ort.de.
Die DOT-Codes an Vorder- und Hinterreifen weichen häufig voneinander ab. Das ist normal und meist unbedenklich – wichtig zu wissen ist, woher die Unterschiede kommen:
Eine vollständige DOT-Nummer ist eine Zeichenkette aus Buchstaben und Zahlen, die auf den ersten Blick wahllos wirkt. Tatsächlich folgt sie einer festen Struktur. Wer das Schema kennt, kann jeden Code in vier klare Abschnitte zerlegen.
Beispiel: DOT H2MX YA1R 1014
Während die Buchstaben Hersteller und Werk identifizieren, sind die Zahlen am Ende für die Altersbestimmung entscheidend. Die folgende Tabelle zeigt den Aufbau im Überblick:
| Abschnitt | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| DOT | DOT | Hinweis auf das US-amerikanische Verkehrsministerium |
| Hersteller- und Werkscode | H2 | Produktionswerk (z. B. Kumho, Gwangsan-Gu, Südkorea) |
| Herstellerinterner Code | MX YA1R | Angaben zu Dimension, Karkasse und Profil |
| Produktionsdatum | 1014 | 10. Woche 2014 = Herstellungszeitpunkt |
Bis zum Jahr 2000 war das Produktionsdatum nur dreistellig kodiert: zwei Ziffern für die Woche, eine für das Jahr. Seitdem ist der Code vierstellig, um das Herstellungsjahr eindeutig zu kennzeichnen.
| DOT-Typ | Beispiel | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Dreistellig | 347 | 34. Woche 1997 | Vor 2000, heute nicht mehr zulässig |
| Vierstellig | 0923 | 9. Woche 2023 | Aktuelles System seit 2000 |
Findest du eine dreistellige DOT-Nummer, ist der Reifen mindestens 25 Jahre alt – ein klarer Fall für den Austausch.
Jeder Reifenhersteller hat eigene Werkscodes, die direkt nach dem „DOT" stehen. Wer den Code seines Reifens kennt, kann den Produktionsort zuordnen – auch ohne Logo oder Markenaufdruck.
| Hersteller | DOT-Code Beispiel | Produktionsort / Werk | Land |
|---|---|---|---|
| Kumho | H2, 1C0, 1Y0 | Gwangsan-Gu, Gokseong | Südkorea |
| Michelin | FT, 6M | Bad Kreuznach, Homburg | Deutschland |
| Continental | CP, A3 | Korbach, Hannover-Stöcken | Deutschland |
| Pirelli | 93, 1R | Settimo Torinese | Italien |
| Fulda | H3AE | Fulda | Deutschland |
| Goodyear | 4U, MJ | Hanau, Luxemburg | Deutschland / Luxemburg |
| Hankook | K5, 5M | Daejeon, Geumsan | Südkorea |
| Bridgestone | 7G, E3, 12U | Poznań, Bari | Polen / Italien |
| Nokian | C0, 6Y | Nokia | Finnland |
| Dunlop | DN, N5 | Hanau | Deutschland |
Diese Übersicht zeigt die häufigsten Codes auf europäischen Reifen. Hersteller wie Continental oder Michelin betreiben weitere Werke weltweit – die Codes können daher abweichen, wenn der Reifen aus einem Werk außerhalb Europas stammt.
Drei DOT-Beispiele zeigen, wie sich die Kennzeichnung in der Praxis liest:
Die DOT-Nummer ist die zuverlässigste Quelle, um das Produktionsdatum eines Reifens zu ermitteln. Die letzten vier Ziffern reichen aus – sie verraten dir, in welcher Kalenderwoche und in welchem Jahr der Reifen gefertigt wurde.
Das Schema ist seit dem Jahr 2000 einheitlich:
Ein Beispiel: DOT 0923 bedeutet, dass der Reifen in der 9. Kalenderwoche des Jahres 2023 produziert wurde.
Wie alt darf ein Reifen sein?
Ab welchem Alter ein Reifen ausgetauscht werden sollte, welche Empfehlungen ADAC und TÜV geben und worauf du beim Reifenkauf achten musst, erklärt der ausführliche Ratgeber zum Reifenalter – inklusive Empfehlungen für Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen.
| Beispiel-DOT | Produktionswoche | Produktionsjahr | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| DOT H2MX YA1R 1014 | 10 | 2014 | Kumho-Werk, 10. Woche 2014 |
| DOT FT XX XX 2320 | 23 | 2020 | Michelin, Bad Kreuznach |
| DOT CP XX XX 0923 | 9 | 2023 | Continental, Korbach |
| DOT XX XX XX 3518 | 35 | 2018 | Reifenproduktion Mitte 2018 |
Das könnte dich auch interessieren: