Reifen sind die einzige Verbindung zwischen deinem Auto und der Straße. Trotzdem kaufen viele Autofahrer nach Optik oder Preis, ohne Reifengröße, Alter oder Profiltiefe zu prüfen. Hier findest du, worauf es beim Reifenkauf wirklich ankommt: von der passenden Größe über Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen bis zu den tatsächlichen Kosten.
Neue Reifen kaufen: Diese Anzeichen zeigen dir den richtigen Zeitpunkt
Nicht jeder Reifenwechsel hat mit der Optik zu tun. Oft entscheiden Alter, Profil und kleine Schäden darüber, ob ein Reifen noch sicher ist oder ausgetauscht werden muss.
Wann du neue Reifen kaufen solltest
Ein klares Warnzeichen sind Risse, Beulen oder eingefahrene Fremdkörper im Gummi. Solche Schäden schwächen die Struktur des Reifens und sollten nicht ignoriert werden. Auch ein Reifen mit ausreichend Profil kann Probleme machen, wenn er schon viele Jahre alt ist: Das Gummi härtet mit der Zeit aus und verliert an Elastizität, wodurch die Haftung auf der Straße nachlässt. Spätestens nach sechs bis acht Jahren lohnt sich ein Austausch, selbst wenn der Reifen äußerlich noch in Ordnung wirkt.
Woran du abgenutzte Reifen erkennst
Vier Merkmale zeigen dir, dass ein Reifen an seine Grenze kommt:
- Zu geringe Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Minimum von 1,6 mm. Sinnvoll ist ein Wechsel bei Sommerreifen aber schon ab 3 mm, bei Winterreifen ab 4 mm.
- Sichtbarer Verschleiß: Beim Euromünzen-Test sollte der goldene Rand vollständig im Profil verschwinden. Ist er noch sichtbar, ist die Profiltiefe zu gering.
- Ungleichmäßige Abnutzung: Abgefahrene Stellen nur an einer Seite deuten meist auf falschen Luftdruck oder ein Problem mit der Achsgeometrie hin.
- Risse oder sprödes Gummi: Auch bei ausreichendem Profil kann ausgehärtetes Material die Haftung merklich verschlechtern.
Schnelltest ohne Werkzeug
Steck eine 1-Euro-Münze mit dem goldenen Rand nach vorn ins Profil. Verschwindet der Rand komplett, ist noch genug Profil da. Bleibt er sichtbar, sind es weniger als 3 mm, und ein neuer Reifen steht an.
Wie alt dürfen Reifen sein: Das verrät die DOT-Nummer
Das Alter eines Reifens liest du an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ab. Die letzten vier Ziffern zeigen Produktionswoche und Produktionsjahr. Steht dort zum Beispiel 2519, wurde der Reifen in der 25. Kalenderwoche 2019 gefertigt. Selbst wenn ein Reifen kaum gefahren wurde, solltest du ihn nach spätestens acht Jahren ersetzen, weil das Material altert und an Grip verliert.
Reifengröße und Kennzeichnung: Diese Angaben musst du beim Reifenkauf prüfen
Nicht jeder Reifen passt zu jedem Auto. Reifengröße, Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit stehen direkt auf der Reifenflanke und in den Fahrzeugpapieren, und beide Angaben müssen zueinander passen.
Welche Reifengröße darf ich fahren
Die Reifengröße setzt sich aus mehreren Angaben zusammen. Am Beispiel 195/55 R16 bedeutet das:
- 195 = Reifenbreite in Millimetern
- 55 = Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent
- R = Bauart, heute fast immer Radialreifen
- 16 = Felgendurchmesser in Zoll
Die für dein Auto zugelassenen Größen findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Verwende ausschließlich freigegebene Größen, sonst drohen Probleme beim TÜV oder sogar der Verlust der Betriebserlaubnis.
Traglast und Geschwindigkeitsindex bei Reifen richtig lesen
Zwei weitere Kennzahlen stehen direkt hinter der Reifengröße:
- Tragfähigkeitsindex (Load Index): Zeigt, wie viel Gewicht ein Reifen tragen darf. LI 91 steht zum Beispiel für 615 kg pro Reifen.
- Geschwindigkeitsindex (Speed Index): Gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit an. H steht für 210 km/h, V für 240 km/h, W für 270 km/h.
Wähle bei beiden Werten mindestens das, was in den Fahrzeugpapieren steht. Ein höherer Wert ist unproblematisch, ein niedrigerer ist es nicht.
Diese Angaben musst du beim Reifenkauf zusätzlich beachten
Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf fünf Punkte: die Reifengröße im Abgleich mit den Fahrzeugpapieren, den Tragfähigkeitsindex, den Geschwindigkeitsindex, die DOT-Nummer für das Herstellungsdatum und das EU-Reifenlabel, das Nasshaftung, Kraftstoffeffizienz und Geräuschentwicklung ausweist.
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Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Welchen Reifentyp brauchst du
Welcher Reifentyp zu dir passt, hängt von Fahrprofil, Wohnort und Klima ab. Jede Variante bringt Vorteile mit sich, aber auch Kompromisse, die du kennen solltest, bevor du Geld ausgibst.
Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen im Vergleich
| Reifentyp | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Sommerreifen |
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| Winterreifen |
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| Ganzjahresreifen |
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Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen: Wo liegt der Unterschied
Die Begriffe Ganzjahresreifen und Allwetterreifen werden oft gleichbedeutend verwendet, und in der Praxis meinen sie meist dasselbe Produkt: einen Reifen mit dem Schneeflocken-Symbol, der ganzjährig gefahren werden darf. Wichtiger als der Name auf der Verpackung ist, ob der Reifen für dein Fahrprofil überhaupt reicht. Wer viel Autobahn fährt oder in einer Region mit strengen Wintern wohnt, stößt mit Ganzjahresreifen im Vergleich zu Sommerreifen schnell an Grenzen. Wie lange ein solcher Reifen tatsächlich hält und wann ein Wechsel sinnvoll wird, hängt zusätzlich von der Haltbarkeit von Ganzjahresreifen ab.
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Gebrauchte, runderneuerte und Demo-Reifen: Lohnt sich der Kauf
Neu müssen es nicht immer sein. Gebrauchte Reifen, runderneuerte Reifen und Demo-Reifen wirken auf den ersten Blick günstiger, unterscheiden sich aber stark in Risiko und Qualität.
Welche Nachteile gebrauchte Reifen haben
Ein vermeintliches Schnäppchen kann teuer werden, wenn du diese Punkte übersiehst:
- Unbekannte Vorgeschichte: Du weißt nicht, ob der Reifen korrekt gelagert oder überlastet wurde.
- Unsichtbare Schäden: Risse in der Karkasse sind von außen kaum zu erkennen.
- Höheres Alter: Auch bei guter Profiltiefe kann das Gummi bereits spröde sein.
- Kürzere Lebensdauer: Ein gebrauchter Reifen hält in der Regel merklich kürzer als ein Neureifen.
Gebrauchte Reifen lohnen sich daher nur, wenn sie maximal wenige Jahre alt sind, ausreichend Profil haben und aus einer seriösen Quelle stammen. Wie stark ein zu günstiger Reifen am Ende an anderer Stelle draufzahlt, zeigt der Beitrag über Billigreifen, die teuer werden können.
Runderneuerte Reifen: Vorteile und Nachteile im Überblick
Runderneuerte Reifen sind Altreifen mit geprüfter Karkasse, auf die ein neues Profil aufgebracht wurde.
- Vorteile: Preisgünstiger als Neureifen, umweltfreundlicher durch Wiederverwendung, frische Gummimischung und neue Profiltiefe.
- Nachteile: Fahrleistung meist unter dem Niveau von Markenreifen, kürzere Lebensdauer und nicht immer für hohe Geschwindigkeiten geeignet.
Für Wenigfahrer und preisbewusste Autofahrer sind runderneuerte Reifen eine mögliche Alternative. Für Vielfahrer oder sportliche Fahrer eignen sie sich eher nicht.
Demo-Reifen kaufen: Was du beachten solltest
Demo-Reifen waren auf Vorführ- oder Ausstellungsfahrzeugen montiert, gelten als fast neu und haben meist volle Profiltiefe. Vorteile sind der niedrigere Preis und kaum sichtbare Abnutzung. Nachteile sind eine geringere Auswahl an Größen und Modellen, und der Reifen kann trotz kaum gefahrener Kilometer schon einige Jahre alt sein. Für alle, die Markenqualität günstiger bekommen möchten, sind Demo-Reifen trotzdem eine interessante Option.
Reifenkauf und Kosten: Was Reifen wirklich kosten
Die Preise für Autoreifen unterscheiden sich stark nach Größe, Qualität und Einsatzbereich. Neben dem Reifen selbst kommen Montage, Auswuchten und gegebenenfalls Einlagerung hinzu.
So setzt sich der Preis von Autoreifen zusammen
| Reifengröße / Fahrzeugklasse | Preis pro Sommerreifen | Preis pro Winterreifen | Preis pro Ganzjahresreifen | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Kleinwagen (z. B. 175/65 R14) | ab ca. 40–50 € | ab ca. 50–60 € | ab ca. 60–70 € | Günstige Einstiegsgrößen, große Auswahl |
| Kompaktklasse (z. B. 205/55 R16) | ab ca. 60–70 € | ab ca. 80–100 € | ab ca. 90–110 € | Meistgefragte Dimension, viele Tests verfügbar |
| Mittelklasse (z. B. 225/50 R17) | ab ca. 100 € | ab ca. 120 € | ab ca. 120–140 € | Premium-Modelle teils deutlich teurer |
| SUV / Oberklasse (z. B. 255/55 R18) | ab ca. 150–200 € | ab ca. 180–220 € | ab ca. 180–230 € | Hoher Preis durch Größe und Tragfähigkeit |
Diese zusätzlichen Kosten entstehen beim Reifenwechsel
| Zusatzleistung | Typische Kosten | Hinweise |
|---|---|---|
| Montage auf Felge inkl. Auswuchten (4 Reifen) | 80–140 € | Abhängig von Größe und RDKS-Sensoren |
| Radwechsel (4 Kompletträder) | 20–40 € | Einfacher Tausch ohne Aufziehen |
| RDKS-Programmierung | 30–60 € | Bei neueren Autos Pflicht, variiert je nach Sensor |
| Reifeneinlagerung (Satz) | 20–60 € pro Saison | Preise variieren je nach Region und Werkstatt |
Welche versteckten Positionen dabei schnell übersehen werden, zeigt der Beitrag zu versteckten Kosten beim Reifenkauf. Auch der reine Räderwechsel hat seinen Preis, den du bei der Kalkulation einplanen solltest.
Online oder beim Händler kaufen: Was für dich sinnvoll ist
Onlineplattformen bieten meist die größere Auswahl und günstigere Preise, der lokale Händler punktet mit persönlicher Beratung. Die Kombination aus beidem funktioniert am zuverlässigsten: Du bestellst Reifen online zu einem günstigen Preis und lässt sie direkt an einen Montagepartner in deiner Nähe liefern. So sparst du Kosten, ohne dich selbst um Transport und Montage kümmern zu müssen.
Reifenprofil, Luftdruck und RDKS: Sicherheit nach dem Kauf
Mit dem Kauf ist die Arbeit nicht erledigt. Profiltiefe und Luftdruck entscheiden im Alltag darüber, wie sicher deine Reifen wirklich sind.
Profiltiefe richtig messen
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Sinnvoll ist ein Wechsel bei Sommerreifen aber schon ab 3 mm, bei Winterreifen ab 4 mm. Wie du die Profiltiefe richtig misst, zeigt ein Profiltiefenmesser oder der 1-Euro-Münzen-Test: Der goldene Rand der Münze ist 3 mm breit, und ist er noch sichtbar, brauchst du neue Reifen. Viele Reifen tragen außerdem kleine TWI-Markierungen im Profil, die die Verschleißgrenze anzeigen.
Reifenluftdruck richtig einstellen und RDKS verstehen
Der richtige Reifenluftdruck wirkt sich auf Sicherheit, Verschleiß und Kraftstoffverbrauch aus: Zu niedriger Druck verlängert den Bremsweg und verschlechtert die Fahrstabilität, zu hoher Druck nutzt die Mitte der Lauffläche schneller ab. Seit 2014 ist das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) für Neuwagen in der EU Pflicht. Es gibt zwei Varianten: Indirekte Systeme nutzen die ABS-Sensoren und sind kostengünstig, aber weniger genau. Direkte Systeme messen den Druck über Sensoren im Reifen selbst, sehr präzise, aber teurer im Austausch. Bei jedem Reifenwechsel solltest du sicherstellen, dass das RDKS korrekt funktioniert und bei Bedarf neu programmiert wird.
Aquaplaning vermeiden: Warum Profil und Druck zusammenspielen
Ein zu geringes Profil in Kombination mit falschem Luftdruck erhöht das Risiko für Aquaplaning, weil der Reifen Wasser nicht mehr schnell genug von der Fahrbahn ableiten kann. Breite Längsrillen bei Sommerreifen und tiefe Profilblöcke bei Winterreifen sind dafür ausgelegt, Wasser, Schnee und Schmutz abzuleiten. Lässt das Profil nach, verlieren diese Rillen ihre Wirkung, ganz unabhängig davon, wie neu der Reifen sonst aussieht.
Reifenkauf-Checkliste: So triffst du deine Entscheidung
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Reifengröße, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex müssen zu deinem Auto passen, das ist die Grundvoraussetzung.
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Danach entscheidet dein Fahrprofil über den Reifentyp: Wer viel in der Stadt fährt, kommt oft mit Ganzjahresreifen aus, wer viel Autobahn oder starke Winter erlebt, fährt mit Sommer- und Winterreifen sicherer.
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Prüfe vor dem Kauf DOT-Nummer und EU-Reifenlabel, und plane Montage, Auswuchten und RDKS-Programmierung von Anfang an mit ein.
Wer unsicher ist, ob Montage in Eigenregie infrage kommt oder besser in die Werkstatt gehört, findet dazu weitere Hinweise im Beitrag Reifen selber wechseln oder in die Werkstatt.
Häufig gestellte Fragen zum Reifenkauf
Reifen sollten spätestens nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden, auch wenn noch ausreichend Profil vorhanden ist. Das Produktionsdatum liest du an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ab.
Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm. Sinnvoll ist ein Wechsel aber schon früher: bei Sommerreifen ab 3 mm, bei Winterreifen ab 4 mm.
Beide Begriffe bezeichnen in der Praxis meist denselben Reifentyp mit Schneeflocken-Symbol. Wichtiger als die Bezeichnung ist, ob dein Fahrprofil und deine Region für einen reinen Kompromissreifen geeignet sind.
Neben dem Reifenpreis kommen meist 80 bis 140 Euro für Montage und Auswuchten aller vier Reifen hinzu, bei neueren Fahrzeugen zusätzlich 30 bis 60 Euro für die RDKS-Programmierung.
Nur mit Einschränkungen: Gebrauchte Reifen sollten maximal wenige Jahre alt sein, ausreichend Profil haben und aus einer seriösen Quelle stammen, da unsichtbare Schäden ein Risiko darstellen.


