Wer neue Felgen montiert, fragt sich fast immer dasselbe zuerst: Was kostet die Eintragung beim TÜV und ist sie überhaupt nötig? Die Antwort hängt davon ab, welche Papiere die Felge mitbringt – ABE, Teilegutachten, die neue Teiletypgenehmigung (TTG) – und ob am Fahrzeug etwas umgebaut wurde.
Hier bekommst du die Preise für 2026, eine klare Checkliste, mit welcher Genehmigung du ohne Eintragung fahren darfst, und den vollständigen Ablauf bei TÜV, DEKRA oder GTÜ – inklusive der Strafen, wenn du es schleifen lässt.
Die Eintragung selbst ist der kleinere Posten – teuer wird es erst, wenn dem Prüfer Unterlagen fehlen oder am Fahrzeug etwas verändert wurde. In den folgenden Abschnitten findest du die Preise nach Situation gegliedert, damit du vor dem Termin abschätzen kannst, was auf dich zukommt.
Die Spanne reicht von rund 35 Euro bei vollständigen Papieren bis über 250 Euro bei einer Einzelabnahme. Welcher Bereich für dich gilt, hängt fast immer von der Genehmigungsart der Felge ab.
Liegt eine gültige Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vor und ist dein Fahrzeugmodell in den Auflagen aufgeführt, ist die Sache schnell erledigt. Für die reine Eintragung verlangen TÜV, DEKRA und GTÜ in der Regel zwischen 35 und 70 Euro. Beim Teilegutachten gilt derselbe Preisrahmen, hier ist die Abnahme allerdings Pflicht – die ABE darf in vielen Fällen ohne weitere Prüfung gefahren werden.
Ein praktisches Beispiel: Du montierst 17-Zoll-Alufelgen mit Teilegutachten auf deinen Skoda Octavia. Die Werkstatt zieht die Räder an, du fährst zur Prüfstelle, der Prüfer kontrolliert Freigang, Reifengröße und Achslast – nach rund 30 Minuten hältst du die Bescheinigung für die Zulassungsstelle in der Hand. Kosten: etwa 45 Euro plus die Gebühr bei der Behörde.
Fehlt eine gültige Genehmigung komplett – etwa bei Importfelgen, sehr alten Modellen ohne KBA-Nummer oder Sonderanfertigungen – kommst du um eine Einzelabnahme nach §21 StVZO nicht herum. Diese Sonderprüfung kostet je nach Aufwand 120 bis 250 Euro, in Einzelfällen mehr. Verlangt der Prüfer zusätzlich ein Festigkeitsgutachten, kann der Posten auf 300 Euro und mehr klettern.
Beispielrechnung Einzelabnahme
19-Zoll-Felgen aus einem US-Importshop, keine ABE, keine KBA-Nummer am Felgenstern. Der Prüfer kontrolliert Material, Freigang und Achslast und fordert ein Materialgutachten nach. Endsumme: rund 210 Euro für die Abnahme plus etwa 20 Euro für den Eintrag in die Fahrzeugpapiere.
Nach der TÜV-Bescheinigung musst du die Änderung in die Zulassungsbescheinigung Teil I eintragen lassen. Die Gebühr fällt im Vergleich zur Prüfstelle moderat aus, schwankt aber je nach Bundesland.
| Vorgang | Gebühr Zulassungsstelle |
|---|---|
| Eintragung Felgen / Reifen in Teil I | ca. 10 – 30 € |
| Mehrere Änderungen in einem Vorgang | ca. 30 – 50 € |
| Neuausstellung der Zulassungsbescheinigung | deutlich höhere Gebühren |
Werte 2026, regionale Abweichungen möglich.
Pauschal lässt sich der Endpreis nicht festnageln. Diese fünf Punkte ziehen die Kosten nach oben oder unten:
Nicht jede Felge muss zum TÜV. Ob eine Eintragung Pflicht ist, hängt allein davon ab, welche Genehmigung die Felge besitzt und ob dein Fahrzeugmodell in den Auflagen geführt wird. Mit der Teiletypgenehmigung (TTG) hat sich 2025 das System grundlegend verändert – die alten ABE-Dokumente sind aber noch Jahre gültig.
Was rechtssicher fährt und was nicht, klärt sich anhand von drei Genehmigungsarten: ABE, ECE-Kennzeichnung und der neuen TTG.
Eintragungsfrei sind ausschließlich Felgen, bei denen die Genehmigung dein Fahrzeug ausdrücklich einschließt und du keine Maße veränderst. Drei Konstellationen erlauben das Fahren ohne TÜV-Stempel:
Wichtig in allen drei Fällen: Die Papiere müssen im Auto liegen. Sonst droht bei einer Kontrolle ein Verwarnungsgeld, obwohl die Felge selbst zugelassen ist. Welche Angaben auf der Felge wofür stehen, klärt sich beim Blick auf die Felgenbezeichnung und ihre einzelnen Werte.
Eintragungspflicht greift, sobald die Genehmigung deinen Fahrzeugtyp nicht einschließt oder das Auto umgebaut wurde. Konkret bedeutet das:
| Situation | Eintragung Pflicht? | Begründung |
|---|---|---|
| ABE, Fahrzeug ausdrücklich gelistet | Nein | ABE gilt als Freigabe |
| ECE-Kennzeichnung | Nein | EU-weite Zulassung |
| TTG mit Fahrzeug in den Auflagen | Nein | Neue zentrale Genehmigung |
| Teilegutachten | Ja | Abnahme zwingend vorgeschrieben |
| Felge ohne Gutachten | Ja | Einzelabnahme nach §21 StVZO |
| Tieferlegung oder Spurplatten | Meist ja | Umbauten heben Freigaben aus |
Drei Genehmigungsarten, drei unterschiedliche Spielregeln. Die ABE war bis Mitte 2025 das Standarddokument für Felgen und bleibt für bestehende Felgen weiter gültig. Sie listet alle freigegebenen Fahrzeuge samt Auflagen wie maximaler Achslast oder zulässiger Reifengröße.
Das Teilegutachten bescheinigt die technische Eignung, fordert aber immer eine Abnahme. Der Prüfer kontrolliert nach dem Einbau, ob die Auflagen aus dem Gutachten eingehalten werden – etwa beim Freigang oder bei der Radabdeckung.
Seit dem 20. Juni 2025 ersetzt die Teiletypgenehmigung (TTG) beide Vorgängerformate. Für neue Felgenmodelle stellt das Kraftfahrt-Bundesamt keine ABE und kein Teilegutachten mehr aus. Bestehende Dokumente behalten ihre Gültigkeit bis 19. Juni 2028 – wer eine ABE-Felge hat, kann sie also weiter problemlos fahren und eintragen lassen.
Vor dem Kauf prüfen
Bevor du eine Felge bestellst, lies in den Auflagen nach, ob dein Fahrzeugmodell genau in dieser Variante (Motorisierung, Achslast, Reifendimension) freigegeben ist. Schon eine andere Motorisierung kann den Eintrag in der ABE ausschließen – und damit eine Einzelabnahme nötig machen. Welche Felge zu welchem Fahrzeug passt, klärt sich am schnellsten über die Fahrzeugdaten und die Felgenfreigaben.
Nicht nur Felgen, auch Reifengrößen müssen unter Umständen eingetragen werden. Das betrifft vor allem Fahrer, die von der Standarddimension abweichen – etwa mit breiteren Reifen, einer anderen Höhe oder einem Wechsel auf eine Mischbereifung.
Die Kosten liegen ähnlich wie bei der Felgeneintragung, weil Prüfstellen Reifen meist im selben Termin abnehmen.
Eintragen lassen musst du Reifen immer dann, wenn die montierte Größe nicht im Fahrzeugschein (Teil I) und nicht in der CoC-Bescheinigung als zulässig steht. Drei typische Fälle:
Reifen, die in der COC oder im Fahrzeugschein bereits stehen, brauchst du nicht eintragen zu lassen – auch nicht, wenn du die Marke wechselst. Welche Größen für dein Modell freigegeben sind, steht in den Felder 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I.
Die Preise liegen in einem ähnlichen Rahmen wie bei der Felgeneintragung, weil oft beides zusammen geprüft wird. Für 2026 musst du mit folgenden Werten rechnen:
| Art der Eintragung | Kosten 2026 |
|---|---|
| Reifen mit Unbedenklichkeitsbescheinigung | ca. 35 – 60 € |
| Reifen + Felgen in einem Termin | ca. 60 – 100 € |
| Reifen ohne Freigabe (Einzelfall) | ab 120 € |
| Eintragung Zulassungsstelle | ca. 10 – 30 € |
Mehr zum Aufziehen selbst und den dazugehörigen Werkstattkosten erfährst du beim Aufziehen von Reifen und kompletten Rädern.
Alufelgen in deiner Nähe kaufen
Importfelgen, Gebrauchtkäufe aus dem Marktplatz oder Sonderanfertigungen kommen oft ohne Genehmigungspapier ins Haus. Damit du sie trotzdem legal fahren kannst, bleibt nur die Einzelabnahme – sie ist die aufwändigste Form der Prüfung und nicht in jedem Fall erfolgreich.
Die folgenden Abschnitte zeigen, wie du die KBA-Nummer findest, was eine Einzelabnahme abdeckt und welche Strafen drohen, wenn du es ohne Eintragung versuchst.
Die KBA-Nummer ist der Schlüssel zur Genehmigung. Sie steht meist eingegossen oder graviert auf der Innen- oder Rückseite der Felge, in der Nähe der Größenangabe – zum Beispiel 7.5Jx17H2 ET38 KBA 12345. Mit dieser Nummer lassen sich zwei Wege gehen:
Fehlt die KBA-Nummer komplett, ist das ein deutliches Zeichen: Die Felge wurde nie in Deutschland zugelassen. Eine Einzelabnahme bleibt dann die einzige Option, oft samt zusätzlichem Festigkeitsgutachten.
Bei der Einzelabnahme nach §21 StVZO beurteilt ein amtlich anerkannter Sachverständiger die Felge individuell. Geprüft werden:
Liegt keine KBA-Nummer vor, fordert der Prüfer in der Regel ein zusätzliches Festigkeitsgutachten. Dieses Dokument kostet allein 150 bis 250 Euro und lohnt sich nur bei hochwertigen oder seltenen Felgen.
| Art der Einzelabnahme | Kosten 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Einzelabnahme nur Felgen | 120 – 180 € | Keine ABE oder TTG vorhanden |
| Einzelabnahme Felgen und Fahrwerk | 180 – 250 € | Prüfer bewertet beide Umbauten |
| Einzelabnahme mit Festigkeitsgutachten | ab 300 € | Bei Felgen ohne KBA-Nummer |
| Nachtrag in Fahrzeugpapiere | 10 – 30 € | Gebühr Zulassungsstelle |
Wer mit nicht eingetragenen Felgen fährt, riskiert mehr als ein Bußgeld. Im schlimmsten Fall erlischt die Betriebserlaubnis des gesamten Fahrzeugs – und im Unfallfall kann die Versicherung die Leistung kürzen oder verweigern.
| Verstoß | Strafe | Zusatzfolge |
|---|---|---|
| Fahren ohne gültige ABE / TTG | 50 – 90 € Bußgeld | 1 Punkt in Flensburg |
| Erloschene Betriebserlaubnis | Fahrzeug nicht mehr zulassungsfähig | Stilllegung droht |
| Unfall mit nicht eingetragenen Felgen | Versicherung kann kürzen | Zivilrechtliche Haftung möglich |
Welche Felgentypen in Deutschland von vornherein verboten sind und welche nicht, klärt sich beim Überblick zu Felgen, die nicht durch den TÜV kommen.
Der Ablauf ist bei allen Prüfstellen ähnlich, Unterschiede gibt es bei Preisen, Wartezeiten und Serviceangeboten. Mit der richtigen Vorbereitung dauert die Eintragung selten länger als eine Stunde.
Wer die Unterlagen vollständig dabei hat und die Felgen korrekt montiert hat, geht in den meisten Fällen mit Bescheinigung wieder raus.
Diese Dokumente musst du zur Prüfstelle mitbringen:
Ein praktischer Tipp aus der Werkstatt: Die Felgen sollten mit dem korrekten Drehmoment angezogen sein, und keine Distanzscheibe darf wackeln. Im Zweifel lass den Einbau vorher kontrollieren – ein Folgetermin wegen schlampiger Montage kostet doppelt.
Die eigentliche Abnahme dauert 20 bis 40 Minuten. Der Prüfer geht in der Regel diese Schritte durch:
Wenn der Prüfer Mängel feststellt – etwa zu wenig Freigang oder eine falsche Reifendimension – wird die Eintragung verweigert. Du kannst die Punkte beheben und einen Folgetermin vereinbaren. Häufige Felgenschäden, die bei der Abnahme auffallen, decken sich oft mit den typischen Fällen bei einem Felgenschaden und der richtigen Reaktion darauf.
Wer zwischen den Prüforganisationen wählt, hat freie Hand – alle drei dürfen Eintragungen nach §19 (3) und §21 StVZO durchführen. Unterschiede zeigen sich im Preisniveau, in der Terminverfügbarkeit und bei zusätzlichen Services.
| Prüforganisation | Besonderheiten | Preisniveau 2026 | Terminverfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| TÜV (Süd, Nord, Rheinland) | Größtes Netz, breite Erfahrung bei §19/21-Abnahmen | ca. 40 – 130 € | kurzfristig bis 2 Wochen |
| DEKRA | Oft kombinierbar mit Hauptuntersuchung | ca. 35 – 110 € | flexibel, vielerorts auch samstags |
| GTÜ / KÜS | Bei vorhandener ABE oder Teilegutachten zulässig | ca. 35 – 95 € | regional unterschiedlich |
Plan grob anderthalb Stunden ein, wenn du alles am selben Tag erledigen willst. Die Einzelschritte verteilen sich so:
Wenn du den Eintragungstermin mit der Hauptuntersuchung verbindest, sparst du nicht nur einen Termin, sondern auch oft 10 bis 20 Euro Prüfgebühr.
Mit etwas Vorbereitung lassen sich bei der Felgeneintragung 30 bis 80 Euro einsparen. Die größten Hebel sind die Wahl der Prüfstelle, die Kombination von Terminen und der Verzicht auf unnötige Einzelabnahmen.
Der einfachste Spartipp betrifft den Felgenkauf selbst: Wer eine Felge mit gültiger ABE, TTG oder ECE-Kennzeichnung für sein Fahrzeugmodell kauft, vermeidet die Einzelabnahme komplett. Der Preisunterschied zur Importware liegt oft im selben Bereich wie die Mehrkosten der Einzelabnahme – am Ende fährst du günstiger und rechtssicher.
Wer Felgen, Reifen oder Fahrwerksumbauten ohnehin abnehmen lassen muss, sollte alles in einem Termin bündeln. Drei einzelne Vorgänge kosten typischerweise 35 + 35 + 35 Euro, in einem Termin oft nur 60 bis 80 Euro insgesamt.
Gerade bei teuren Felgen oder bei Sonderfällen lohnt sich ein Anruf vor der Bestellung. Viele Prüfer geben kostenlos Auskunft, ob eine Eintragung anhand der vorliegenden Daten überhaupt machbar ist. Das spart im Zweifel den Fehlkauf einer Felge, die später nicht zugelassen werden kann.
Wenn du Felgen mit ABE, TTG oder ECE-Kennzeichnung für dein Fahrzeug kaufst und die Genehmigung deinen Fahrzeugtyp einschließt, sparst du dir die meisten Kosten von vornherein. Die passenden Modelle für dein Auto findest du anhand der Fahrzeugdaten – inklusive der Information, ob eine Eintragung nötig ist oder nicht.
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