Neue Felgen wirken oft nach zehn Minuten Recherche schon wie die richtige Wahl. Dann schüttelt der Fachhändler beim Anpassen den Kopf, weil Lochkreis oder Einpresstiefe nicht passen. Beim Felgenkauf entscheiden ein paar technische Werte darüber, ob die Felge überhaupt ans Auto darf, nicht nur, wie sie aussieht. Wer Lochkreis, ET und die passende Zulassung vorher kennt, kauft einmal richtig statt zweimal.
Damit eine neue Felge überhaupt montiert werden kann, muss die Befestigung zum Fahrzeug passen. Ausschlaggebend sind die Schraubenanzahl und der Lochkreis, also der Durchmesser, in dem die Schraubenlöcher angeordnet sind. Schon ein Millimeter Abweichung reicht, damit die Felge nicht hält.
Kleinwagen fahren häufig mit vier Schrauben, größere Modelle und SUVs meist mit fünf. Der VW Polo bis Baujahr 2001 hatte zum Beispiel einen Lochkreis von 4 x 100, der Nachfolger Polo 9N ab 2001 dagegen 5 x 100. Beim VW Golf ist 5 x 112 üblich, bei BMW 5 x 120.
Nein. Auch wenn zwei Fahrzeuge beide fünf Schrauben nutzen, kann sich der Lochkreis trotzdem unterscheiden. Er muss exakt zum Fahrzeugmodell passen. Bei Abweichungen darf die Felge nicht montiert werden, egal wie gut sie sonst passt.
Am schnellsten stehst du in der Zulassungsbescheinigung Teil I oder in der Bedienungsanleitung nach. Alternativ ist der Lochkreis meist auf der Rückseite der Originalfelge eingeprägt. Wer sich unsicher ist, kann die Angabe auch beim Fachhändler oder direkt im Felgenkonfigurator abgleichen.
Ein Felgenkonfigurator zeigt zu jedem Fahrzeugmodell die zugelassenen Größen und Lochkreise auf einen Blick, bevor du überhaupt eine Felge in den Warenkorb legst.
Neben der Befestigung entscheidet die Dimension der Felge darüber, ob sie technisch zum Auto passt. Breite, Durchmesser und Einpresstiefe bestimmen dabei nicht nur die Optik, sondern auch, ob später alles ohne Schleifen oder Anstoßen läuft.
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Auf jeder Felge steht eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die ihre Maße beschreibt:
Je höher die Einpresstiefe, desto weiter innen sitzt die Felge im Radkasten. Fällt die ET zu gering aus, steht die Felge über oder schleift beim Einlenken am Kotflügel. Wie du die komplette Bezeichnung liest, erklärt der Beitrag zur Felgen-Bezeichnung im Detail.
Die zulässigen Größen stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Dort finden sich zum Beispiel Standardgrößen wie:
Willst du davon abweichen, brauchst du ein Gutachten oder eine Eintragung beim TÜV.
Damit Reifen und Felge zusammenpassen, müssen Breite, Durchmesser und Einpresstiefe aufeinander abgestimmt sein:
Beispiel VW Golf
Eine Felge mit 6.00 x 16 ET 46, Lochkreis 5 x 112, passt bei vielen Golf-Modellen ohne weitere Änderungen ins Radhaus und nimmt einen 195/55 R16 Reifen auf.
Stimmen Breite, Durchmesser und Einpresstiefe, ist der technische Teil erledigt. Bleibt noch die Frage, ob die Felge auch offiziell zugelassen ist, dazu gleich mehr.
Eine neue Felge darf nicht einfach montiert werden, weil sie passt. Sie muss zusätzlich für genau dein Fahrzeug zugelassen sein. Welches Dokument dafür nötig ist, hängt von der Felge selbst ab.
| Dokument / Genehmigung | Bedeutung | Was du beachten musst | Kosten / Aufwand |
|---|---|---|---|
| ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) | Herstellerbescheinigung, dass die Felge für bestimmte Fahrzeuge zugelassen ist | Muss immer mitgeführt werden, wenn die Felge nicht in den Fahrzeugpapieren steht | Keine zusätzlichen Kosten, einfache Montage |
| EG-Typgenehmigung | EU-weite Zulassung, ähnlich wie die ABE | Unterlagen mitführen, Auflagen beachten | Keine zusätzlichen Kosten |
| Teilegutachten | Felge ist nicht direkt freigegeben, aber unter bestimmten Bedingungen zulässig | TÜV-Abnahme nach der Montage nötig, danach Eintragung in die Fahrzeugpapiere | Zusätzliche Prüfgebühren (TODO: manuell mit aktueller TÜV-Preisliste abgleichen, ca. 40–70 Euro laut bisherigem Artikelstand) |
| Einzelabnahme | Für Sonder- oder Exotenfelgen ohne ABE oder Teilegutachten | TÜV prüft individuell, ob die Felge passt und sicher ist | Deutlich teurer (TODO: manuell mit aktueller TÜV-Preisliste abgleichen, ca. 100 Euro und mehr laut bisherigem Artikelstand) und nicht immer erfolgreich |
Wie streng die Prüfer inzwischen hinschauen, zeigt der Beitrag Diese Felgen kommen nicht durch den TÜV zeigt, worauf die Prüfer besonders achten, bevor du dich für ein bestimmtes Modell entscheidest.
Das hängt von der Genehmigung ab:
Die Traglast gibt an, wie viel Gewicht eine Felge tragen darf, und ist damit ein Sicherheitswert. Du findest sie direkt auf der Felge eingestanzt oder eingeprägt, im Gutachten des Herstellers oder in den Unterlagen zur ABE beziehungsweise zum Teilegutachten.
Diebstahlschutz nicht vergessen
Gerade bei hochwertigen Alufelgen lohnt sich ein Felgenschloss als zusätzliche Sicherung. Es ersetzt keine Zulassung, macht das Abschrauben für Diebe aber deutlich schwerer.
Gebrauchte Felgen können günstiger sein als neue, bringen aber eigene Risiken mit. Mit der folgenden Checkliste erkennst du, ob sich ein Angebot wirklich lohnt.
Auch gebrauchte Felgen müssen für dein Auto zugelassen sein. Achte auf:
Fehlen diese Papiere, lässt sich die Felge im Zweifel nicht eintragen. Dann bleibt sie trotz gutem Preis unbrauchbar.
Ja, solange sie unbeschädigt sind und die nötigen Unterlagen vorliegen. Besonders wichtig sind eine passende Traglast und die Abwesenheit versteckter Haarrisse. Bei Zweifeln lohnt sich eine technische Prüfung beim TÜV, bevor du zuschlägst. Wer sich zusätzlich zwischen Alu und Stahl nicht sicher ist, findet im Vergleich Alufelgen oder Stahlfelgen eine Einordnung nach Einsatzzweck.
Die Auswahl an Felgen ist riesig, doch nicht jede passt automatisch zu deinem Auto. Mit den folgenden Schritten vermeidest du Fehlkäufe und findest Felgen, die optisch passen und technisch zugelassen sind.
| Kriterium | Markenfelgen | Günstige Felgen |
|---|---|---|
| Verarbeitung | Hochwertig, präzise gefertigt | Teilweise einfacher verarbeitet |
| Langlebigkeit | Sehr langlebig, stabil | Kürzere Lebensdauer möglich |
| Wiederverkaufswert | Höher, da bekannte Marke | Gering, oft kaum Nachfrage |
| Gutachten / ABE | Fast immer enthalten | Manchmal nicht vorhanden |
| Preis | Deutlich höher | Meist deutlich günstiger |
| Geeignet für | Fahrer, die Wert auf Qualität und Sicherheit legen | Fahrer, die preisbewusst sind oder die Felgen nur saisonal nutzen |
Wenn dir lange Haltbarkeit und ein reibungsloser TÜV wichtiger sind als der Preis, liegst du mit Markenfelgen richtig. Geht es dir vor allem um den Preis und nutzt du die Felgen nur gelegentlich, kann die günstigere Variante ausreichen. Bevor du bestellst, lohnt sich ein letzter Blick auf Lochkreis, Einpresstiefe und die passende Zulassung. Das erspart dir die Rückgabe.
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