Kratzer im Klarlack, Rost an den Stahlfelgen oder einfach die Lust auf eine neue Farbe: Wer Felgen lackieren will, steht vor der Frage, ob sich die Arbeit selbst erledigen lässt oder ob eine Werkstatt das bessere Ergebnis liefert. Beides ist möglich, beide Wege haben ihren Preis.
Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Alufelgen und Stahlfelgen selbst lackieren kannst, welcher Lack zu welchem Material passt und mit welchen Kosten du kalkulieren musst. Außerdem erfährst du, warum Chromfelgen ein Sonderfall sind und worauf du achten musst, wenn du Felgen lackieren willst, ohne die Reifen vorher abzuziehen.
Kratzer, abblätternde Farbe oder der Wunsch nach einem neuen Look: Die Gründe, warum Autofahrer ihre Felgen lackieren wollen, sind unterschiedlich. Die Entscheidung fällt meist zwischen zwei Wegen, und beide haben Vor- und Nachteile, die du kennen solltest, bevor du loslegst.
| Option | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Felgen selber lackieren |
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| Felgen lackieren lassen |
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Wer sich noch nicht sicher ist, ob Alufelgen oder Stahlfelgen überhaupt die richtige Basis sind, findet einen direkten Vergleich im Artikel Alufelgen oder Stahlfelgen: Was ist besser?
Bevor du startest, brauchst du den passenden Lack für dein Felgenmaterial. Nicht jeder Lack eignet sich für jede Oberfläche, und auch die Kombination aus Grundierung, Farblack und Klarlack muss stimmen, damit die Lackierung hält.
Alufelgen sind anfällig für Korrosion und brauchen deshalb einen Lack, der speziell für Aluminium ausgelegt ist. Achte beim Kauf darauf, dass auf der Dose ausdrücklich „für Alufelgen" oder „für Aluminium" steht. Besonders gefragt sind neutrale Farben wie Silber, Schwarz oder Anthrazit, weil sie unempfindlich wirken und sich leicht reinigen lassen. Wer es auffälliger mag, lackiert Alufelgen auch in Weiß, Rot oder Gold. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Lack hitzebeständig ist und Bremsstaub standhält.
Die Grundierung sorgt dafür, dass der Felgenlack gleichmäßig haftet und kleine Unebenheiten ausgeglichen werden. Bei Alufelgen kommt eine Aluminiumgrundierung zum Einsatz, bei Stahlfelgen eine Metallgrundierung. Die Grundierung muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor die nächste Schicht folgt, sonst blättert der Lack später ab.
Trockenzeiten nicht unterschätzen
Arbeite bei Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad und halte dich an die Trockenzeiten des Herstellers zwischen den Schichten. Wer zu früh weiterarbeitet, riskiert Blasenbildung im Lack, die sich später nicht mehr korrigieren lässt.
Der Farblack bestimmt das Aussehen deiner Felgen. Damit die Oberfläche dauerhaft geschützt ist, solltest du ihn immer mit Klarlack versiegeln. Achte darauf, dass Felgenlack und Klarlack vom gleichen Hersteller stammen oder laut Herstellerangabe aufeinander abgestimmt sind. Nur so verhinderst du chemische Reaktionen, die zu Blasen oder Ablösungen führen. Der Klarlack sorgt außerdem für Glanz und einen robusten Schutz gegen Steinschläge, Bremsstaub und Streusalz.
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Schritt 1: Reifen abziehen oder abkleben. Für ein sauberes Ergebnis solltest du die Reifen von den Felgen abziehen. Geht das nicht, klebst du die Reifen sorgfältig ab, damit kein Lack aufs Gummi gelangt.
Schritt 2: Reinigen. Reinige die Alufelgen gründlich von Schmutz, Bremsstaub und Fett. Nur eine saubere Oberfläche sorgt für eine gleichmäßige Lackierung.
Schritt 3: Abschleifen. Schleife die Felgen zunächst mit grobem Schleifpapier und arbeite dich zu feinerer Körnung vor. So entfernst du alte Lackreste und schaffst eine glatte Basis.
Schritt 4: Oberfläche entfetten. Trage Silikonentferner oder Nitroverdünnung auf, um Staub- und Fettrückstände vollständig zu entfernen.
Schritt 5: Grundierung auftragen. Sprühe eine gleichmäßige Schicht Aluminiumgrundierung auf die Felge. Nach dem Trocknen kannst du Unebenheiten vorsichtig nachschleifen.
Schritt 6: Felgenlack auftragen. Lackiere die Felgen in mehreren dünnen Schichten. Halte die Sprühdose oder Lackierpistole gleichmäßig in Bewegung, damit keine Tropfen oder Flecken entstehen.
Schritt 7: Mit Klarlack versiegeln. Zum Abschluss trägst du zwei bis drei Schichten Klarlack auf. Das macht die Lackierung widerstandsfähiger und sorgt für einen glänzenden Schutzfilm.
Schritt 1: Reifen abziehen oder abkleben. Wenn möglich, ziehst du die Reifen ab. Andernfalls klebst du sie sorgfältig mit Folie und Klebeband ab, damit kein Lack auf die Gummifläche gelangt.
Schritt 2: Rost entfernen. Entferne Roststellen gründlich mit einer Drahtbürste oder grobem Schleifpapier. Alter Lack muss nicht komplett runter, sollte aber angeraut werden, damit die neue Schicht hält.
Schritt 3: Schleifen. Schleife die gesamte Oberfläche mit immer feinerem Schleifpapier ab, bis eine gleichmäßige, leicht raue Fläche entsteht, auf der die Grundierung optimal hält.
Schritt 4: Reinigen. Befreie die Felgen von Staub und Schmutz. Ein Silikonentferner oder Nitroverdünner macht die Oberfläche fettfrei.
Schritt 5: Grundierung auftragen. Trage die Metallgrundierung gleichmäßig auf, lass sie trocknen und schleife anschließend mit sehr feinem Papier leicht nach.
Schritt 6: Farblack auftragen. Lackiere die Stahlfelgen in mehreren dünnen Schichten. Achte auf gleichmäßige Bewegungen, um Tropfen und Farbtränen zu vermeiden.
Schritt 7: Mit Klarlack versiegeln. Zum Abschluss versiegle die Felgen mit Klarlack. Zwei bis drei Schichten sorgen für Glanz und einen widerstandsfähigen Schutz.
Chromfelgen haben eine galvanisierte Oberfläche, die extrem hart, glatt und widerstandsfähig ist. Genau diese Eigenschaften machen es schwer, dass Lack dauerhaft haftet. Um Chromfelgen lackieren zu können, müsste man sie vollständig entchromen, ein chemisch aufwendiger Prozess, den Fachbetriebe nur selten anbieten. Mehr zu den Eigenschaften von verchromten Felgen findest du im Beitrag Chromfelgen: Was sind das, Vor- und Nachteile.
Manche versuchen, Chromfelgen anzuschleifen und mit Alufelgenlack zu überziehen. Das kann kurzfristig funktionieren, bleibt aber eine Notlösung. Die Oberfläche bleibt selbst nach gründlichem Schleifen so glatt, dass sich Lackschichten kaum verankern. Wer es trotzdem versuchen möchte, orientiert sich an der Anleitung für Alufelgen und grundiert besonders gründlich.
Auch bei sorgfältiger Vorbereitung ist die Haltbarkeit einer Lackierung auf Chromfelgen stark eingeschränkt. Der Lack löst sich schneller ab oder platzt, vor allem bei Belastung durch Bremsstaub, Streusalz oder Steinschläge. In den meisten Fällen lohnt sich die Arbeit nicht. Wer beschädigte Chromfelgen aufbereiten will, findet in Chromfelgen reinigen: Tipps und Tricks und im Beitrag Felgen reparieren: Alufelgen-Reparatur, Kosten und Aufbereitung praktikablere Alternativen zur Neugalvanisierung.
Chromfelgen lieber nicht selbst lackieren
Die Erfolgsquote beim Lackieren von Chromfelgen ist gering und der Aufwand hoch. Bei stark beschädigtem Chrom ist eine professionelle Neugalvanisierung oder der Tausch der Felgen meist die wirtschaftlichere Lösung.
Nicht jeder möchte die Reifen von den Felgen abziehen, bevor er mit dem Lackieren beginnt. Grundsätzlich ist es möglich, Felgen lackieren zu lassen, ohne sie zu demontieren, wenn du sorgfältig arbeitest und ein paar Punkte beachtest.
Damit kein Lack auf die Reifen gelangt, musst du sie gründlich mit Klebeband und Folie oder speziellem Abdeckband für Felgen abkleben. Achte darauf, dass der Übergang zwischen Gummi und Felge sauber und dicht versiegelt ist.
Felgen müssen nicht immer silber bleiben. Mit der richtigen Farbe bekommt dein Auto eine neue Optik. Besonders gefragt ist es, Felgen schwarz zu lackieren, aber auch andere Farbtöne haben ihren Reiz.
Schwarz ist die meistgewählte Farbe, wenn Autofahrer Felgen lackieren. Während glänzendes Schwarz edel wirkt, passt ein matter Look eher zu sportlichen Fahrzeugen. Achte beim Klarlack auf die passende Variante, matt oder glänzend, damit du den gewünschten Effekt erzielst.
Wer seine Felgen besonders kreativ gestalten will, kann mit Lackierschablonen arbeiten. So entstehen Muster, Schriftzüge oder farbige Akzente am Felgenrand. Nimm die Schablone nach jeder Lackschicht sauber ab, damit keine Farbkanten verlaufen.
Die Kosten fürs Felgen lackieren hängen davon ab, ob du die Arbeit selbst übernimmst oder eine Werkstatt beauftragst. Auch Material, Felgentyp und gewünschtes Finish beeinflussen den Preis.
| Variante | Durchschnittliche Kosten | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Felgen selber lackieren | ca. 50–100 Euro für Lack, Grundierung, Klarlack und Schleifmaterial | Zeitaufwand mehrere Stunden, Ergebnis hängt von der Sorgfalt ab |
| Professionelle Lackierung Alufelgen | ca. 150–250 Euro pro Satz (4 Felgen) | Gutes Ergebnis, staubfreie Werkstatt, lange Haltbarkeit |
| Professionelle Lackierung Stahlfelgen | ca. 100–180 Euro pro Satz (4 Felgen) | Etwas günstiger als Alufelgen, optisch deutlich aufgewertet |
| Pulverbeschichtung (Alternative) | ca. 250–400 Euro pro Satz (4 Felgen) | Besonders langlebig, große Farbauswahl, widerstandsfähig gegen Steinschläge |
Bei kleinem Budget lohnt sich die Eigenarbeit. Für ein gleichmäßiges Ergebnis mit maximaler Haltbarkeit ist die Profi-Lackierung oder Pulverbeschichtung die bessere Wahl. Ausführliche Zahlen zur Werkstattvariante liefert Felgen lackieren lassen: Was sind die Kosten?
Damit frisch lackierte Felgen lange glänzen und geschützt bleiben, kommt es auf die richtige Pflege an. Schon kleine Nachlässigkeiten können dazu führen, dass sich Schmutz oder Bremsstaub dauerhaft im Lack festsetzen.
Wenn die Felgen dafür ohnehin herunter müssen, ist das ein guter Zeitpunkt, um sie direkt am Fahrzeug zu prüfen und passendes Zubehör über den Felgen-Konfigurator anzusehen.