Wer zwischen Ganzjahresreifen und Sommerreifen schwankt, will meist eine ehrliche Antwort auf eine Frage: Wo verlierst du wirklich etwas, wenn du dich für die bequemere Variante entscheidest? Die Antwort hängt vor allem von drei Dingen ab: deiner Fahrleistung, deiner Region und davon, wie viel dir der letzte Meter Bremsweg wert ist. Aktuelle Tests von ADAC und AutoBild zeigen, wo genau die Unterschiede liegen und für wen sich welcher Reifentyp lohnt.
Jeder der drei Reifentypen ist für ein bestimmtes Wetterfenster gebaut. Sommerreifen laufen bei Wärme am besten, Winterreifen bei Kälte und Schnee, Ganzjahresreifen versuchen beides gleichzeitig zu können. Genau darin liegt ihr Vorteil und ihre Grenze zugleich.
Auf der Reifenflanke von Ganzjahresreifen findest du in der Regel zwei Kennzeichen: die Buchstaben M+S für Matsch und Schnee sowie das Schneeflocken-Symbol, auch 3PMSF genannt. Nur mit dem Schneeflocken-Symbol gilt ein Reifen aktuell als winterreifentauglich im Sinne der Straßenverkehrsordnung.
Ja. Ganzjahresreifen und Allwetterreifen bezeichnen denselben Reifentyp. In Deutschland hat sich der Begriff Ganzjahresreifen durchgesetzt, während Hersteller häufig mit "All Season" oder Allwetterreifen werben. Unterschiede in der Bezeichnung gibt es also, technisch handelt es sich aber um dieselbe Reifenkategorie. Wo genau die Vor- und Nachteile im Detail liegen, zeigt der Vergleich von Ganzjahresreifen und Allwetterreifen.
M+S allein reicht nicht mehr
Reifen, die nur das alte M+S-Zeichen tragen, aber nicht das Schneeflocken-Symbol, verlieren ihre Winterzulassung, wenn sie vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden. Prüfe bei älteren Ganzjahresreifen deshalb die DOT-Nummer auf der Flanke.
Neben den technischen Grundlagen wollen die meisten Autofahrer vor allem eines wissen: Wie schlagen sich Ganzjahresreifen im Alltag gegen Sommerreifen, wenn es um Sicherheit, Lebensdauer und Kosten geht? Bremsweg, Haltbarkeit und Verbrauch sind dabei die drei Kriterien, die am Ende den Unterschied machen.
Sommerreifen haben eine harte Gummimischung, die für warme Temperaturen entwickelt wurde, und nutzen sich dadurch bei Wärme langsamer ab. Ganzjahresreifen sind das ganze Jahr im Einsatz, was gerade im Sommer zu höherem Verschleiß führt, weil Hitze und Geschwindigkeit die weichere Mischung stärker belasten. Bei überwiegend städtischer Nutzung liegt die Laufleistung von Ganzjahresreifen häufig näher an der von Sommerreifen, als viele erwarten. Zum Vergleich lohnt sich ein Blick auf die Haltbarkeit von Sommerreifen unter reinem Sommereinsatz.
Sommerreifen haben durch ihre härtere Mischung meist einen geringeren Rollwiderstand und damit einen kleinen Verbrauchsvorteil. Ganzjahresreifen liegen etwas darüber, weil die weichere Mischung und das komplexere Profil mehr Widerstand erzeugen. Im Alltag fällt der Unterschied bei Wenigfahrern kaum ins Gewicht, bei Autobahnkilometern summiert er sich dagegen. Wie stark sich das über die Lebensdauer eines Reifens auf den Verschleiß auswirkt, hängt stark vom Fahrprofil ab.
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Reifentests bilden ab, was die reine Theorie offen lässt: Wie groß ist der Unterschied wirklich, wenn beide Reifentypen unter denselben Bedingungen gegeneinander fahren? Die Ergebnisse von ADAC und AutoBild zeigen ein klares Muster.
Im ADAC-Test für Ganzjahresreifen bewegen sich die besten Modelle im guten Mittelfeld, während reine Sommerreifen bei Nässe und Trockenheit meist die kürzeren Bremswege erzielen. Billigreifen fallen in beiden Kategorien regelmäßig durch, unabhängig vom Reifentyp.
Bei AutoBild zeigt der Ganzjahresreifen-Test, dass gute Allwetterreifen inzwischen näher an Sommerreifen heranrücken als noch vor einigen Jahren. Bei reinen Sommerreifen setzt sich in mehreren Dimensionen weiterhin der Continental SportContact 7 an die Spitze. Für Vielfahrer bleibt der spezialisierte Sommerreifen damit die sicherere Wahl bei hohem Tempo und Nässe.
Nicht jeder Autofahrer braucht dieselbe Antwort. Wie viel du fährst, wo du fährst und wie sportlich dein Fahrstil ist, entscheidet am Ende mehr als jeder Testsieger.
Fährst du unter 10.000 Kilometer im Jahr, überwiegend in der Stadt und in einer Region mit milden Wintern, sparst du dir mit Ganzjahresreifen den saisonalen Wechsel und die Einlagerung. Was das über die Nutzungsdauer an Kosten ausmacht, zeigt ein Blick auf die Preise für Ganzjahresreifen.
Wer viel Autobahn fährt, sportlich unterwegs ist oder in einer schneereichen Region lebt, profitiert von der Spezialisierung: kürzere Bremswege bei Sommerreifen, mehr Traktion bei Winterreifen. Ein Vergleich der Preise für Sommerreifen zeigt, dass der saisonale Wechsel finanziell meist überschaubar bleibt.
| Fahrertyp | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Wenigfahrer (unter 10.000 km/Jahr) | Ganzjahresreifen | Kein Reifenwechsel nötig, ausreichende Sicherheit im Alltag |
| Stadtfahrer | Ganzjahresreifen | Geräumte Straßen, flexibel bei plötzlichem Wetterwechsel |
| Vielfahrer, Autobahn | Sommerreifen | Kürzerer Bremsweg, geringerer Verschleiß bei hohem Tempo |
| Sportliche Fahrer | Sommerreifen | Mehr Grip und kürzere Bremswege bei Wärme |
| Fahrer in milden Regionen | Ganzjahresreifen | Gute Balance ohne extreme Winterbedingungen |
| Fahrer in schneereichen Regionen | Winterreifen statt Ganzjahresreifen | Mehr Traktion und Sicherheit bei Schnee und Eis |
Einen Reifen, der für alle gleich gut passt, gibt es nicht. Wer wenig fährt und in der Stadt oder in einer milden Region wohnt, kommt mit Ganzjahresreifen meist gut zurecht. Wer viel Autobahn fährt oder sportlich unterwegs ist, bekommt mit Sommerreifen weiterhin die kürzeren Bremswege und den geringeren Verschleiß.
Wenn die Entscheidung gefallen ist, lohnt sich ein Preisvergleich vor Ort. Wie sich Allwetterreifen beim Kauf von reinen Sommerreifen unterscheiden, zeigt sich meist erst beim direkten Preis- und Leistungsvergleich bei deiner Werkstatt vor Ort.