Ganzjahresreifen gelten als praktische Alternative zum saisonalen Reifenwechsel. Sie sollen sowohl im Sommer als auch im Winter zuverlässige Leistung bieten und gleichzeitig Kosten sowie Aufwand sparen. Doch bei vielen Autofahrern stellt sich früher oder später die Frage: Wie lange halten Ganzjahresreifen eigentlich? Die tatsächliche Lebensdauer von Allwetterreifen hängt von mehreren Faktoren ab – darunter die Qualität des Reifens, die jährliche Fahrleistung, das Fahrverhalten und auch äußere Einflüsse wie Temperatur und Lagerung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Laufleistung realistisch ist, wann ein Wechsel empfohlen wird und wie Sie die Haltbarkeit Ihrer Ganzjahresreifen aktiv verlängern können.
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Haltbarkeit von Ganzjahresreifen: Diese Faktoren sind entscheidend
Die Haltbarkeit von Ganzjahresreifen lässt sich nicht pauschal beziffern. Sie wird von einer Vielzahl an Einflüssen bestimmt, die im Zusammenspiel darüber entscheiden, wie viele Jahre oder Kilometer ein Satz Allwetterreifen zuverlässig genutzt werden kann. Besonders entscheidend sind dabei die Qualität des Reifens, der individuelle Fahrstil sowie technische Aspekte wie Reifendruck und Fahrwerkszustand.
Wie die Qualität der Allwetterreifen die Lebensdauer beeinflusst
Nicht alle Ganzjahresreifen sind gleich haltbar. Premiumreifen von etablierten Markenherstellern verwenden langlebige Gummimischungen und ausgefeilte Profile, die auf hohe Laufleistung und gleichmäßigen Abrieb ausgelegt sind. Im Gegensatz dazu erreichen günstige Modelle aus dem Budgetsegment meist nicht die gleiche Lebensdauer – weder in Kilometern noch in Jahren. Wer also möglichst lange von seinen Allwetterreifen profitieren möchte, sollte bei der Auswahl nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf Qualität und Testergebnisse achten.
Warum der Fahrstil die Laufleistung der Ganzjahresreifen verkürzt
Neben der Reifenqualität wirkt sich auch das persönliche Fahrverhalten spürbar auf die Haltbarkeit aus. Häufiges starkes Bremsen, schnelles Anfahren, zügige Kurvenfahrten oder ständige Vollbeladung führen zu höherem Verschleiß. Gleichmäßiges, vorausschauendes Fahren schont hingegen die Lauffläche und sorgt dafür, dass die Profiltiefe über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt. Besonders Vielfahrer sollten auf einen möglichst reifenschonenden Fahrstil achten, um nicht bereits nach wenigen Jahren einen neuen Satz Reifen zu benötigen.
Einfluss von Reifendruck und Fahrwerk auf die Haltbarkeit
Ein korrekter Reifendruck ist entscheidend für die Lebensdauer von Ganzjahresreifen. Zu niedriger Druck führt zu übermäßiger Erwärmung, ungleichmäßigem Abrieb und im schlimmsten Fall zur Schädigung der Reifenflanke. Ein zu hoher Druck kann den Grip reduzieren und ebenfalls zu ungleichmäßigem Verschleiß führen. Auch ein nicht optimal eingestelltes Fahrwerk – etwa durch verstellte Spur oder defekten Stoßdämpfer – kann die Reifenabnutzung beschleunigen. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig Reifendruck und Fahrwerkseinstellung zu kontrollieren, um die maximale Laufleistung auszuschöpfen.
>>> zum Ratgeber: Reifendruckkontrollsystem (RDKS): Wichtige Informationen im Überblick

Ganzjahresreifen sind die Alleskönner für jede Jahreszeit. Doch wie länge hält so ein Allwetterreifen eigentlich? (im Bild: Goodyear's Vector 4Seasons Gen-2, Quelle: Goodyear)
Vielfahrer wechseln Ganzjahresreifen früher
Wie viele Kilometer halten Ganzjahresreifen im Alltag?
Wie viele Kilometer halten Ganzjahresreifen im Alltag?
Die durchschnittliche Laufleistung von Ganzjahresreifen hängt stark davon ab, wie intensiv ein Fahrzeug genutzt wird. Während Wenigfahrer ihre Reifen über viele Jahre hinweg fahren können, erreichen Vielfahrer die Verschleißgrenze deutlich schneller. Neben der reinen Kilometerleistung spielt auch die Zeit eine Rolle, da sich Gummi mit den Jahren altersbedingt verändert – selbst bei geringer Nutzung.
>>> zum Ratgeber: Reifenluftdruck am Auto messen: Anleitung und Profi-Tipps
Laufleistung von Ganzjahresreifen bei Vielfahrern
Wer täglich lange Strecken fährt oder regelmäßig auf der Autobahn unterwegs ist, muss mit einem schnelleren Reifenverschleiß rechnen. Bei Vielfahrern liegt die Laufleistung von Ganzjahresreifen im Schnitt zwischen 30.000 und 40.000 Kilometern. Danach ist häufig die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe erreicht – oder die Reifen verlieren durch Materialermüdung an Grip. Für viele Vielfahrer bedeutet das: Nach etwa zwei Jahren ist ein Wechsel fällig, auch wenn der Reifen äußerlich noch intakt erscheint.
So lange halten Allwetterreifen bei Wenigfahrern
Autofahrer, die im Jahr nur wenige Tausend Kilometer zurücklegen, etwa für kurze Arbeitswege oder Einkäufe, können Ganzjahresreifen deutlich länger nutzen. Hier sind Laufleistungen von 45.000 bis 60.000 Kilometern möglich, verteilt auf eine Nutzung von bis zu fünf Jahren – vorausgesetzt, der Reifen wurde korrekt gelagert, regelmäßig gewartet und keinem übermäßigen Abrieb ausgesetzt. Dennoch sollte man auch bei geringer Fahrleistung das Reifenalter nicht außer Acht lassen, da die Gummimischung mit den Jahren an Elastizität verliert.
Durchschnittliche Kilometerleistung laut ADAC und Reifenherstellern
Laut verschiedenen Reifentests und Herstellerangaben liegt die durchschnittliche Kilometerleistung hochwertiger Ganzjahresreifen zwischen 40.000 und 50.000 Kilometern. Premiumprodukte wie der Goodyear Vector 4Seasons oder der Michelin CrossClimate erzielen in unabhängigen Tests oft überdurchschnittliche Werte. Der ADAC empfiehlt jedoch, auch bei technisch einwandfreien Reifen nach spätestens sechs Jahren einen Wechsel in Betracht zu ziehen – insbesondere bei Ganzjahresreifen, die ganzjährig Temperaturschwankungen und UV-Einwirkung ausgesetzt sind.

Wie Ihre Ganzjahresreifen länger halten
Wann sollte man Ganzjahresreifen wechseln?
Wann sollte man Ganzjahresreifen wechseln?
Ein rechtzeitiger Wechsel von Ganzjahresreifen ist entscheidend für Ihre Sicherheit und für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Dabei spielen sowohl die Profiltiefe als auch das Alter der Reifen eine wichtige Rolle. Wer zu lange mit abgefahrenen oder überalterten Allwetterreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur verlängerte Bremswege, sondern auch Bußgelder oder Probleme bei der Hauptuntersuchung. Umso wichtiger ist es, den Zustand der Reifen regelmäßig zu überprüfen.
Profiltiefe von Allwetterreifen richtig messen
Die Profiltiefe ist eines der wichtigsten Kriterien, wenn es um den rechtzeitigen Wechsel von Ganzjahresreifen geht. Für eine sichere Nutzung bei allen Wetterlagen sollte die Messung regelmäßig erfolgen – idealerweise mit einem Profiltiefenmesser. Alternativ kann auch eine 1-Euro-Münze als Orientierung dienen: Verschwindet der goldene Rand nicht im Profil, liegt die Tiefe unter vier Millimetern. Besonders bei häufigem Regen, Schnee oder Matsch ist ausreichende Profiltiefe essenziell für den Grip.
Gesetzliche Vorgaben zur Mindestprofiltiefe bei Ganzjahresreifen
In Deutschland schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor – diese Regel gilt auch für Ganzjahresreifen. Experten, darunter der ADAC, raten jedoch dazu, Allwetterreifen bereits bei vier Millimetern zu erneuern. Der Grund: Unterhalb dieser Grenze nimmt die Haftung auf nasser oder verschneiter Fahrbahn spürbar ab, insbesondere bei Bremsmanövern. Wer bei Winterwetter mit zu geringem Profil unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer – und verliert unter Umständen den Versicherungsschutz.
Wie alt dürfen Ganzjahresreifen laut TÜV und Experten sein?
Neben der Profiltiefe spielt auch das Reifenalter eine zentrale Rolle für die Verkehrssicherheit. Selbst wenn der Reifen noch genug Profil aufweist, können Alterung und Materialermüdung die Performance beeinträchtigen. Gummi härtet aus, verliert an Elastizität und haftet schlechter auf der Straße. Der TÜV empfiehlt, Ganzjahresreifen spätestens nach sechs bis acht Jahren auszutauschen – unabhängig von der gefahrenen Kilometerleistung. Das Herstellungsdatum können Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen: Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und -jahr (z. B. „1220“ = KW 12 im Jahr 2020).
Tipps, damit Ihre Allwetterreifen länger halten
Tipps, damit Ihre Allwetterreifen länger halten
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Haltbarkeit von Ganzjahresreifen deutlich verlängern. Neben einer sorgfältigen Fahrweise tragen auch technische Faktoren wie der korrekte Reifendruck, die regelmäßige Achsvermessung sowie ein gezielter Reifentausch maßgeblich zur Laufleistung bei. Wer seine Allwetterreifen richtig pflegt, spart langfristig Kosten und erhöht zugleich die Fahrsicherheit.
So verlängert der richtige Reifendruck die Haltbarkeit
Ein optimal eingestellter Reifendruck ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gleichmäßige Abnutzung der Reifen. Bereits geringe Abweichungen vom empfohlenen Druckwert können zu ungleichmäßigem Abrieb führen und die Lebensdauer deutlich verkürzen. Zu niedriger Reifendruck erhöht zudem den Rollwiderstand, was nicht nur den Verbrauch steigert, sondern auch die Reifentemperatur. Dadurch kann es zu schnellerer Alterung oder im schlimmsten Fall zu Schäden an der Reifenflanke kommen. Zu hoher Druck wiederum verringert den Bodenkontakt und führt zu vermindertem Grip. Prüfen Sie daher regelmäßig den Reifendruck – idealerweise einmal im Monat und vor längeren Fahrten.
Ganzjahresreifen achsweise tauschen: Darum ist es sinnvoll
Auch bei Allwetterreifen ist ein achsweiser Tausch ratsam – am besten alle sechs Monate oder im Zuge einer saisonalen Fahrzeugkontrolle. Der Grund: Reifen auf der Antriebsachse unterliegen meist einer höheren Belastung und nutzen sich daher schneller ab. Durch das Rotieren der Reifen von vorne nach hinten (und umgekehrt) erreichen Sie eine gleichmäßigere Abnutzung aller vier Reifen. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern verlängert auch die gesamte Lebensdauer des Reifensatzes.
Warum eine regelmäßige Achsvermessung sinnvoll ist
Ein korrekt eingestelltes Fahrwerk sorgt dafür, dass Ihre Reifen gleichmäßig auf der Straße aufliegen. Schon kleinere Abweichungen bei Spur oder Sturz – etwa durch das Überfahren von Bordsteinkanten oder Schlaglöchern – können dazu führen, dass sich die Reifen einseitig abnutzen. Das verkürzt nicht nur die Lebensdauer, sondern kann auch zu einem unsicheren Fahrverhalten führen. Eine Achsvermessung sollte daher spätestens alle zwei Jahre oder bei auffälligem Verschleißbild durchgeführt werden. Werkstätten erkennen dabei frühzeitig eventuelle Abweichungen und können diese fachgerecht korrigieren.
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