Ein Radwechsel kostet in der Werkstatt etwa 20 bis 40 Euro, das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge inklusive Wuchten dagegen 60 bis 120 Euro pro Satz. Der Preisunterschied entsteht durch den Arbeitsaufwand: Beim Radwechsel kommen fertig montierte Räder ans Auto, bei der Reifenmontage muss jeder Reifen einzeln abgezogen, neu aufgezogen und gewuchtet werden. Was dein Reifenwechsel am Ende kostet, hängt vom Serviceumfang, der Felgenart und der Reifengröße ab.
Radwechsel und Reifenmontage werden oft in einen Topf geworfen, sind aber zwei verschiedene Leistungen mit unterschiedlichen Preisen. Wer das vorab klärt, weiß beim Werkstatttermin genauer, womit zu rechnen ist – und ob ein zweiter Felgensatz langfristig Geld spart.
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Radwechsel und Reifenmontage auf einen Blick:
| Leistung | Radwechsel | Reifenmontage (Reifen aufziehen) |
|---|---|---|
| Ablauf | Kompletträder (Reifen auf Felge) werden am Auto getauscht | Alter Reifen wird von der Felge abgezogen, neuer aufgezogen |
| Dauer | ca. 15–30 Minuten | ca. 30–60 Minuten pro Satz |
| Typische Kosten | ca. 20–40 Euro pro Satz | ca. 60–120 Euro pro Satz inkl. Wuchten |
| Zusatzarbeiten | Radschrauben anziehen, ggf. Auswuchten | Abziehen, Aufziehen, Wuchten, Ventiltausch |
| Wann nötig | Saisonwechsel mit zweitem Radsatz auf eigenen Felgen | Neue Reifen oder Wechsel ohne zweiten Felgensatz |
Beim Radwechsel werden komplette Räder – Reifen samt Felge – abmontiert und durch den zweiten Satz ersetzt. Das geht schnell, weil die Reifen schon auf den Felgen sitzen. Im Schnitt liegen die Radwechsel Kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Satz. Wer zweimal im Jahr zwischen Sommer- und Winterrädern wechselt und beide Sätze auf eigenen Felgen hat, fährt mit dieser Variante deutlich günstiger als mit der Reifenmontage.
Bei der Reifenmontage zieht die Werkstatt den alten Reifen von der Felge ab und einen neuen auf. Danach wird gewuchtet, damit das Rad ohne Vibrationen läuft. Dieser Schritt ist aufwendiger und kostet entsprechend mehr: Je nach Werkstatt, Felgenart und Reifengröße fallen 60 bis 120 Euro für einen kompletten Satz an. Die Preise nach Felgentyp und Dimension schlüsselt der nächste Abschnitt genauer auf.
Ein Reifen muss neu aufgezogen werden, wenn das Profil abgefahren ist, der Reifen Risse oder Beulen zeigt oder du auf eine andere Reifengröße umsteigst. Auch beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ohne zweiten Felgensatz wird jeder Reifen einzeln montiert. Wie nah deine Reifen an der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern liegen, lässt sich mit einer einfachen Messung der Profiltiefe vorab selbst prüfen.
Sind die Reifen abgefahren oder beschädigt, reicht ein einfacher Radwechsel nicht mehr. Dann wird der alte Reifen von der Felge abgezogen, ein neuer aufgezogen und anschließend gewuchtet – oft kommt noch ein neues Ventil dazu. Genau diese Schritte machen die Reifen aufziehen Kosten höher als beim Radwechsel.
Für das reine Abziehen und Aufziehen berechnen Werkstätten meist 10 bis 20 Euro pro Reifen. Hinzu kommen das Wuchten (etwa 10 bis 15 Euro pro Reifen) und bei Bedarf neue Ventile (rund 2 bis 5 Euro pro Stück). Für einen kompletten Satz aus vier Reifen summiert sich das auf 60 bis 120 Euro. Wer die Reifen ohnehin neu kauft, sollte die Montage gleich im Paket anfragen – das ist häufig günstiger als die Einzelbuchung.
Das Wuchten gehört bei jeder Reifenmontage dazu, weil es Fahrkomfort und Sicherheit bestimmt. Aufziehen und Wuchten zusammen kosten pro Rad etwa 20 bis 30 Euro, für einen kompletten Reifensatz also rund 80 bis 120 Euro. Bei Alufelgen und großen Dimensionen liegt der Preis am oberen Ende, weil mehr Zeit und passendes Werkzeug nötig sind.
Wie viel das Aufziehen kostet, hängt stark von Felgenart und Reifengröße ab. Kleine Zollgrößen auf Stahlfelgen sind am günstigsten, breite Niederquerschnitt- oder Runflat-Reifen auf großen Alufelgen am teuersten.
| Felgentyp / Reifengröße | Kosten pro Reifen (Aufziehen & Wuchten) | Kosten pro Satz (4 Reifen) |
|---|---|---|
| Stahlfelgen bis 16 Zoll | ca. 15–20 € | ca. 60–80 € |
| Alufelgen bis 18 Zoll | ca. 20–25 € | ca. 80–100 € |
| Alufelgen ab 19 Zoll | ca. 25–35 € | ca. 100–140 € |
| Runflat-/Niederquerschnittreifen | ca. 30–40 € | ca. 120–160 € |
Tipp zum Reifen aufziehen
Beim Kauf neuer Reifen lohnt der Blick auf den Komplettpreis inklusive Montage statt nur auf den Reifenpreis. Eine ausführliche Aufschlüsselung der Montagepreise nach Reifen und Rädern findest du in unserer Übersicht zu den Kosten beim Reifen- und Räder-Aufziehen.
Beim Auswuchten bringt die Werkstatt kleine Gewichte an der Felge an, um Unwuchten auszugleichen. Dadurch läuft das Rad rund, die Lenkung bleibt ruhig und der Reifen verschleißt gleichmäßiger. Schon wenige Gramm Unwucht reichen, um spürbare Vibrationen im Lenkrad zu erzeugen – ein Punkt, der bei den Reifenwechsel Kosten oft unterschätzt wird.
Das reine Auswuchten ist vergleichsweise günstig. In den meisten Werkstätten kostet es 10 bis 15 Euro pro Rad, für einen kompletten Satz aus vier Reifen also 40 bis 60 Euro. Häufig ist das Wuchten bereits im Paketpreis für die Reifenmontage enthalten – am besten vorher nachfragen, ob es separat berechnet wird. Welche Folgen ein nicht ausgewuchtetes Rad hat, zeigt unser Beitrag zur Reifen-Unwucht.
Auch beim Wuchten macht die Felgenart einen Unterschied. Stahlfelgen lassen sich einfacher bearbeiten, Alufelgen und große Reifendimensionen erfordern mehr Aufwand.
| Felgenart / Reifentyp | Preis pro Rad | Preis pro Satz (4 Räder) |
|---|---|---|
| Stahlfelgen bis 16 Zoll | ca. 8–12 € | ca. 32–48 € |
| Alufelgen bis 18 Zoll | ca. 10–15 € | ca. 40–60 € |
| Alufelgen ab 19 Zoll | ca. 12–18 € | ca. 48–72 € |
| Runflat-/Niederquerschnittreifen | ca. 15–20 € | ca. 60–80 € |
Seit November 2014 ist in allen neu zugelassenen Pkw ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) Pflicht – ein System, das den Luftdruck in den Reifen überwacht und vor Druckverlust warnt. Beim Reifenwechsel müssen die Sensoren übernommen, neu angelernt oder ausgetauscht werden. Das erhöht die Reifenwechsel Kosten gegenüber einem Fahrzeug ohne Sensoren.
Pro Rad fällt beim Reifenwechsel mit RDKS ein Aufpreis von etwa 5 bis 10 Euro an, weil die Werkstatt die Sensoren prüfen und korrekt einsetzen muss. Für einen kompletten Satz liegen die Gesamtkosten meist zwischen 60 und 100 Euro, abhängig vom Fahrzeugmodell und der Sensorart. Wie ein RDKS funktioniert und welche Varianten es gibt, erklärt unser Überblick zum Reifendruckkontrollsystem (RDKS).
Nach der Montage müssen die Sensoren im Bordcomputer erkannt und angelernt werden. Manche Fahrzeuge erledigen das automatisch nach wenigen Kilometern, andere brauchen eine Programmierung mit Spezialgerät. Das Anlernen kostet je nach Werkstatt 10 bis 30 Euro pro Fahrzeug. Ein defekter Sensor schlägt mit 40 bis 70 Euro zu Buche, neue RDKS-Ventile mit 5 bis 10 Euro pro Stück.
Warum kostet derselbe Reifenwechsel bei einer Werkstatt 25 Euro und bei der nächsten 50? Die Preisspanne erklärt sich aus mehreren Faktoren, die du vor dem Termin kennen solltest. Wer sie im Blick hat, kann gezielt vergleichen und unnötige Zusatzkosten vermeiden.
Die wichtigsten Preistreiber im Überblick:
Wer den nicht genutzten Radsatz nicht selbst lagern möchte, zahlt für die Einlagerung meist 20 bis 40 Euro pro Saison. Welche weiteren Posten dabei anfallen, zeigt unsere Übersicht zu den Kosten fürs Räder- und Reifen-Einlagern.
Der saisonale Wechsel im Frühjahr und Herbst kostet nicht mehr als ein normaler Rad- oder Reifenwechsel: 20 bis 40 Euro für den Radwechsel, 60 bis 120 Euro für die Reifenmontage inklusive Wuchten. In den Stoßzeiten im Frühjahr und Herbst sind Werkstätten stark ausgelastet – ein früher Termin spart oft Wartezeit und manchmal Geld. Wann der Wechsel rechtlich und nach Temperatur sinnvoll ist, hängt von den Bedingungen ab und ist im Ratgeber zum Sommerreifen wechseln nach Gesetz und Temperatur erklärt. Welche Regeln im Winter gelten, klärt der Beitrag zur Winterreifenpflicht in Deutschland.
Tipp zum Preisvergleich
Vergleiche bei Werkstätten immer den Komplettpreis aus Montage, Wuchten und Ventilen – nicht nur den Stundensatz. So lassen sich versteckte Posten vermeiden, die den Endpreis schnell verdoppeln. Welche das sein können, zeigt unser Beitrag zu den versteckten Kosten beim Reifenkauf.
Ob Radwechsel, Reifenmontage oder Auswuchten – der reine Werkstattpreis ist nur die halbe Rechnung. Entscheidend ist der Komplettpreis aus Reifen plus Montage in deiner Nähe. Über die Umkreissuche siehst du den Endpreis inklusive Montage, Wuchten und Ventilen bei Partnerwerkstätten und buchst direkt einen Termin. Bezahlt wird in der Regel erst vor Ort nach erledigter Arbeit.