Falsch gelagerte Reifen altern schneller, verlieren an Profil oder bekommen platte Stellen, noch bevor sie überhaupt wieder montiert werden. Ob im Keller, in der Garage oder beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen: Temperatur, Lagerposition und der richtige Schutz vor Feuchtigkeit entscheiden darüber, wie lange deine Reifen sicher nutzbar bleiben. Wer keinen geeigneten Platz hat, kann die Räder auch bei einer Werkstatt in der Nähe einlagern lassen.
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Reifen bestehen aus einer Gummimischung, die auf Temperatur, UV-Licht und Druck empfindlich reagiert. Wird sie falsch behandelt, zeigen sich die Folgen oft erst beim nächsten Wechsel, wenn es meist schon zu spät ist, um gegenzusteuern.
Typische Folgen sind Risse in der Flanke, poröse Stellen oder ein ungleichmäßiger Verschleiß. Reifen können sich außerdem verformen, was später beim Fahren zu Vibrationen oder einem längeren Bremsweg führt. Welche Fehler dabei am häufigsten passieren und welche Schäden konkret drohen, zeigt der Überblick zu falsch gelagerten Reifen.
Richtig gelagerte Reifen bleiben länger flexibel und behalten ihre Fahreigenschaften. Das Material trocknet nicht aus, verformt sich nicht, und du kannst deine Sommerreifen oder Winterreifen über mehrere Saisons hinweg sicher nutzen. Das spart auf Dauer Geld und sorgt gleichzeitig für mehr Sicherheit.
Damit Sommer- und Winterreifen über mehrere Jahre zuverlässig bleiben, kommt es vor allem auf zwei Dinge an: die Umgebungstemperatur und den Schutz vor schädlichen Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Chemikalien.
Reifen mögen es weder zu heiß noch zu kalt. Ideal ist eine kühle, trockene Umgebung mit Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Große Temperaturschwankungen solltest du vermeiden, da sie die Gummimischung spröde machen können. Räume mit Heizung oder starker Sonneneinstrahlung eignen sich für die Lagerung von Reifen nicht.
Am besten lagerst du deine Autoreifen in einem trockenen, sauberen und dunklen Raum. Ein Keller oder Abstellraum eignet sich besonders gut, solange keine Feuchtigkeit vorhanden ist. Auch eine Garage kann genutzt werden, sofern sie nicht ständig Temperaturschwankungen oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Wichtig: Die Reifen sollten nicht in der Nähe von Heizkörpern oder anderen Wärmequellen stehen.
| Vorteil | Nachteil |
|---|---|
| Schneller Zugriff auf die Reifen | Gefahr von Temperaturschwankungen in unbeheizten Garagen |
| Platzsparende Lagerung, etwa an der Wand oder auf dem Felgenbaum | Höhere Luftfeuchtigkeit kann das Material schneller altern lassen |
| Kein Transport zur Werkstatt nötig | Offene Garagen bieten keinen Schutz vor Staub und Schmutz |
| Lagerung zusammen mit Felgen oder Werkzeug möglich | Direkte Sonneneinstrahlung lässt das Gummi schneller altern |
Wenn du wenig Platz hast, lässt sich Reifen platzsparend trotzdem korrekt verstauen. Diese Hilfsmittel sorgen dafür, dass sich nichts verformt:
Mit diesen Hilfsmitteln bekommst du selbst auf engem Raum eine sichere und ordentliche Lagerung hin.
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UV-Strahlung, Nässe und Chemikalien sind die größten Feinde der Reifenlagerung. Reifen sollten nicht in der Sonne liegen und vor Regen oder Feuchtigkeit geschützt sein. Vermeide außerdem die Nähe zu Lösungsmitteln, Ölen, Lacken oder Benzin, da diese Stoffe das Gummi angreifen. Am besten lagerst du die Reifen in speziellen Schutzhüllen oder Tüten, die zusätzlich vor Staub schützen.
Ob du Autoreifen mit oder ohne Felgen lagerst, macht einen entscheidenden Unterschied für die richtige Position. Damit das Material keinen Schaden nimmt, helfen ein paar grundlegende Regeln.
Luftdruck-Tipp vor der Einlagerung
Erhöhe bei Kompletträdern mit Felgen den Luftdruck um etwa 0,5 bar, bevor du sie einlagerst. So gleichst du den natürlichen Druckverlust während der Standzeit aus. Bei Reifen ohne Felgen brauchst du diesen zusätzlichen Druck nicht.
Ob Reifen stehend oder liegend gelagert werden, hängt davon ab, ob sie mit oder ohne Felgen montiert sind. Bei Kompletträdern mit Felgen gilt außerdem: Stapele nicht mehr als vier Räder übereinander, damit das unterste Rad nicht zu stark belastet wird.
| Art der Lagerung | Mit Felgen | Ohne Felgen |
|---|---|---|
| Stehend | möglich, aber nicht ideal | empfohlen (Pflicht) |
| Liegend | erlaubt, maximal vier Räder stapeln | nicht geeignet (Gefahr von Verformungen) |
| Aufgehängt | optimal mit Felgenbaum oder Wandhalterung | nicht empfohlen |
Sommer- und Winterreifen brauchen in der Pause jeweils besondere Aufmerksamkeit. Mit ein paar grundlegenden Handgriffen nutzt du beide Reifensätze länger und fährst sicherer.
Reinige Sommerreifen nach dem Wechsel gründlich, damit Salz- oder Schmutzreste das Gummi nicht angreifen. Achte darauf, dass keine Fremdkörper im Profil stecken, und lagere sie kühl, trocken und dunkel.
Bei Winterreifen ist vor allem die Profiltiefe entscheidend: Mindestens 4 mm sollten es sein, damit du im nächsten Winter sicher unterwegs bist. Auch hier gilt: reinigen, trocknen und kühl lagern.
Reifen können zwar bis zu acht Jahre halten, in der Praxis wird aber eine Nutzung von etwa sechs Jahren empfohlen. Prüfe deshalb vor jeder Saison:
Auch ungenutzte Reifen altern. Wirken sie porös, solltest du sie unabhängig vom Alter austauschen.
Checkliste vor der neuen Saison
Kontrolliere vor jedem Saisonwechsel drei Dinge: die Profiltiefe, die DOT-Nummer und den Zustand der Lauffläche. Zeigen sich Risse oder poröse Stellen, ersetze den Reifen unabhängig von seinem Alter.
Auch bei Motorradreifen gelten im Grunde dieselben Regeln wie beim Auto, nur die Handgriffe unterscheiden sich leicht.
Motorradreifen ohne Felge stellst du senkrecht ab, niemals liegend oder gestapelt. So bleibt die Aufstandsfläche gleichmäßig belastet, und es entstehen keine Druckstellen im Profil. Kompletträder mit Felge lassen sich dagegen stapeln oder aufhängen, ähnlich wie bei Autoreifen. Kühl, trocken und dunkel gilt auch hier als Faustregel.
Wer die Räder lieber gleich fachgerecht einlagern lässt oder im Frühjahr neue Reifen montiert bekommen möchte, findet über reifen-vor-ort.de einen passenden Partnerbetrieb in der Nähe.
Zu den günstigsten Motorrad-Reifen
Für Privatpersonen gibt es keine speziellen gesetzlichen Vorschriften zur Reifenlagerung. Zwei Punkte solltest du trotzdem im Blick behalten: In Mietwohnungen oder Tiefgaragen können Brandschutzbestimmungen der Hausordnung gelten, die die Lagerung im Keller einschränken. Außerdem dürfen Reifen nicht in der Nähe von leicht entzündlichen Stoffen wie Benzin oder Öl abgestellt werden, da diese Stoffe die Gummimischung angreifen und zusätzlich ein Brandrisiko darstellen.
Nicht jeder hat Platz, um Reifen zu Hause zu lagern. Werkstätten und Reifenhändler bieten deshalb einen Einlagerungsservice an. Die Preise unterscheiden sich regional oft deutlich, und auch die enthaltenen Leistungen variieren.
Die Kosten für die reine Einlagerung beginnen in manchen Städten schon ab etwa 10 bis 20 Euro pro Saison. Je nach Anbieter und Reifengröße kann die Einlagerung aber auch bis zu 80 Euro und mehr kosten. Komplettpakete mit Zusatzleistungen wie Wuchten und Radwäsche sind entsprechend teurer.
Die Einlagerung umfasst oft mehr als nur das Abstellen deiner Reifen. Viele Werkstätten nutzen den Service, um Kunden zu binden, und bieten zusätzliche Leistungen an:
Eine Einlagerung beim Fachbetrieb lohnt sich vor allem, wenn du zu Hause keinen geeigneten Platz hast oder dir die Schlepperei sparen willst. Über das Netzwerk von mehr als 6.000 Partnerwerkstätten von reifen-vor-ort.de findest du auch dafür in der Regel einen Betrieb in der Nähe. Viele Werkstätten erinnern dich außerdem automatisch an den nächsten Reifenwechsel und bieten dir gleich einen Termin an.
Kühl, trocken, dunkel und in der richtigen Position: Mit diesen Grundregeln kommen deine Reifen sicher durch jede Saisonpause. Wer keinen Platz hat oder mehr Komfort möchte, fährt mit der professionellen Reifeneinlagerung gut. Steht ohnehin bald der nächste Wechsel an, lohnt sich vorab ein Blick auf die Kosten für das Reifen- und Räderaufziehen in der Werkstatt.