Ein Satz Ganzjahresreifen kostet je nach Fahrzeug zwischen rund 200 und 800 Euro. Diese Spanne entsteht durch Reifengröße, Marke und Montage – und genau hier lässt sich beim Kauf am meisten sparen. Ob sich Allwetterreifen gegenüber zwei getrennten Sätzen Sommer- und Winterreifen rechnen, entscheidet sich vor allem an deiner Fahrleistung und der Region, in der du unterwegs bist.
Die Kosten für Ganzjahresreifen hängen weniger vom Reifentyp ab als von der Fahrzeugklasse. Ein Kleinwagen fährt mit deutlich günstigeren Reifen als ein SUV, weil die Dimensionen kleiner sind und weniger Material verbaut wird. Die folgende Übersicht ordnet die typischen Preisbereiche, damit du vor dem Kauf einschätzen kannst, mit welchem Budget du rechnen solltest.
| Fahrzeugtyp / Kategorie | Preis pro Reifen | Preis pro Satz (4 Reifen) | Preis inkl. Montage | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Kleinwagen (z. B. VW Polo, Toyota Aygo) | ca. 50 – 80 € | ca. 200 – 320 € | ca. 300 – 450 € | Günstige Modelle, gut für den Stadtverkehr |
| Mittelklasse (z. B. VW Golf, Ford Focus) | ca. 70 – 120 € | ca. 280 – 480 € | ca. 400 – 600 € | Preislich auf Niveau von Sommer- oder Winterreifen |
| SUV / Transporter (z. B. VW Tiguan, Ford Transit) | ca. 100 – 150 € | ca. 400 – 800 € | ca. 550 – 900 € | Höherer Preis durch größere Reifendimensionen |
| Premium-Marken (Michelin, Continental, Goodyear) | bis 150 € | bis 600 € | bis 800 € | Bessere Haftung, längere Laufleistung |
| Budget- / No-Name-Reifen | ab 50 € | ab 250 € | ab 350 € | Preiswert, oft mit Abstrichen bei Bremsweg und Verschleiß |
Die Werte sind Richtgrößen und schwanken je nach Reifengröße, Hersteller und Region. Im Frühjahr und Frühsommer liegen die Preise für Allwetterreifen meist niedriger, weil die Nachfrage in dieser Zeit kleiner ist als vor dem ersten Wintereinbruch.
Achte auf das Alpine-Symbol
Seit dem 1. Oktober 2024 gelten Allwetterreifen nur dann als wintertauglich, wenn sie das Alpine-Symbol tragen – ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke (Fachbegriff: 3PMSF). Reifen mit reiner M+S-Kennung ohne dieses Symbol erfüllen die Winterreifenpflicht bei Schnee und Glätte nicht mehr. Beim Kauf solltest du das Symbol auf der Reifenflanke prüfen, sonst riskierst du bei winterlichen Verhältnissen ein Bußgeld.
Ob du am Ende näher an 200 oder an 800 Euro für einen Satz liegst, entscheiden ein paar konkrete Stellschrauben:
Für einen Satz Allwetterreifen samt Montage solltest du je nach Fahrzeug zwischen rund 300 und 900 Euro einplanen. Die Montage selbst – Aufziehen, Auswuchten und Ventilwechsel – schlägt mit etwa 15 bis 25 Euro pro Reifen zu Buche. Beim Komplettpreis lohnt sich der Vergleich: Über die Umkreissuche siehst du sofort, welcher Reifenhändler in deiner Nähe die Montage zu welchem Endpreis anbietet.
Ganzjahresreifen in deiner Nähe vergleichen
Beim reinen Anschaffungspreis liegen Sommer-, Winter- und Allwetterreifen nah beieinander. Der eigentliche Unterschied zeigt sich erst, wenn du die Kosten über ein ganzes Jahr betrachtest – inklusive zweitem Reifensatz, Wechsel und Einlagerung. Die nächsten Abschnitte stellen die Varianten direkt gegenüber.
Im direkten Vergleich sind Allwetterreifen meist etwas günstiger als hochwertige Winterreifen. Winterreifen kosten pro Stück häufig zwischen 80 und 130 Euro, gute Allwetterreifen liegen im Schnitt bei 70 bis 120 Euro. Der größere Vorteil ist aber, dass der zweite Satz komplett entfällt: Du musst keine separaten Winterreifen kaufen und auch nicht einlagern.
Sommerreifen sind in der Regel leicht günstiger als Allwetterreifen, weil sie einfacher aufgebaut sind. Der Unterschied fällt mit rund 10 bis 20 Euro pro Reifen aber gering aus. Dafür sparst du dir mit Allwetterreifen den halbjährlichen Wechsel. Ob das in deinem Fall sinnvoll ist, hängt von Fahrprofil und Wohnort ab – die Abwägung haben wir im Vergleich zwischen Ganzjahresreifen und Sommerreifen ausführlich aufgeschlüsselt.
Über die reine Anschaffung gerechnet bewegen sich beide Reifenarten auf ähnlichem Niveau. Der Preisvorteil der Ganzjahresreifen wird erst über die Jahre sichtbar: ein Satz statt zwei, kein Wechseltermin im Frühjahr und Herbst, keine doppelte Einlagerung. Wer wenig fährt und in einer Region mit milden Wintern wohnt, fährt damit langfristig günstiger.
Ob du Allwetterreifen einzeln oder direkt als Komplettrad kaufst, macht beim Preis und beim Aufwand einen klaren Unterschied. Die Entscheidung hängt davon ab, ob du bereits passende Felgen besitzt und wie wichtig dir Zeitersparnis beim Wechsel ist.
Reifen ohne Felgen sind die günstigere Wahl, wenn du schon passende Felgen hast. Pro Reifen zahlst du etwa 60 bis 120 Euro, für vier Reifen also rund 240 bis 480 Euro. Dazu kommen 15 bis 25 Euro Montage pro Reifen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du zahlst nur die Reifen, nicht die Felgen.
Kompletträder, also Reifen samt montierter Felge, kosten als Satz inklusive Montage meist zwischen 500 und 900 Euro. Stahlfelgen halten den Preis niedrig, Alufelgen treiben ihn nach oben. Dafür ist der Wechsel schneller erledigt, weil nichts neu aufgezogen werden muss. Wer sein Auto mehrere Jahre fährt, holt die höheren Anschaffungskosten über die gesparte Montage wieder herein.
Ob sich Ganzjahresreifen rechnen, entscheidet sich nicht am Kaufpreis, sondern an den Folgekosten über die Nutzungsdauer. Wer nur einen Satz fährt, spart bei jedem Wechseltermin und bei der Einlagerung – und das summiert sich.
Mit Allwetterreifen entfällt der zweimal jährliche Reifenwechsel, der inklusive Auswuchten und Einlagerung schnell 80 bis 150 Euro pro Jahr kostet. Du brauchst nur einen Satz Felgen und musst keinen zweiten Reifensatz unterbringen. Was die Einlagerung von Reifen konkret kostet, hängt vom Anbieter ab – mit Ganzjahresreifen fällt dieser Posten ganz weg.
Die niedrigsten Preise findest du außerhalb der Wechselsaison, meist im späten Frühjahr und Frühsommer. Im Herbst, kurz vor dem ersten Schnee, steigt die Nachfrage und mit ihr der Preis. Wer flexibel ist, kauft antizyklisch – ähnlich wie beim besten Zeitpunkt für Sommerreifen, wo sich derselbe Effekt zeigt.
Ganzjahresreifen halten im Schnitt 40.000 bis 60.000 Kilometer, abhängig von Fahrweise, Reifendruck und Witterung. Damit erreichen sie ähnliche Laufleistungen wie gute Sommer- oder Winterreifen. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle von Profiltiefe und Reifendruck – wer beides im Blick behält, schöpft die Lebensdauer voll aus. Bei sachgemäßer Pflege nutzt sich ein Ganzjahresreifen nicht schneller ab als ein Spezialreifen.
So rechnest du richtig
Vergleiche nicht den Reifenpreis, sondern die Kosten über vier Jahre. Bei zwei Sätzen Sommer- und Winterreifen kommen pro Jahr 80 bis 150 Euro für Wechsel und Einlagerung dazu. Über vier Jahre sind das 320 bis 600 Euro, die mit einem Satz Ganzjahresreifen wegfallen.
Gib deine Reifengröße und Postleitzahl ein, vergleiche die Komplettpreise inklusive Montage und buche den Termin direkt beim Reifenhändler in deiner Nähe. Wer vor der Entscheidung noch zwischen den Reifenarten schwankt, findet die Argumente im Detail im Vergleich der Vor- und Nachteile von Ganzjahres- und Allwetterreifen.
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