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ADAC Winterreifentest 2019: Die besten Reifen in der Größe 185/65 R15T

Gepostet von Peter Schmidt am 08.10.2019, 14:06:56

 

Kaum klingt der Sommer ab, da ist Testsaison für Winterreifen eröffnet. Klar, der nächste Winter kommt bestimmt und nicht weniger als insgesamt 31 Reifen stehen beim Winterreifentest des ADAC auf dem Prüfstand: 16 Reifenmodelle für Kleinwagen und 15 Modelle für Vans haben die Tester sich zur Brust genommen. Das Ergebnis lässt am Ende doch noch Wünsche offen.

 

adac-winterreifentest-2019-reifen-vor-ort

 

Die Auswahl

Bei den Kleinwagen - Testfahrzeug war ein VW Polo -  hat sich die Dimension 185/65 R15T zur meistverkauften Größe gemausert - Grund genug die Reifen eben in dieser Größe einer Prüfung zu unterziehen. Die Ergebnisse sind dabei durchaus auf benachbarte Größen übertragbar. Bei der Auswahl ging die Testcrew quer durch den mit Produkten nur so gespickten Markt und durch die Preis- und Qualitätssegmente. Unter den Premiummarken wie Goodyear, Michelin und Continental fehlte allerdings der weltweit größte Hersteller Bridgestone, der auch mit seiner Zweitmarke Firestone nicht vertreten war. Die Auswahl unter der großen Anzahl der Budgetmarken fiel ausgerechnet auf die völlig unbekannte Marke Davanti als einzigen Vertreter dieses Segmentes. Bedauerlicherweise fehlt im Testbericht auch die Erklärung für den Verbraucher, woher die Marke denn kommt: Es ist eine Produktion des chinesischen Herstellers Sentury Tire, die als Eigenmarke des britischen Großhändlers Oak Tire auf den europäischen Markt kommt, so berichtet das Fachblatt “Neue Reifenzeitung”. Ob die Marke auch nach vollzogenem Brexit noch konkurrenzfähig ist, sei mal dahingestellt. Bei den Vans - hier diente ein VW T6 Multivan als Testfahrzeug - kamen einige andere Namen zum Zuge. Der hiesige Reifenmarkt ist ja reich daran: Bridgestone, Kumho und Yokohama sind dabei, sowie die Budget-Marken Goodride und Maxxis.

 

ADAC Kleinwagenreifentest  185/65 R15T

Testfahrzeug: VW Polo 

Platz Profil Trocken*  Nass*  Schnee*  Eis*  Geräusch* Verbrauch* Verschleiß* Urteil und Angebote 
1.Platz

 

Dunlop

Winter Response 2

 

2,3 1,9 1,9 2,5 2,7 1,6 1,5

2,1

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2. Platz 

 Kleber

Krisalp HP 3

2,1 2,3 2,5 2,5 2,8 2,2 2,0

2,3

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3. Platz 

 Pirelli

Cinturato Winter

2,4 2,0 2,4 2,4 2,6 2,4 2,5 2,3

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4. Platz  

 Continental

WinterContact TS860

2,5 1,8 2,2 2,6 2,6 1,9 2,5 2,6

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5. Platz  

 Hankook

Winter i*cept RS2

2,5 2,1 2,5 2,6 2,9 2,6 2,0

2,6


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6. Platz  

 

Michelin

Alpin A4

2,2 2,1 2,8 2,3 3,0 2,7 1,5 2,8

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7.Platz

Falken

Eurowinter HS01

2,7 2,5 2,9 2,9 2,9 2,0 2,5

2,9


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8.Platz

Vredstein

Snowtrac 5

3,0 2,8 2,7 2,4 3,1 1,8 2,5

3,0


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9.Platz

Goodyear

UltraGrip 9

2,5 1,9 3,1 2,5 2,7 2,2 2,5

3,1


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 10.Platz

Nokian

WR D4

3,1 2,9 2,0 2,3 2,9 1,7 3,0

3,1

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11.Platz

Gislaved

Euro*Frost 6

2,8 3,2 2,7 2,3 2,6 1,9 2,5

3,2


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 12.Platz

Kumho

WP51 Wintercraft

2,7 2,8 3,2 2,4 3,2 2,3 3,0

3,2


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 13.Platz

Viking

WinTech

2,5 3,2 2,5 2,3 2,7 2,1 2,5

3,2


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14.Platz

Sava

Eskimo S3+

3,6 2,8 1,9 2,3 2,7 2,1 2,5

3,6


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15.Platz

Toyo

Snowprox S943

3,0 2,6 5,1 2,5 2,6 2,1 2,0

5,0


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16.Platz

Davanti 

Wintoura

3,4 5,5 3,8 2,2 2,8 1,6 2,0

5,5

*Gewichtung: Trocken (15%) | Nass (30%) | Schnee (20%) | Eis (10%) | Geräusch (5%) | Verbrauch (10%) | Verschleiß (10%)

 

Testkriterien und Wertung

Hier folgen die Tester eigentlich einem immer gleichen Programm durch zahlreiche Disziplinen bei denen auch der Verschleiß und der Spritverbrauch gemessen werden. Wichtig für das Endergebnis ist, nach welchem Maßstab die Tester am Ende die einzelnen Disziplinen bewerten. Am stärksten schlagen beim ADAC nach dem Prinzip “Sicherheit zuerst” mit 30 Prozent die Nässeeigenschaften zu Buche und erst an zweiter Stelle - mit 20 Prozent - kommen auch bei Winterreifen die Schneeeigenschaften in die Wertung. Da können sich die Hersteller am ehesten beim Geräusch, das mit 5 Prozent bewertet wird, einen Ausrutscher erlauben. Ebenso interessant wie erstaunlich ist zu sehen, dass die Werte aus dem Reifenlabel, etwa bei Geräusch, die beim Test daneben stehen, oft nur wenig mit den Testergebnissen korrespondieren.

 

Van-Reifen: “Nicht alles läuft rund”

Die Latte liegt hoch beim ADAC-Test, vor allem für die Van- und Transporterreifen. Die drei Spitzenreiter im Feld kommen über die Note “befriedigend” nicht hinaus. Der ganze Rest schneidet schlechter ab und landet achtmal bei “ausreichend” und viermal bei “mangelhaft”. “Nicht alles läuft rund” titelt der ADAC das in seinem Testbericht. In der Tat ist das kein gutes Zeugnis für die Produktqualität auf dem Reifenmarkt.

Das war schon beim Sommerreifentest so, als der ADAC neunmal “mangelhaft” verteilte. Die gute Nachricht: Die Winterreifen für Vans sind besser, vor allem bei Nässe. Die Ursache sehen die Tester in Zielkonflikt der Reifenbauer. Entweder sind Reifen auf Laufleistung optimiert oder auf Nässeeigenschaften. Und die Sommerreifen sind stärker auf Laufleistung getrimmt. Man kann eben nicht alles haben. Und wenn ein Reifen 80.000 km hält, geht das auf Kosten von Nassbremsen und Nasshandling.

 

Vanreifen: Conti ist der Beste

So trägt der VanContactWinter von Continental den Sieg davon, weil er zwar nur eine leidliche Laufleistung bietet, dafür aber auf Nässe und auf trockener Fahrbahn die besten Ergebnisse abliefert. Der Tribut erfolgt in höherem Verschleiß. Der Michelin Agilis Alpin erhält Bestnoten beim Verschleiß, hält sich besonders gut auf Schnee und zollt seinen Tribut auf trockener Fahrbahn. Auf dem Trockenen ist wiederum der Pirelli Carrier Winter eher in seinem Element und schwächelt bei Nässe. Aber alles in allem halten drei Premiummarken die Spitze und verweisen hier den Goodyear Cargo Ultragrip 2 und den Bridgestone Blizzak W810 ins Mittelfeld, wo sich auch die Qualitätsreifen von Vredestein Contrac 2 Winter, der Yokohama BluEarth WY01, der Kumho PorTran CW51, der Falken Eurowinter Van01 (Hersteller ist Sumitomo aus Japan), der Matador MPS530 Sibir Snow Van sowie Continentals Zweitmarke Uniroyal mit dem Snow Max 2 tummeln. Alles noch fahrbar. Dagegen “versagt der asiatische Maxxis beim Handling auf Schnee komplett”, so urteilt der Testbericht. Das ergibt den letzten Platz für den taiwanischen Gummi mit einem glatten “mangelhaft” noch hinter den beiden deutlich auf Laufleistung getrimmten Goodride SW612 und BFGoodrich Activan Winter sowie dem Goodyear-Ableger Sava Trenta M+S, der auf Nässe noch Punkte sammeln kann, in den Disziplin Schnee und trockener Fahrbahn aber weit hinten bleibt.

 

Kleinwagenreifen auf höherem Niveau

In der Kleinwagendimension 185/65R15 T werden schon mal bessere Noten verteilt: dreimal “Gut” und nur zweimal “mangelhaft”, wobei der neue Importreifen Davanti Wintoura gleich mal mit Pauken und Trompeten durchfällt: Note 5,5 - schlechter geht’s nicht. Davor aber platziert sich mit zehnmal “befriedigend” ein breites Mittelfeld, in dem auch Premiummarken wie Continental und Goodyear zu finden sind und dass doch ein positives Licht auf den Reifenmarkt wirft.

Beinahe gleichauf ist das Siegertrio, bestehend aus dem Dunlop Winter Response 2, der mit besten Leistungen auf Schnee und im Spritverbrauch glänzt und auch noch auf Nässe und auf trockener Fahrbahn besonders gute Leistungen zeigt - eine Art Hans Dampf in allen Disziplinen. Da haben die Reifenentwickler die Zielkonflikte ausgesprochen gut gelöst. Dicht gefolgt von Michelins Zweitmarke Kleber mit dem Krisalp HP 3 und dem Pirelli Cinturato Winter. Für Continental, oft genug Klassenprimus bei Winterreifen mit dem WinterContact TS860 reicht es diesmal nur für den vierten Platz, allerdings auch nur wegen Schwächen auf Eis - eine Disziplin, wo kein Reifen richtig gut ist. Auf diesem Untergrund helfen im Grunde nur Spikes und die sind im Straßenverkehr verboten. Auf Nässe ist der Conti wieder ganz vorn. Dicht gefolgt mittlerweile von dem Hankook Winter i*cept RS2 W452. Die koreanische Marke zählt dank vieler guter Tests mit guten Leistungen auf trockenem wie nassem Untergrund nachhaltig zum Premiumsegment und setzt sich im ADAC-Test glatt vor den Michelin Alpin A4. Dieser kann immerhin seinen Spitzenplatz in der Paradedisziplin von Michelin verteidigen und erhält die Bestnote im Verschleiß. Goodyear landet mit dem in die Jahre gekommenen UltraGrip 9 noch auf Platz neun. Es hapert bei den Schneeeigenschaften - allerdings steht das Nachfolgemodell UltraGrip 9+ mit verbesserter Leistung schon Gewehr bei Fuß, war aber zum Zeitpunkt des Tests - also im letzten Winter - noch nicht verfügbar.

 

Fazit: Noch Luft nach oben

Große Überraschungen ergeben sich nicht. Allerdings hat der ADAC im Test die Latte hoch gehängt, und zwar zu Recht. So zeigt sich, dass gerade bei den Van- und Transporterreifen noch viel Luft nach oben ist. Zwar sind die Nässeeigenschaften der Winter-Gummis besser als beim Sommer-Pedant, dagegen leiden noch die Eigenschaften im Trockenen. Den Van-Reifen fehle “schlicht die Präzision. Auf Lenkbefehle reagieren sie verzögert ...Sie fahren schwammig”, im Urteil der Tester. Das sieht bei den Kleinwagen-Reifen anders aus. Das Niveau ist generell höher und es fällt auf, das Marken aus dem Mittelfeld den Premiummarken das Leben schwer machen. Das belebt den Wettbewerb.

 



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Themen: Reifen-vor-Ort.de, Winterreifen, Alle Winterreifentests


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