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Reifen-Freigaben beim Motorrad – Infos zur Fabrikatsbindung

Gepostet von Michael Nagel am 02.07.2018 15:08:45

Das deutsche Gesetz sieht vor, dass auf einem Motorrad nur exakt die Motorradreifen benutzt werden dürfen, die in den Papieren ausgewiesen sind. Dennoch gibt es Möglichkeiten, alternative Reifen zu verwenden. Doch welchen Weg muss man dafür gehen? Welche Papiere und Bescheinigungen sind notwendig? Unser Blogartikel hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten, wenn Sie eine Reifenfreigabe für Ihr Motorrad benötigen.

 

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Reifenfreigabe bei Motorrädern: Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es?

Deutschland stellt mit seiner gesetzlichen Reifenfabrikatsbindung laut 97/24/EG (Stand 08/2015) eine Ausnahme dar. In den meisten Fahrzeugpapieren sowie dem Fahrerhandbuch werden bestimmte Motorradreifen ausgewiesen, die als einzige an dem jeweiligen Gefährt montiert werden dürfen. Hierbei handelt es sich zunächst um eine bindende Vorgabe, denn bei Fahrzeugkontrollen wird auch überprüft, ob korrekte montiert sind. Die Reifenfabrikatsbindung soll vor allem garantieren, dass die Bereifung die Fahreigenschaften nicht gefährdet. Deutschland hat in diesem Bereich strenge Regelungen erlassen, da auf den Autobahnen höhere Geschwindigkeiten erlaubt sind als in den meisten anderen Ländern der Welt.

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Motorräder ohne Reifenfabrikatsbindung: Welche Unterschiede müssen beachtet werden?

Sofern für Ihr Motorrad keine Reifenfabrikatsbindung gilt, dürfen Sie alle Motorradreifen, die über die gleiche Größe und die gleichen Spezifikationen verfügen sowie eine ECE-Prüfung besitzen, aufziehen. Für Reifen mit anderen Eigenschaften gibt es unterschiedliche Handhabungen. Einige Reifenhersteller stellen Service-Informationen bereit, über die die Eigenschaften der Reifen ausgewiesen werden. Diese Bescheinigung ist bei den Fahrzeugpapieren mitzuführen, wenn die speziellen Reifen montiert sind. Eine Änderungsabnahme oder ein Eintrag in die Papiere ist in diesen Fällen nicht notwendig.

Wo finde ich die Angaben zu vorgeschriebenen Motorradreifen?

Alter Fahrzeugschein

Im alten Fahrzeugschein, der im September 2005 letztmalig ausgestellt wurde, finden Sie die Angaben zu den korrekten Reifendimensionen in der rechten Spalte unter den Zeilen 22 bis 23 (Größenbezeichnung der Bereifung). Die entsprechende Reifenfabrikatsbindung finden Sie im Feld 33 (Bemerkungen). Sollten hier keine Reifen oder Hersteller aufgelistet sein, dürfen Sie alle Reifen montieren, die der ECE-R 75 (Luftreifen für Krafträder und Mopeds) entsprechen – natürlich müssen Sie weiterhin die korrekte Dimension beachten.

Neuer Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)

Die neuen Fahrzeugpapiere listen die vorgegebenen Dimensionen in der rechten Spalte unter den Punkten 15.1. und 15.2. auf. Existiert eine Fabrikatsbindung wird diese im Feld 22 vermerkt. Finden Sie hier keine Bemerkung, existiert keine Reifenbindung für Ihr Fahrzeug. Der Vermerk "Reifenfabrikatsbindung gem. Betriebserlaubnis beachten" definiert wiederum eine klare Fabrikatsbindung. Diese finden Sie wie angegeben im Fahrerhandbuch oder muss über eine Unbedenklichkeitserklärung beim Hersteller angefordert werden (siehe unten im Artikel). Auch im CoC-Dokument (EG-Übereinstimmungsbescheinigung) können Sie unter Punkt 50. zusätzliche Auflagen für Ihr Fahrzeug finden. Sollten Sie noch kein CoC besitzen, können Sie dieses beim Hersteller oder über den Händler anfordern.

 

 

Reifenfreigabe beim Motorrad und ReifenfabrikatsbindungWie zwingend ist die Reifenfabrikatsbindung beim Motorrad? (Quelle Bild: Gordon Bussiek/stock.adobe.com)

 

Motorräder mit Reifenfabrikatsbindung: eine Unbedenklichkeitserklärung ist Pflicht

Hat der Hersteller des Motorrads eine Reifenfabrikatsbindung festgesetzt, ist es ohne weiteres nicht möglich, eine andere Bereifung für das Motorrad zu wählen. Sowohl für Reifen in gleicher Größe als auch für Modelle mit anderen Größen oder Eigenschaften gilt, dass eine Unbedenklichkeitserklärung unbedingt notwendig ist. Diese muss nicht zwingend mitgeführt werden – es ist jedoch ratsam, da bei einer Polizeikontrolle so schnell die entsprechenden Papiere vorgezeigt werden können. Auch hier ist eine Änderungsabnahme oder eine Eintragung in den Papieren des Fahrzeugs nicht notwendig.

Woher bekommen Sie eine Reifenfreigabe fürs Motorrad beziehungsweise eine Unbedenklichkeitsbescheinigung?

In vielen Fällen wird die Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Erwerb der Reifen mitgeliefert. Ist dies nicht der Fall, bieten die meisten bekannten Reifenhersteller online den Service, eine solche Bescheinigung herunterzuladen. Diese können Sie dann ausdrucken und mitführen. Bei einigen Herstellern erhalten Sie eine Erklärung auch in wetterfester Plastikkartenform. Dies ist besonders praktisch und gewährleistet Haltbarkeit und Lesbarkeit. Mit den korrekten Papieren sowie der richtigen Bereifung ausgestattet, können Sie die nächste Fahrt genießen und brauchen keine Sorge vor einer Kontrolle oder dem nächsten TÜV-Besuch zu haben.

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