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ADAC-Sommerreifentest 2022: Beste Reifen in der Größe 215/60 R16

Gepostet von Peter Schmidt am 28.02.2022 12:51:45

Um es gleich vorweg zu sagen: Der ADAC zieht nach dem aktuellen Test – der erste für Pkw-Reifen in diesem Jahr – von insgesamt 34 Sommerreifen eine “positive Bilanz”: “Das Resultat ist sehr erfreulich”, resümiert Testleiter Dr. Reinhard Kolke. Und zwar durch zwei Kategorien: Im Vergleich mussten sich 18 Modelle für kompakte SUV in der Dimension 215/60 R16 99V sowie 16 Modelle für Kleinwagen in der Dimension 185/65 R15 88H beweisen. Zunächst zu den Reifen für kompakte SUV, die in der Gunst der Käufer und insbesondere der Käuferinnen immer noch ganz oben stehen. Als Testfahrzeug kam ein Skoda Karoq zum Einsatz.

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(18 Reifen für Kompakt-SUV testete der ADAC am Skoda Karoq. Bilanz: positiv. Bild: ampnet)

Auswahl: Erst- und Zweitmarken und ein bisschen Budget

“Der ADAC-Test orientiert sich am Reifenmarkt” lautet die Maxime bei der Auswahl der Testkandidaten. Mit anderen Worten, der Test soll das “reale Kaufverhalten auf dem Markt” widerspiegeln. Auf welcher Analyse das beruht, wird nicht ausgeführt, aber der ADAC sieht die Aufteilung so: “Premiummarken (60 Prozent), günstigere Zweitmarken (30) sowie Budgetmarken (10)”. Anders gesagt, mit allzu vielen der im Markt reichlich vorhandenen “Billigmarken” wollen sich die Tester gar nicht abgeben. Hier sollten die Besten auf den Prüfstand. So kamen folgende Konkurrenten zusammen, die, wie der ADAC oft betont, verdeckt im Markt gekauft wurden. Ein Trio der “üblichen Verdächtigen”, bestehend aus den Premiummarken Continental, Michelin und Bridgestone. Zum Quartett der vier größten Reifenhersteller fehlt hier nur Goodyear, der aber mit der Konzernmarke Dunlop sowie den Zweitmarken Debica und Sava breit vertreten ist. Die Zweitmarken Semperit und Barum gehören zum Conti-Konzern, während Firestone dem Bridgestone-Konzern zugehörig ist. Und natürlich kommt auch Michelin nicht allein, sondern bringt seine Zweitmarke Kleber und seine Budget-Marke Kormoran mit. Mutmaßlicher Vorteil der Zweitmarken: Sie können bei geringerem Preis vom Know-how der Premiummarke profitieren und gelten deshalb gerne als Geheimtipp. Inwieweit das zutrifft, soll der Test beweisen.

Toyo, Kumho, Nokian, Lassa stehen für sich allein und Esa+ Tecar bezeichnet als sogenannte Eigenmarke einen Sonderfall. Sie wird einem Bericht des Fachorgans “Neue Reifenzeitung” zufolge als Auftragsproduktion der schweizerischen Einkaufsorganisation ESA derzeit in einem Werk von Continental hergestellt.

 

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Resultate: Conti und Michelin vorn

Die ADAC-Tester drehen ihre Kreise mittlerweile auf zwei Testgeländen: Für die Fahrversuche im Trockenen zieht der Tross zu Bridgestone nach Italien nahe Rom. Hier stehen Disziplinen wie Bremsen, Handling sowie Versuche zu Fahrverhalten und Fahrsicherheit auf dem Programm, darunter etwa Spurwechsel bei hoher Geschwindigkeit. Für die Versuche auf nassem Untergrund geht es zu Continental auf das Contidrom nahe Jeversen in Niedersachsen. Disziplinen wie Nassbremsen, Aquaplaning, Handling und Kreisfahrt gehen dann zu 40 Prozent – doppelt so stark wie die Trockenversuche – in die Wertung ein. Diese wird noch ergänzt durch Messungen zu Kraftstoffverbrauch (10 Prozent) und Verschleiß (20 Prozent). Dazu spulen die Tester unter anderem mit identischen Fahrzeugen im Konvoi eine Strecke von 15.000 km ab, um am Ende die verbleibende Laufleistung bis zum Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern hochzurechnen. Eine ziemlich aufwendige Methode bei insgesamt 34 Reifenmodellen.

Es ist jedenfalls keine Überraschung, dass die Premiumreifen wieder ganz vorne landen – der Continental PremiumContact 6 und der Michelin Primacy 4 liegen beide mit der gleichen Gesamtnote 2,1 gleichauf mit der Note “gut” an der Spitze und belegen so den ersten Platz doppelt. Es ist aber nicht nur die Spitzenbewertung auf nassem Parcours, die den Conti so weit nach oben bringt, sondern das ausgewogene Gesamtkonzept. Denn nirgendwo, besonders nicht in den Hauptkriterien – dazu zählen bei ADAC die Nässe-, Trocken- und Verschleißeigenschaften – gibt sich der Reifen eine Blöße: “sehr ausgewogen mit Bestnote auf Nässe”, “gut auf trockener Straße”, gute Note im Verschleißtest – das ergibt ein “besonders empfehlenswert”. Die gleiche Bewertung erhält der Michelin, der ein Quäntchen besser ist im Trockenen, aber im Nassen einiges liegen lässt, dafür top ist im Verschleiß. Folgen noch der Bridgestone Turanza T005 sowie der Dunlop Sport BluResponse, die sich in den wichtigen Hauptkriterien keine Schwächen leisten. Und auch der Toyo Proxes Comfort hält mit durchweg guten Leistungen Anschluss an die Spitzengruppe der mit der Gesamtnote “gut” bewerteten Reifen. Das heißt fünfmal das Prädikat “besonders empfehlenswert”.

Das ist schon eine gute Bilanz für die Reifenauswahl. Was ebenso bemerkenswert ist: Es folgt ein Dutzend Reifen, die in der bekannten Schulnotenbewertung der ADAC-Zensoren ein “befriedigend” erhalten und damit als “empfehlenswert” eingestuft werden. Der sechstplatzierte Nokian Tyres Wetproof erhält nebenbei Bestnoten auf Nässe, ist “gut” auf trockener Fahrbahn, aber leistet sich einen erhöhten Spritverbrauch. Der Debica Presto HP2 punktet mit geringem Verschleiß, zeigt aber Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn. Besonders die Nässeeigenschaften, die mit 40 Prozent bei der Bewertung ins Gewicht fallen, werden den Testkandidaten zunehmend zur Last. Da kann der Hankook Ventus Prime 3 K125 noch bei Kraftstoffverbrauch und Verschleiß gut punkten und Platz 8 verteidigen gegen den Kumho Ecowing ES31, der nur ein wenig schlechter ist in diesen Disziplinen. Knapp dahinter folgt die Michelin-Zweitmarke Kleber mit dem Dynaxer HP4 wegen (geringen) Abstrichen bei Nässe. Auch dem Firestone Roadhawk ergeht es so. Immer mehr werden die schwergewichtigen Nässeeigenschaften zum Ordnungskriterium. Nach dem Sava Intensa hp2 folgt die Conti-Marke Barum mit dem Bravuris 5 HM und auch dem Esa+ Tecar Spirit Pro nutzen die guten Noten in Kraftstoffverbrauch und Verschleiß nur wenig, wenn es bei Nässe und im Trockenen weniger gut läuft. So auch beim Lassa Competus, beim Semperit Speed-Life 3 und dem Nankang Eco 2+, für den als Budgetreifen das Prädikat “empfehlenswert” doch ein beachtlicher Erfolg ist – wie im Grunde für das ganze letzte Dutzend. Nur der in Polen produzierte Michelin-Budget-Reifen Kormoran Road Performance hat mit der Note “ausreichend” als Letzter im Bunde das Nachsehen – trotz der Spitzenwerte in Kraftstoffverbrauch und Verschleiß. Hier ist der Gummi wohl doch etwas hart, um im Trockenen und insbesondere im Nassen beim Bremsen und im Handling zu überzeugen.


ADAC-Reifentest in 215/60 R16 99V
Testfahrzeug: Skoda Karoq

Platz Modell Trocken Nass Geräusch Verbrauch Verschleiß Gesamt* 
1. CONTINENTAL PREMIUM CONTACT 6

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1,9 2,1 2,6 1,9 1,9 2,1
2. MICHELIN PRIMACY 4

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1,7 2,5 2,8 1,4 1,4 2,1
3. BRIDGESTONE TURANZA T005

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1,8 2,4 2,9 1,6 1,6 2,2
4. DUNLOP SP SPORT BLURESPONSE

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2,1 2,3 2,8 2,1 2,1 2,4
5. TOYO PROXES COMFORT

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2,5 2,4 2,4 2,6 2,5 2,5
6. NOKIAN TYRES WETPROOF

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2,2 2,1 2,7 2,6 2,6 2,6
7. DEBICA PRESTO HP2

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2,6 2,7 2,9 2,2 2,2 2,7
8. HANKOOK K125 VENTUS PRIME3

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2,5 2,7 2,6 1,8 1,8 2,7
9. KUMO ECOWING ES31

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1,5 2,7 2,8 1,9 1,9 2,7
10. KLEBER DYNAXER HP4

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2,1 2,8 2,9 2,0 2,0 2,8
11. FIRESTONE ROADHAWK

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2,2 2,9 3,0 2,3 2,3 2,9
12. SAVA INTENSA HP2

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2,3 3,0 2,7 2,4 2,4 3,0
13. BARUM BRAVURIUS 5HM

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2,8 3,1 2,8 2,2 2,2 3,1
14. ESA+ TECAR SPIRIT PRO

3,4 3,0 2,7 1,9 1,9 3,4
15. LASSA COMPETUS

3,4 3,2 3,0 2,9 2,9 3,4

(*Gewichtung der Kriterien: Trocken - 20%, Nass - 40%, Geräusch - 10%, Kraftstoffverbrauch - 10%, Verschleiß - 20%)

Fazit: Viele gute Reifen für die kompakten SUV

Der ADAC-Test stellt dem Markt ein gutes Zeugnis aus. Von 18 Reifen sind 17 mindestens empfehlenswert. Zu Beschwerden gibt es also keinen Anlass, obwohl sich die strengen ADAC-Tester immer noch scheuen, auch mal ein “sehr gut” zu verteilen. Ein bisschen Platz nach oben lassen sie also noch. Interessant, dass auch die Zweitmarken – Beispiel Debica, Sava – mit akzeptablen Leistungen aufwarten können. Wer aber Spitzenleistung will, der muss schon zu einem Premiumprodukt greifen. Und das war, wie wir wissen, schon immer etwas teurer.



Aktuelle Winterreifen- und Ganzjahresreifentests 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
ADAC 195/65 R15
ADAC 185/65 R15 | 215/60 R16
Auto Motor Sport 195/55 R16
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 195/55 R16 | Ganzjahresreifen
Autozeitung 205/55 R16 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 215/65 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 235/55 R18 | SUV
AutoBild Allrad 225/45 R19 | SUV
ADAC 225/50 R17
AutoBild 225/50 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Sportscars 225/45 R18 vorne | 245/40 R18 hinten | Mischbereifung
Auto Zeitung 235/55 R18
GTÜ 205/55 R17 | Ganzjahresreifen
SportAuto 255/275/35 R19 | 255/40 R18

Aktuelle Sommerreifentest 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
Auto Motor Sport 195/55 R16H
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 225/45 R18 | 255/40 R18
AutoBild 245/40 R19
ADAC 185/65 R15
ADAC 205/55 R16
ADAC 215/60 R16
Autobild Allrad 215/60 R17 | SUV
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
GTÜ 225/45 R17
GTÜ | ARBÖ | ACE 195/55 R16
ADAC 225/50 R17
Auto Zeitung 225/40 R18
Auto Zeitung 215/55 R17
Gute Fahrt 245/40 R18
AutoBild sportcars 265/35 ZR20
Sportauto 255/275/35 R19 | 255/40 R18
Sportauto 235/35 ZR19 UHP | Supersport


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Themen: Alle Sommerreifentest, Sommerreifen


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