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AutoBild sportscars testet Standard- und Mischbereifung: 225/45 R18 vorn & 255/40 R18 99Y hinten

Gepostet von Peter Schmidt am 14.03.2022 15:59:01

Und noch einen Reifentest hat die AutoBild in petto: Zeitgleich mit dem großen Sommerreifentest erscheint im Schwesterblatt AutoBild sportscars (Ausgabe 4/2022) ein weiterer Profilvergleich, der mehr die sportlich orientierte Leserschaft im Blick hat. Genauer betrachtet sind es sogar zwei Tests in einem: Verglichen werden elf verschiedene Profile der Dimension 225/45 R18 95Y als Standardgröße rundum für einen 3er BMW. Ebenso treten aber auch 4 Profile in Mischbereifung gegeneinander an, in der genannten Dimension 225/45 R18 vorn und 255/40 R18 99Y hinten. Beide Varianten sind wählbar am 3er. Das Interessante an dieser Testkonstellation ist Frage, ob denn die Mischbereifung auch fahrdynamische Vorteile bringt – oder einfach nur besser aussieht. Zum Ergebnis: Viel “Licht und Schatten” finden die Reifentester. Von elf Reifen sind vier “vorbildlich”, aber zwei fallen durch.

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(11 Reifen in der Dimension 225/45 R18 95Y und 4 Profile 225/45 R18 vorn und 255/40 R18 99Y hinten standen bei AutoBild sportscars auf dem Prüfstand. Bild: BMW)

Preiskategorien von Premium bis Budget

Nachdem die Dimension 225/45 R18 an sportlichen Fahrzeugen der Mittelklasse mittlerweile zum Standard wurde, ist auch das Angebot enorm angeschwollen. An einem wachsenden Markt will jeder Hersteller von nah und fern teilhaben. Für den Laien ist es deshalb nicht leicht, bei den vielen bekannten und weniger bekannten, teils phantasievollen Namen mit Zweit- und Drittmarken die Übersicht zu behalten sowie Marken und Hersteller zuzuordnen. Bei der Auswahl für diesen Vergleich scheinen die Tester sich nach dem Prinzip zu richten, nur einen Reifen pro Konzern aufzunehmen. Das schränkt die Auswahl deutlich ein: Hersteller mit einer großen Markenvielfalt, wie etwa Continental, Michelin oder Goodyear, sind diesmal nur mit einem Vertreter dabei. Goodyear als Hauptmarke diesmal nicht, die schicken dafür Fulda in den Test.

Im Spektrum von 660 Euro für den teuersten und 335 Euro für den billigsten Satz sind alle Preiskategorien vertreten, die der Markt bietet. Von den teuersten Premiumreifen mit dem Michelin Pilot Sport 4 über den Continental PremiumContact 6 und den Bridgestone Potenza Sport zu mittelpreisigen Qualitätsreifen wie dem Fulda Sport Control 2 bis zum Budget-Pneu Tomket Sport 3. Bei dieser letzteren bisher noch relativ unbekannten Marke handelt es sich um einen Hersteller aus Tschechien, der in China und Thailand produziert.

Um auch die Mischbereifung vergleichbar zu prüfen, müssen vier Profile doppelt ran. In der Kombination 225/45 und 255/40 R18 durchlaufen der Michelin Pilot Sport 4, der Vredestein Ultrac Vorti, der Falken Azenis FK510 und der Nexen N’Fera Sport das gesamte Testprogramm mit den üblichen Fahrversuchen bei Nässe und Trockenheit einmal mehr. 

Einen Unterschied zum großen Reifentest macht die “sportscars” allerdings: Das Kapitel “Kosten” und die Ermittlung der Laufleistung fallen weg. Der Rollwiderstand bleibt Thema und geht im Kapitel “Trocken” mit 10 Prozent in die Bewertung ein.

 

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Resultat 225/45 R18 rundum – zwei fallen durch

Wie so häufig landen auch hier wieder die üblichen Premiummarken weit vorne und zwar in enger Reihenfolge. So wird der Testsieg schon doppelt vergeben an den Michelin Pilot Sport 4, der gemeinsam mit dem übrigens deutlich günstigeren Vredestein Ultrac Vorti+ die Spitze bildet in diesem Reifenvergleich. Kaum Kritik müssen diese beiden Reifen ertragen, denen mit dem Urteil “vorbildlich” die höchsten Weihen im Test zuteil werden. Das Lob der Tester für den Michelin: “Premium-Sommerreifen mit besten dynamischen Fahreigenschaften auf trockener Strecke, direktes Einlenkverhalten … sicheres Nasshandling, kurze Nass- und Trockenbremswege, kraftstoffsparender Rollwiderstand.” Die Kritik “hohes Preisniveau” muss sich der teuerste Reifen im Test allerdings gefallen lassen. Mit besten Eigenschaften fällt auch der Vredestein auf: “sportliches Sommerprofil auf ausgewogen hohem Leistungsniveau”. Mit anderen Worten, der Reifen überzeugt auf breiter Front auf nassem und trockenem Geläuf. Einziges Manko: “hoher Rollwiderstand”. Zwei weitere ebenfalls “vorbildlich” beurteilte Kandidaten sind dem Siegerduo sehr dicht auf den Fersen. Auch der Falken Azenis FK510 glänzt als “Markenreifen mit gutem Leistungspotenzial, stabilem Fahrverhalten auf nasser Piste” sowie kurzen Bremswegen. Er muss sich aber den 3. Rang mit dem Toyo Proxes A teilen, der ebenso gut performt, aber deutlich günstiger zu haben ist. Neues “Sportprofil mit vorbildlichen Fahreigenschaften, sehr gute Sicherheitsreserven … sportliches Handling auf nasser und trockener Strecke”, lobt das Testprotokoll. Ein “gut” erhält der Bridgestone Potenza Sport, der seine “überzeugenden Fahrqualitäten bei Nässe” ausspielt mit Top-Noten in den Disziplinen Handling, Kreisbahn und Bremsen. Er liegt nur einen Hauch vor dem Hankook Ventus S1 Evo3, laut Testurteil ein “ausgewogener Spitzensportler mit guten Fahreigenschaften”, der auch noch günstig zu haben ist.

Mit etwas Abstand und dem Testurteil “befriedigend” rollt der relativ hochpreisige Continental PremiumContact 6 im Mittelfeld auf Platz sieben. Im Trockenen mit guten Leistungen erreicht er auf Nässe zwar befriedigende, jedoch keine Spitzenwerte, punktet aber in Sachen Rollwiderstand und Komfort. In diesem speziellen Fall stand die Redaktion sicherlich vor einem Problem der Auswahl. In diesem sportlichen Umfeld hätte nämlich der Continental SportContact 6 als Testkandidat besser gepasst. Ob das am jüngsten Produktwechsel des Herstellers zum SportContact 7 gelegen hat, der zum Testzeitpunkt vielleicht noch nicht verfügbar war, wird im Bericht leider nicht erwähnt.

Seis drum, immerhin positioniert sich der Conti noch vor dem sportlich ausgelegten Vertreter des Goodyear-Konzerns Fulda SportControl 2. Der ebenfalls mit “befriedigend” beurteilte Reifen präsentiert sich als “Markenprofil mit sicheren Fahreigenschaften auf nasser und trockener Strecke”, lässt aber sportliche Eigenschaften wie Seitenführung oder direktes Lenkansprechen etwas vermissen. Als günstige Wahl empfiehlt sich der Nexen N’Fera Sport mit dem Urteil “befriedigend”, muss allerdings mehr Kritik einstecken durch “eingeschränkt dynamische Handlingqualitäten auf nasser und trockener Piste”, auch Seitenführung, Einlenkverhalten und Rollwiderstand begeistern die Tester nicht.

Damit verlassen wir aber auch eindeutig – um im Bild zu bleiben – die Bereiche des Lichts und sehen die Schattenprodukte des Reifenmarktes. Dazu zählen die Tester den “nicht empfehlenswerten” GT Radial SportActive 2, dem eine lange Mängelliste anhaftet wie “niedriges Gripniveau”, “mäßige Seitenführung”, “verlängerte Bremswege” und dergleichen mehr. Den Tiefpunkt der Schattenprodukte aber markiert der Tomket Sport 3, dem vor allem auf Nässe so ziemlich alles entgleitet, unter anderem durch “gefährlich lange Bremswege”. Die seien, so die Tester Henning Klipp und Dierk Möller, “ein absolutes No-Go”.

Resultate Mischbereifung

Hier zeigt sich der Reifenmarkt mit den ausgewählten Produkten wieder von seiner besten, von seiner “Licht”-Seite. Testsieger dieser Kategorie ist einmal mehr der Michelin Pilot Sport 4 mit dem Urteil “vorbildlich”, der die Konkurrenz auf die Plätze verweist. Im Grunde ergibt sich hier die gleiche Reihenfolge. Zweiter wird auch hier der Vredestein Ultrac Vorti+ als erneut deutlich günstigere Alternative, immerhin mit “gut”, aber eben eine Note tiefer. Die Kombinationen von Falken Azenis FK510 und Nexen N’Fera Sport kommen mit “befriedigend” aus der Bewertung.

Keine fahrdynamischen Vorteile

Weiteres Ergebnis zur Mischbereifung: Nein, allen Hoffnungen zum Trotz führt die teurere Mischbereifung “nicht automatisch zu fahrdynamischen Verbesserungen”. Das zeigen die Einzelergebnisse der Tests, etwa bei Nässe, deutlich. Da nimmt die Durchschnittsgeschwindigkeit im Nasshandling bei Mischbereifung eher ab. Sogar der Bremsweg nimmt um einige Zentimeter zu und im Kurven-Aquaplaning ist die Querbeschleunigung geringer. Auch bei Trockenheit enttäuscht die Mischbereifung mit den um 3 cm breiteren Hinterrädern. Die haben beim Bremsen “keinen Einfluss auf den Bremsweg”, das Fahrgeräusch ist höher, der Rollwiderstand bleibt gleich. Nur beim Trocken-Handling zeigt sich eine winzig erhöhte Durchschnittsgeschwindigkeit. Aber eigentlich nicht der Rede wert – ein ernüchterndes Ergebnis für die Freunde breiter Schlappen auf der Hinterachse. Bleibt nur die Optik und die ist manch einem viel wert.


AutoBild sportscars Reifentest in 225/45 R18 95Y
Testfahrzeug: 3er BMW

Platz  Modell  Nass  Trocken  Gesamt 
1. MICHELIN PILOT SPORT 4

Zum Angebot >>
2+ 1- vorbildlich
1. VREDESTEIN ULTRAC VORTI+

Zum Angebot >>
1- 2+ vorbildlich
3. FALKEN AZENIS FK510

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2+ 2+ vorbildlich
3. TOYO PROXES SPORT A

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2+ 2+ vorbildlich
5. BRIDGESTONE POTENZA SPORT

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1- 2 gut
5. HANKOOK VENTUS S1 EVO

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2+ 2+ gut
7. CONTINENTAL PREIMIUMCONTACT 6

Zum Angebot >>
2- 2+ befriedigend
8. FULDA SPORTCONTROL 2

Zum Angebot >>
2- 2 befriedigend
9. NEXEN N`FERA SPORT

Zum Angebot >>
2+ 2+ vorbildlich
10. GT RADIAL SPORTACTIVE 2 3- 2- nicht empfehlenswert
11. TOMKET SPORT 3

4- 2- nicht empfehlenswert


AutoBild sportscars Reifentest
Mischbereifung: 225/45 R18 95Y vorn,
255/40 R18 99Y hinten

 

Platz  Modell  Nass  Trocken  Gesamt 
1. MICHELIN PILOT SPORT 4

Zum Angebot >>
2+ 1- vorbildlich
2. VREDESTEIN ULTRAC VORTI+

Zum Angebot >>
2 2+ gut
3. FALKEN AZENIS FK510

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2+ 1- befriedigend
4. NEXEN N`FERA SPORT

Zum Angebot >>
2- 2 befriedigend

 

Fazit

Das Angebot im Reifenmarkt ist groß und unübersichtlich. Da geben Tests dieser Art durchaus Orientierung. An den vielen guten Ergebnissen wird auch deutlich, dass Qualität nicht unbedingt teuer sein muss. Vredestein, Toyo, Fulda – um nur einige zu nennen –  zeigen preiswerte Alternativen auf. Top-Qualität verlangt aber meist auch Top-Preise. Dagegen darf man nicht in die “Billig-billig-Falle” tappen, das ist trotz des hohen Qualitätsniveaus immer noch möglich – aber da helfen Tests. Und Mischbereifung – die kann man sich eigentlich sparen.



Aktuelle Sommerreifentest 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
Auto Motor Sport 195/55 R16H
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 225/45 R18 | 255/40 R18
AutoBild 245/40 R19
ADAC 185/65 R15
ADAC 205/55 R16
ADAC 215/60 R16
Autobild Allrad 215/60 R17 | SUV
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
GTÜ 225/45 R17
GTÜ | ARBÖ | ACE 195/55 R16
ADAC 225/50 R17
Auto Zeitung 225/40 R18
Auto Zeitung 215/55 R17
Gute Fahrt 245/40 R18
AutoBild sportcars 265/35 ZR20
Sportauto 255/275/35 R19 | 255/40 R18
Sportauto 235/35 ZR19 UHP | Supersport

Aktuelle Winterreifen- und Ganzjahresreifentests 2021 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
ADAC 195/65 R15
AutoMotorSport 195/55 R16
AutoBild 205/55 R16
Autozeitung 205/55 R16 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 215/65 R17 | Ganzjahresreifen
ADAC 225/50 R17
AutoBild 225/50 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Sportscars 225/45 R18 vorne | 245/40 R18 hinten | Mischbereifung
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
Auto Zeitung 235/55 R18
SportAuto 255/275/35 R19 | 255/40 R18


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Themen: Alle Sommerreifentest, Sommerreifen


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