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AutoBild allrad Winterreifentest 225/45 R19 - Winterreifen für SUV

Gepostet von Peter Schmidt am 06.10.2022 14:29:01

Sie testen, was die Gummis aushalten, quer durch alle Fahrzeugsegmente: 35 Ganzjahresreifen für Kompaktfahrzeuge, 56 Winterreifen für die Mittelklasse, 9 Winterreifen für schnelle SUV in der AutoBild sportscars und noch einmal 10 Winterreifen für SUV in der AutoBild allrad in der Dimension 225/45 R19 – ein strammes Testprogramm für die Crew um Dierk Möller und Henning Klipp. Und dem letztgenannten Test wollen wir uns hier widmen. Thematisch geht es wieder mal ums Sparen, um die immer wieder gestellte und derzeit besonders aktuelle Frage: Lohnen sich teure Winterreifen oder rollen die billigen auch ganz gut? Zur Beantwortung dieser Frage jagen die Tester zehn Reifenprofile zum Vergleich auf einem BMW X3 um den Parcours. Die Antwort fällt deutlich aus: Oh ja, es lohnt sich, meinen die Tester.

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Premium, Quality und ein Billigreifen

Ein Vergleich von zehn Reifen mag für andere Medien eine Herausforderung darstellen. Für die Redaktion der AutoBild ist das eher eine Unterforderung bei den Reifenbergen, die das Team in anderen Tests bewältigt. Diesmal wurde sparsamer ausgewählt, aber immerhin sind alle Preiskategorien vertreten. Ganz oben auf der Preisskala stehen teure Premiummarken wie Michelin, Continental und Bridgestone. Vermissen kann man hier den Hersteller Goodyear auf breiter Front, der auch mit keiner Konzernmarke vertreten ist. Das breite Mittelfeld besteht aus Vredestein, Hankook, Firestone (Zweitmarke von Bridgestone), Toyo, Falken und Nokian. Aus dem Billigsegment darf die Marke Petlas aus türkischer Produktion (das Werk steht nahe der Stadt Kirsehir in Zentralanatolien) dabei sein.

Der Reifen muss sparen

Zehn Reifen der genannten Dimension müssen sich also in dem klassischen Testprogramm bewähren, das die fahrdynamischen Eigenschaften auf drei Untergründen erprobt: Nässe, Trockenheit und natürlich Schnee und Eis. Da stand bei den vergangenen Tests bei der AutoBild allerdings mehr auf dem Programm: In einem Kostenkapitel wurde die Laufleistung in Kilometern ermittelt, was erklärt, wie lange ein Reifen hält. Dies ins Verhältnis mit den Anschaffungskosten gesetzt, errechnet einen Preis pro 1000 km und erklärt, wie kosteneffektiv der Reifen sich abnutzt. Leider ersparen sich die Tester diesmal diese Rechnung. So wird die Frage, ob sich teure Reifen lohnen, nur vom Sicherheitsaspekt her beantwortet und weniger von der Kosteneffizienz. Das ist schade, weil gerade in der Einleitung von Inflation, Energiekostenspirale und Sparen geredet wird. Aber immerhin wird der Rollwiderstand ermittelt, als Maßstab dafür, wie spritsparend ein Reifen ist.

Michelin wird Testsieger vor Continental

Gegen die Marken der großen Hersteller ist auch diesmal kein Kraut gewachsen. So brilliert der Michelin Pilot Alpin 5 mit quasi unschlagbaren Werten im Schnee. Note 1 in allen vier Einzeldisziplinen: Traktion, Bremsen, Handling und Slalom. "Vorbildlicher Premiumreifen mit besten Schneequalitäten”, lobt der Tester den Probanden. Und weil sich der Michelin auch sonst keine Blöße gibt, heißt es weiter: “hohe Lenkpräzision und dynamische Handlingeigenschaften bei allen Witterungsbedingungen”. Das ergibt Gesamtnote 1,3 und das Urteil “vorbildlich”. Da kommt der Zweite zwar fast, aber eben nicht ganz mit. Der Continental WinterContact TS 870 P ist ebenso “vorbildlich” und rangiert mit der Gesamtnote 1,4 nur knapp hinter dem Testsieger. Aber die Schneeeigenschaften sind eben nicht ganz so gut, hier liegt der entscheidende Unterschied. “Überzeugendes Allroundtalent mit ausgeglichenem Leistungspotenzial”. Beide sind also super Reifen bis auf ein kleines gemeinsames Manko: “Hoher Preis”. Da müssen pro Satz gut 1000 Euro über die Ladentheke rollen.

Für gut 200 Euro weniger ist der Vredestein Wintrac Pro zu haben. Auf dem dritten Platz im Test mit der Gesamtnote 2,3 zwar spürbar hinter dem Conti, aber Bester des folgenden Quartetts, das sich das Urteil “gut” verdient. Dabei liegt der Vredestein in Sachen Fahrdynamik sehr nahe am Conti, gibt nur im Rollwiderstand deutlich und im Geräusch etwas nach: “Ausgewogenes Winterprofil mit stabilen Fahreigenschaften auf nasser und verschneiter Strecke”, steht im Testprotokoll. Eine gute Alternative zum teureren Spitzenduo also, wenn man sich mit dem Malus “Erhöhter Rollwiderstand” abfinden kann. Als Vierter rollt der Bridgestone Blizzak LM005 ins Ziel mit sehr guter Schneeperformance: “Winterprofil mit besten Handlingqualitäten auf verschneiter und nasser Piste”. Nur im Trockenen genehmigt sich der Japaner, der auf Nässe so gut bremst, den längsten Bremsweg. Nur wenig früher kommen der Hankook Winter i*cept evo und der Firestone Winterhawk 4 auf trockener Fahrbahn zum Stehen, was bei beiden zur Abwertung führt. Auf Schnee und Nässe performen sie. “Allroundtalent mit stabilen Fahreigenschaften bei allen Witterungsbedingungen”, beschreibt den Hankook, “Neuer Markenreifen mit ausgeglichenem Leistungspotenzial”, steht beim Firestone im Protokoll. Befriedigende Leistungen bestimmen ab Platz 7 das Geschehen. Mit der Note müssen sich der Toyo Observe S944 und der Falken Eurowinter HS01 abfinden. Das entspricht der Wertung in verschiedenen Einzeldisziplinen. Das bedeutet nicht, dass der Toyo schlecht wäre: “Gute Traktion und kurze Bremswege auf Schnee, sehr gute Sicherheitsreserven bei Aquaplaning”, stellen die Tester fest und attestieren dem Falken “Gute Sicherheitsreserven bei Aquaplaning, kurze Bremswege auf nasser und verschneiter Piste”, nur bei den Winterqualitäten hapert es etwas. Kritischer wird es allerdings beim mit 910 Euro relativ teuren Nokian Snowproof P, der um seine Empfehlung bangen muss, weil er sich im Trockenen gut hält, aber auf Nässe schwächelt. “Mäßige Seitenführung auf Schnee” wird kritisiert. Nur “bedingt empfehlenswert” lautet denn auch das Urteil. Noch schlechter, geradezu katastrophal läuft es für den Petlas Explero Winter W671, der für 470 Euro pro Satz zwar die günstigste Option im Testfeld ist, aber speziell auf Nässe desaströs versagt. Eine glatte 6 beim Nassbremsen – schlechter geht’s nicht. Ein Bremsweg von 63,3 Metern aus 100 km/h, zehn Meter mehr als der zweitschlechteste Bremser Nokian. Ein warnendes Beispiel, wie es nicht sein soll.

AutoBild allrad Winterreifentest in 225/45 R19
Testfahrzeug: BMW X3

Platz Modell Schnee Nass Trocken Gesamt
1. MICHELIN PILOT ALPIN 5

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1 2 2+ Testsieger
2. CONTINENTAL WINTER CONTACT TS 870P

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2+ 2+ 2 vorbildlich
3. VREDESTEIN WINTRAC PRO

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2+ 2+ 2- gut
4. BRIDGESTONE BLIZZAK LM005

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1- 1- 2 gut
5. HANKOOK W330 WINTER I*CEPT EVO3

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2+ 1- 2- gut
6. FIRESTONE WINTERHAWK 4

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2+ 2 2- gut
7. TOYO OBSERVE S944

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2+ 2 2- befriedigend
8. FALKEN EUROWINTER HS01

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3+ 2 3 befriedigend
9. NOKIAN SNOWPROOF P

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2 3 2+ bedingt empfehlenswert
10. PETLAS EXPLERO WINTER W671

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2- 4- 3+ nicht empfehlenswert

Winterreifen in Reifengröße 225/45 R19 getestet von AutoBild allrad September 2022

Fazit: Sparen nicht übertreiben

Qualität hat ihren Preis. Diese Weisheit ist eine Binse. Die beiden teuersten Winterreifen machen in diesem Test das Rennen. Aber dass teuer nicht automatisch auch gut ist, sieht man am Abschneiden des Nokian, der Vorletzter wird. Es gibt aber im Mittelfeld mit den “gut” bewerteten Reifen ausgezeichnete Alternativen, preiswert und gut zu verbinden. Dass man es mit der Sparsamkeit nicht übertreiben sollte, zeigt das Beispiel Petlas. Hier lohnt es sich, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, wie auch das Fazit der Tester lautet.



Aktuelle Winterreifen- und Ganzjahresreifentests 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
ADAC 195/65 R15
ADAC 185/65 R15 | 215/60 R16
Auto Motor Sport 195/55 R16
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 195/55 R16 | Ganzjahresreifen
Autozeitung 205/55 R16 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 215/65 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 235/55 R18 | SUV
AutoBild Allrad 225/45 R19 | SUV
ADAC 225/50 R17
AutoBild 225/50 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Sportscars 225/45 R18 vorne | 245/40 R18 hinten | Mischbereifung
Auto Zeitung 235/55 R18
GTÜ 205/55 R17 | Ganzjahresreifen
SportAuto 255/275/35 R19 | 255/40 R18

Aktuelle Sommerreifentest 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
Auto Motor Sport 195/55 R16H
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 225/45 R18 | 255/40 R18
AutoBild 245/40 R19
ADAC 185/65 R15
ADAC 205/55 R16
ADAC 215/60 R16
Autobild Allrad 215/60 R17 | SUV
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
GTÜ 225/45 R17
GTÜ | ARBÖ | ACE 195/55 R16
ADAC 225/50 R17
Auto Zeitung 225/40 R18
Auto Zeitung 215/55 R17
Gute Fahrt 245/40 R18
AutoBild sportcars 265/35 ZR20
Sportauto 255/275/35 R19 | 255/40 R18
Sportauto 235/35 ZR19 UHP | Supersport


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