Und jetzt bittet auch die sportauto aus dem Stuttgarter Motor Presse Verlag zum Reifentest: Elf sportliche Reifenprofile in der populĂ€ren Dimension 225/40 R18 treten zum Vergleich auf dem Pirelli-TestgelĂ€nde bei Vizzola sĂŒdlich von Mailand an. Da sind die AnsprĂŒche hoch: BewĂ€hren mĂŒssen sich die Kandidaten auf einem 310 PS starken, allradgetriebenen Audi S3. Speed-Index Y (bis 300 km/h) und Load-Index 92 (TragfĂ€higkeit 630 kg) waren Pflicht. Alles kein Thema fĂŒr die Testlinge â keiner war schlechter als âgutâ. ChefprĂŒfer Paul Englert musste sogar die Notenskala nach oben erweitern, auf âherausragendâ, um die Leistung des neuen Continental SportContact 7 angemessen zu beurteilen.

Reifentest bei der sportauto in 225/40 R18 Y mit dem 310 PS starken Audi S3.
Foto: Automedienportal.net.
Auswahl: Premium trifft Quality
Auf âBilligreifenâ aus dem Budget- oder Low-Budget-Segment haben die Tester von vornherein verzichtet: âFinger weg von Billigreifenâ steht schon im Protokoll, denn âwer billig kauft, oft zweimal kauftâ. Und trotzdem ist die Preisspanne der Testreifen beachtlich, etwa zwischen 340 und 720 Euro pro Satz taxieren die EinkĂ€ufer die Preise fĂŒr die Kandidaten. Diese setzen sich wesentlich aus Premium- und QualitĂ€tsmarken zusammen, die die ĂŒblichen Fahrversuche im Nassen (Bremsen, Kreisbahn, Handling und Aquaplaning) sowie im Trockenen (Bremsen, Handling, Spurwechsel, Lenkreaktion, Komfort) absolvieren mĂŒssen. Das Schwergewicht in der Wertung liegt mit 50 Prozent auf der Performance im Trockenen, was den sportlichen AnsprĂŒchen sowie der Auslegung der UHP-Reifen entspricht. Die NĂ€sseperformance schlĂ€gt immerhin mit 40 Prozent zu Buche. Die restlichen 10 Prozent ergĂ€nzen die Umweltwertung, die sich aus Rollwiderstand und GerĂ€usch zusammensetzt.
Ergebnisse der Reifentests: Alles, alles gut
Eines macht Cheftester Paul Englert schon klar, nĂ€mlich dass den Kandidaten nichts geschenkt und das Testfahrzeug stĂ€ndig im Grenzbereich bewegt wird, indem er beschreibt, wie es nicht sein soll: âWĂŒrde dieses Kraftpaket schon beim Anlenken ĂŒber die VorderrĂ€der schieben, durch Lastwechsel ins Schlingern geraten oder beim harten Verzögern den Fahrer zu Lenkkorrekturen zwingen, fĂŒhlen wir uns nicht sicherâ â und darauf kommt es in erster Linie an: Safety First! Und noch etwas soll der sportliche Reifen vermitteln, nicht etwa Scham, einem aktuellen Zeitgeist entsprechend, sondern ein âwenig Freude am Fahrenâ â Töne, die selten werden. Sicherheit und Freude zu vermitteln, das scheint irgendwie allen Reifen zu gelingen, wenn keine Note schlechter ist als âgutâ.
Der Star auf der Piste und Testsieger ist der Continental SportContact 7. FĂŒr ihn hagelt es âobjektiv wie subjektiv Bestnotenâ: âSehr ausgewogenes Handling und kurze Bremswege auf NĂ€sse. Sehr hohes Gripniveau beim Bremsen und bei Kurvenfahrt trocken, sehr stabiles, schnelles Handlingâ, lautet seine Lobeshymne fĂŒr das Gesamturteil âĂŒberragendâ. Aber so ganz in den Himmel geht es doch nicht: âKurvengrip auf NĂ€sse nicht ganz auf Top-Niveauâ. So Ă€hnlich geht es auch dem zweitplatzierten Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6. Lob in den höchsten Tönen: âKĂŒrzeste Bremswegeâ, âsehr sicher-breiter Grenzbereich auf NĂ€sseâ, âTop-Verzögerungâ und âAuf trockener Strecke ist der Goodyear besonders starkâ. Aber nur da, denn der Kurvengrip auf NĂ€sse ist ânicht auf Spitzen-Levelâ. Was solls, trotzdem âsehr gutâ und zwar das beste âsehr gutâ von fĂŒnf, die vergeben wurden. Und obendrein wird der Goodyear noch zum Preis-Leistungs-Sieger und damit eine echte Empfehlung. Der dritte in der Reihe schlĂ€gt mit annĂ€hernd doppelten Kosten zu Buche. DafĂŒr kann der Michelin Pilot Sport 4S als teuerste Variante aber auch mit sehr guten Eigenschaften aufwarten: âGutes Nassbremsen, brillante Aquaplaningsicherheit. Starkes Bremsen, tolle PrĂ€zision und sehr geringe Lastwechselempfindlichkeit auf trockener StraĂeâ, allerdings leichte âDefizite bei NĂ€sseâ.
Ăberraschend weit vorne landete der neue Firestone Firehawk Sport auf Platz vier und schneidet damit besser ab als die Hauptmarke Bridgestone. âGutes Nassbremsen bei recht prĂ€zisem Anlenken, sehr verlĂ€sslicher Nassgriffâ sowie âleicht beherrschbare Fahreigenschaften trockenâ. Knapp dahinter platziert sich der Pirelli P Zero PZ4: âSehr gut beherrsch- und steuerbar mit ausgewogener, tendenziell leicht untersteuernder Balance auf NĂ€sse.â âStark, wennâs trocken ist, SchwĂ€chen beim Nassbremsenâ. Der letzte im Bunde der sehr Guten heiĂt Bridgestone Potenza Sport, der auf Temperatur gebracht werden will, um eine sehr gute Performance zu entfalten, dann ist er âlĂ€ngs und quer sehr griffigâ. âMesserscharfes Nasshandling bei hoher SeitenfĂŒhung. Sicheres, fahraktives Handling auf trockener Strecke.â SchwĂ€chen: Trockenbremsen, Rollwiderstand.
Somit konnten sich sĂ€mtliche Premiummarken (plus Bridgestones Zweitmarke Firestone) im Bereich âsehr gutâ etablieren. Wie schicksalhaft abgesetzt folgt ein Quintett an QualitĂ€tsmarken, die zum Teil nur wenig preisgĂŒnstiger, aber auf hohem Niveau und dem Urteil âgutâ den Premiums folgen. Der Falken Azenis FK 520 zeichnet sich aus unter anderem durch âGutes Nassbremsen, sichere Aquaplaningeigenschaftenâ und Abrollkomfort, muss aber auch schon einige Kritik einstecken, etwa trĂ€ges Einlenken auf nassem Asphalt. Auch beim Kumho Ecsta PS91 ist das âgutâ durch âordentliche Wasserdrainageâ, âgeringe Lastwechselreaktionen auf NĂ€sseâ sowie âgute Verzögerungswerteâ nicht ganz ungetrĂŒbt. âSchwĂ€chen bei Nass- und Trockengripâ, steht im PrĂŒfprotokoll. Der taiwanische Maxxis Victra Sport 5 VS5 zeichnet sich durch âSicheres Bremsen, gutes Griplevel in nassen und trockenen Kurvenâ aus, leidet aber bei âlĂ€ngerer Belastung unter nachlassende(m) Kurvengripâ.
Auch eine Ăberraschung: Der Giti GitiSport S2 aus chinesischer Produktion (Konzernsitz in Singapur) reiht sich in die Gruppe der QualitĂ€tsreifen ein und glĂ€nzt sogar mit NĂ€sseperformance: âObjektiv gute NĂ€sseeigenschaften, beste Aquaplaningsicherheitâ. Nur bei schnellerer Gangart kann er nicht ganz so gut folgen: âDynamisch bewegt fehlen auf NĂ€sse LenkprĂ€zision und -reaktion. Vergleichsweise lange Bremswege und wenig ausgewogenes Handling auf trockener StraĂe.â Schlusslicht im Test, aber trotzdem noch âgutâ wurde der Nexen NâFera Sport, der zugleich das gĂŒnstigste Angebot im Vergleich darstellt. Kurzcharakteristik der Tester: âBremst bei NĂ€sse ordentlich, sonst eher geringes Gripniveau.â Somit beklagen die Tester ein âsehr trĂ€ges Anlenken und stoisches Untersteuern auf NĂ€sseâ.
Sportauto testet Sommerreifen in der Dimension 225/40 R18
| Platz | Modell | Nass | Trocken | Umwelt | Gesamt* | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | CONTINENTAL SportContact 7 Zum Angebot >> |
9,0 | 9,8 | 7,4 | 9,2 | herausragend |
| 2 | GOODYEAR Eagle F1 Asymmetric 6 Zum Angebot >> |
8,7 | 9,4 | 8,0 | 8,9 | sehr gut |
| 3 | MICHELIN Pilot Sport 4S Zum Angebot >> |
7,9 | 9,2 | 7,0 | 8,4 | sehr gut |
| 4 | FIRESTONE Firehawk Sport Zum Angebot >> |
8,1 | 8,5 | 9,4 | 8,4 | sehr gut |
| 5 | PIRELLI P Zero PZ4 Zum Angebot >> |
7,3 | 9,0 | 7,3 | 8,1 | sehr gut |
| 6 | BRIDGESTONE Potenza Sport Zum Angebot >> |
8,4 | 8,2 | 6,6 | 8,1 | sehr gut |
| 7 | FALKEN Azenis FK 520 Zum Angebot >> |
7,4 | 7,9 | 8,0 | 7,7 | gut |
| 8 | KUMHO Ecsta PS91 Zum Angebot >> |
7,4 | 7,8 | 7,9 | 7,6 | gut |
| 9 | MAXXIS Victra Sport 5 Zum Angebot >> |
7,6 | 7,8 | 7,3 | 7,6 | gut |
| 10 | GITI Sport S2 Zum Angebot >> |
7,9 | 7,2 | 7,3 | 7,4 | gut |
| 11 | NEXEN NâFera Sport Zum Angebot >> |
7,1 | 7,3 | 7,9 | 7,3 | gut |
*Gewichtung: Nass: 40% | Trocken: 50% | Umwelt: 10%
Maximal je 10 Punkte
Farbe: Punkte liegen ĂŒber/unter dem Durchschnitt in dieser Disziplin
Fazit: Gut und manchmal auch gĂŒnstig
Alle Reifen liegen in ihrem Leistungsprofil auĂerordentlich dicht zusammen â und das auf hohem Niveau, sodass die Tester nur die besten Noten vergeben. ReifenkĂ€ufer können eigentlich nicht viel falsch machen. Es ist aber nicht unbedingt das KlĂŒgste, einfach nur den Preis entscheiden zu lassen. Es könnte der Fahrstil sein. Paul Englert: âWelcher Reifen am besten zu Ihrem Fahrprofil passt, entscheiden ganz alleine Sie durch Ihre ganz individuelle Gewichtung der einzelnen Testkriterien. Nur beim Thema Sicherheit sollte man niemals Abstriche machen.â


