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AutoBild testet Ganzjahresreifen: 195/55 R16 - Goodyear mit “Grünen” Reifen

Gepostet von Peter Schmidt am 30.09.2022 18:49:00

Ganzjahresreifen sind besser als ihr Ruf. Zu dieser Erkenntnis kommen zahlreiche Tests der letzten Zeit und so wurden die “Alleskönner” auch bei den Autofahrern immer beliebter. Auch die AutoBild stößt in dieses Horn mit ihrem letzten Test in der Dimension 195/55 R16: “Moderne Ganzjahresreifen sind gerade für Klein- und Kompaktwagen eine absolut sichere Alternative”, lautet das Fazit am Ende der Testprozedur, bei der die AutoBild-Tester Dierk Möller und Henning Klipp 15 Reifenmodellen genau auf’s Profil schauten - und zwar so genau wie nie: Als Neuheit unter allen Testinstanzen kreierten die Tester nicht nur traditionell einen Testsieger mit dem Prädikat “vorbildlich” sowie einen “Eco-Meister”, sondern lobten als neues Prädikat den “Grünen Reifen” aus als ein Siegel für Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Das Ergebnis birgt durchaus einige Überraschungen.

autobild-ganzjahresreifentest-2022-testsieger

(Doppelter Erfolg für den Ganzjahresreifen Goodyear Vector 4Season Gen 3.
Der Testsieger erhält auch das Umweltsiegel "Grüner Reifen")

Vorrunde: 15 kamen durch

Schon die Teilnahme am Reifentest ist eine Auszeichnung für das Produkt. Wir kennen den Prozess seit geraumer Zeit von den Sommer- und Winterreifentests bei AutoBild. Die Kandidaten müssen sich in einem Auswahltest erst mal für die Finalrunde qualifizieren. Und keine Testcrew durchforstet den Reifenmarkt dazu so gründlich wie die AutoBild. Nicht weniger als 35 Teilnehmer treten hier in einem Bremstest (trocken und nass aus 100 km/h) gegeneinander an, wobei am Ende dieser Vorrunde 15 Finalteilnehmer übrig bleiben.

Nach dieser Methode trennen die Tester die Spreu vom Weizen. Bei der Fülle der Produkte am Markt eine durchaus sinnvolle, jedoch aufwendige Vorgehensweise. Denn niemand kann alle Reifen testen. Der ADAC etwa siebt auf andere Weise, hier wird der Labelwert C für Nasshaftung als Mindestwert herangezogen, der allerdings auf einem Selbsttest der Hersteller beruht. Die AutoBild testet selber. Wieder andere wählen mehr willkürlich aus.

So fallen also 20 Kandidaten durch den Rost. Wer für den Bremsweg (trocken und nass werden addiert) länger als 99 Meter braucht, gehört in die “zweite Liga”, so die Tester. Dabei sind viele Marken ostasiatischer Herkunft, aber auch der Laufenn G Fit 4S als Hankook Zweitmarke scheitert knapp. Ebenso macht der Kormoran All Season seinem Stammkonzern Michelin keine Ehre. Doch es kommt noch schlimmer: Die letzten neun, alle mit deutlich mehr als 100 Metern Bremsweg, beißen nicht nur die Hunde, sondern vor deren Einsatz wird ausdrücklich gewarnt, davon “lässt man besser die Finger”, heißt es im Bericht.  Und dieses vernichtende Urteil trifft auch den Fulda Multicontrol, eine einst renommierte Marke aus dem Goodyear-Konzern. Die Unterschiede sind im Übrigen durchaus erheblich, zwischen dem Bridgestone WeatherControl A005 Evo als bestem Bremser und dem Schlusslicht Atlas Green 4S liegen über 25 Meter.

Finalrunde: Durch alle Klimazonen

Dennoch überrascht es nicht, dass es die Premiummarken alle in die Finalrunde geschafft haben, denen nun tief ins Profil geschaut wird. 14 klassische Einzeldisziplinen warten auf die Wettbewerber und zwar “quer durch alle Klimazonen”. Und weil das noch nicht genug ist, kommt noch eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit dazu mit den Kriterien Rollwiderstand und Laufleistung, wobei letztere noch in Beziehung zum Anschaffungspreis gesetzt wird, das heißt Preis pro 1000 km Laufleistung

Quer durch alle Klimazonen ist durchaus wörtlich gemeint, denn wer Ganzjahresreifen richtig und zeitsparend unter die Lupe nimmt, kommt mit einem Testgelände nicht aus. Bis auf die Südhälfte des Planeten schaffen es die Reifentester der AutoBild, um in den neuseeländischen Alpen auf dem SHPG (Southern Hemisphere Proving Ground)-Testgelände die Wintertests unter idealen Bedingungen (-6 Grad) zu absolvieren. Naß und trocken prüft man dann in Papenburg im Emsland und auf dem Wachauring in Österreich. Für die Verschleißmessung holten sich die Prüfer die Unterstützung einer darauf spezialisierten Ingenieurgesellschaft.

Die Ergebnisse: Goodyear rollt zum Testsieg

Mit dem Prädikat “vorbildlich” sind die Tester durchaus sparsam, nur 2 von den 15 Probanden erhalten diese Beurteilung. Mit der Gesamtnote 1,3 rollt der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 der Konkurrenz davon, weil er in allen Disziplinen und ganz besonders auf Schnee und im Nassen glänzt: “Testsieger mit überzeugenden Fahreigenschaften bei allen Witterungsbedingungen”, loben die Prüfer, denen auch die “hohe Laufleistung” gefällt. Auf den Testsieg setzen sie sogar noch eins drauf: Der Goodyear erhält das neu geschaffene Umweltsiegel “Grüner Reifen”. Grund: Der Reifen hat “weniger Abrieb, weniger Kraftstoffverbrauch, weniger Ressourcenverbrauch, geringere Lärmbelastung und kürzere Transportwege” als seine Mitbewerber.

Bei letzterem kommt der Vredestein Quatrac nicht ganz mit, dafür bleibt dieser zum indischen Apollo-Konzern gehörende Reifen in den fahrdynamischen Kriterien dem Testsieger dicht auf den Fersen und erringt mit der Gesamtnote 1,4 ebenfalls das Prädikat “vorbildlich”: “Ganzjahresreifen mit ausgewogen gutem Leistungsprofil”, lautet das Urteil.

Dem Spitzenduo mit den sehr guten Ergebnissen folgt eine Gruppe von einem halben Dutzend mit “gut” bewerteten Reifen, angeführt vom Hankook Kinergy 4S mit der Gesamtnote 2,1. Der koreanische Kandidat ist etwas mehr auf Winter ausgelegt, denn hier erzielt er seine besten Resultate - allerdings ohne die anderen Eigenschaften zu vernachlässigen. So lautet das Urteil: “Winterprofi mit überzeugenden Fahreigenschaften auf Schnee sowie kurze Nass- und Trockenbremswege”. Nur mit der Wirtschaftlichkeit hapert es etwas, weil die Laufleistung nur durchschnittlich bewertet wird. Knapp dahinter rangiert mit der Gesamtnote 2,2 der Kleber Quadraxer 3 aus dem Michelin-Konzern. Der präsentiert “gute Fahrleistungen auf verschneiter und trockener Piste” und bringt sogar “beste Sicherheitsreserven bei Aquaplaning”, handelt sich aber beim Nasshandling nur die Note 3 ein. In dieser Disziplin performt der koreanische Kumho Solus 4S zwar besser, muss sich aber dennoch mit der Note 2,4 hinter dem Kleber einreihen. Grund: “Leicht verlängerte Nass-/Trockenbremswege”. Dagegen halten die Tester dem Produkt “stabiles Fahrverhalten, gute Traktion und kurze Bremswege auf Schnee” zugute. Auch der folgende Kandidat Nokian Seasonproof (Gesamtnote 2,5) fühlt sich im Schnee am wohlsten: “Überzeugende Fahreigenschaften auf Eis und Schnee”. Aber: “Verlängerte Bremswege auf nasser und trockener Fahrbahn”. Erst auf Platz sieben landete die Premiummarke Dunlop mit dem Sport All Season mit der Gesamtnote 2,6. Seine besten Ergebnisse erzielt er im Nassen als “Allrounder mit dynamischem Fahrverhalten bei Nässe”, so das Testprotokoll. Im Schnee gab’s weniger Lob: “Untersteuerndes Schneehandling”. Auch der Falken EuroAllSeason AS 210 schwächelt bei Schnee- und Nasshandling durch Untersteuerung, zeigt aber “gute Traktion und kurze Bremswege auf Schnee”, was dem Kandidaten immerhin die Note 2,7 und den achten Platz einbringt.

Damit ist das Ende der mit “gut” bewerteten Reifen erreicht, es folgen fünf “befriedigende” Kandidaten. Und es erstaunt schon, den Michelin CrossClimate 2 als Reifen der Premiumklasse lediglich auf Platz neun mit Note 3,2 vorzufinden. Dem macht die Kostenkalkulation bei dürftiger Laufleistung und hohem Preis (als teuerster im Vergleich) schwer zu schaffen. Da helfen auch “Sehr gute Schneeeigenschaften, kurze Trockenbremswege, präzises Lenkverhalten” nicht aus der Patsche. Die gleiche Note erhält auch der Nexen N’blue 4Season mit “Überzeugende(n) Winterqualitäten” bei “vorbildlicher Laufleistung”, der nur durch “untersteuerndes Fahrverhalten auf nasser und trockener Piste” schwächelt.

Punktgleich mit der Note 3,3 teilen sich der Firestone Multiseason 2 und der Toyo Celsius AS2 Platz 11. Der Firestone erntet in den Kapiteln Schnee und Nässe die Note “gut”, fällt aber in den Disziplinen Trockenbremsen und Komfort etwas ab. Seine Stärken sind Rollwiderstand und Laufleistung. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber gegen den Toyo kein Kraut gewachsen, der in Sachen Rollwiderstand den Langläufer Nexen überflügelt und deshalb zum “Eco-Meister” gekürt wird.

Erstaunlich ist auch die Premiummarke Continental mit dem AllSeasonContact mit der Gesamtnote 3,5 auf dem unglücklichen Platz 13 wiederzufinden. Und das bei dieser Wertung: “Beste Winterqualitäten, stabiles Nasshandling, geringer Rollwiderstand”. Kommt nur auf trockener Straße nicht ganz so gut zurecht: “Untersteuerndes Fahrverhalten und verlängerte Bremswege”. Wo der Conti aber richtig Federn lässt: "Eingeschränkte Laufleistung und Wirtschaftlichkeit”. Die Kosten drücken die Note! AutoBild kommt auf eine Laufleistung von gerade mal 40.997 Kilometern (Nexen leistet 71.951, Eco-Meister Toyo 62.356) Im Verhältnis zum Kaufpreis liegen dann die Kosten pro 1.000 km bei 12,07 Euro (bei Nexen sind es 4,31 €, bei Toyo 5,53 €). Das wiegt auch der mit sehr gut bewertete Rollwiderstand bei AutoBild nicht auf.

Die letzten beiden Kandidaten bringen es nur auf ein “bedingt empfehlenswert”. Das kann einem Maxxis Premitra All Season AP3 schon mal passieren durch “Verzögertes Lenkansprechen, untersteuerndes Fahrverhalten bei allen Witterungsbedingungen”. Aber die Premiummarke Bridgestone mit dem Weather Control A005 Evo ganz am Ende der Tabelle zu finden, überrascht einmal mehr. Schnee ist jedenfalls nicht sein Element: “Nur befriedigende Fahrqualitäten auf Schnee und Eis, verzögertes Lenkansprechen und untersteuerndes Schneehandling”. Der Reifen ist eher auf Nässe und Trockenheit ausgelegt, denn da läuft’s besser.

AutoBild Ganzjahresreifen-Test in 195/55 R16

Platz Modell Schnee Nass Trocken Kosten Gesamt
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Ganzjahresreifen in Reifengröße 195/55 R16 getestet von AutoBild September 2022

Fazit: Test auf hohem Niveau

Auf das Abschneiden der Premiummarken gesehen, so kommt der Eindruck eines Favoritensterbens auf. Michelin, Continental und Bridgestone unter ferner liefen. Doch der Eindruck trügt. Erstens fällt kein Reifen richtig durch und das Niveau ist hoch, weil in der Vorausscheidung die schlechten schon ausgesiebt wurden. Dann ist das Gefälle zwischen gut und schlecht nicht mehr so steil. Eher zeigt sich, und das ist die gute Nachricht, dass das Qualitätsniveau hoch angesiedelt ist: Es gibt ein breites Mittelfeld guter und befriedigender Produkte, die preisliche und wirtschaftliche Alternativen bieten. Die Ganzjahresreifen bewähren sich einmal mehr für den täglichen Einsatz in der Praxis als Sommer- und Winterreifen. Der Markt bietet hier viel. Welche das sind, zeigen die Tests.



Aktuelle Winterreifen- und Ganzjahresreifentests 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
ADAC 195/65 R15
ADAC 185/65 R15 | 215/60 R16
Auto Motor Sport 195/55 R16
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 195/55 R16 | Ganzjahresreifen
Autozeitung 205/55 R16 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 215/65 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 235/55 R18 | SUV
AutoBild Allrad 225/45 R19 | SUV
ADAC 225/50 R17
AutoBild 225/50 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Sportscars 225/45 R18 vorne | 245/40 R18 hinten | Mischbereifung
Auto Zeitung 235/55 R18
GTÜ 205/55 R17 | Ganzjahresreifen
SportAuto 255/275/35 R19 | 255/40 R18

Aktuelle Sommerreifentest 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
Auto Motor Sport 195/55 R16H
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 225/45 R18 | 255/40 R18
AutoBild 245/40 R19
ADAC 185/65 R15
ADAC 205/55 R16
ADAC 215/60 R16
Autobild Allrad 215/60 R17 | SUV
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
GTÜ 225/45 R17
GTÜ | ARBÖ | ACE 195/55 R16
ADAC 225/50 R17
Auto Zeitung 225/40 R18
Auto Zeitung 215/55 R17
Gute Fahrt 245/40 R18
AutoBild sportcars 265/35 ZR20
Sportauto 255/275/35 R19 | 255/40 R18
Sportauto 235/35 ZR19 UHP | Supersport


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Themen: Alle Ganzjahresreifentests, Ganzjahresreifen


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