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AutoBild Winterreifentest 215/55 R17 - Zwei Sieger beim großen Test

Gepostet von Peter Schmidt am 05.10.2022 13:54:02

Nicht kleckern, sondern klotzen – das scheint das Motto beim großen Winterreifentest der AutoBild zu sein, die zweifellos zu den fleißigsten Testmedien in diesem Bereich gehört. Nicht weniger als 56 Kandidaten hat sich das Team um die beiden nimmermüden Testexperten Dierk Möller und Henning Klipp auf dem schwedischen Testgelände Arctic Falls zur Brust genommen. Gesucht wurde der “Winterkönig” in der Dimension 215/55 R17 V – eine Größe gerade richtig für den aktuellen VW Passat als Testfahrzeug und somit passend für Fahrzeuge der unteren Mittelklasse. Gefunden wurden am Ende dieses Mammuttests gleich zwei “Könige” als Testsieger mit dem Prädikat “vorbildlich”: der Michelin Alpin 6 und der Pirelli Cinturato Winter 2. Und die Konkurrenz folgte auf dem Fuße. Es gab unter den 20 Finalisten insgesamt 5-mal das höchste Urteil “vorbildlich” und gleich zehnmal das Urteil “gut”, schlechter als “befriedigend” war keiner. Der deutsche Reifenmarkt kann also nicht schlecht sein.

autobild-winterreifentest-215-55-r-17

Auswahl in drei Stufen

Diesen Reifenmarkt grast niemand so gründlich ab wie die AutoBild. Zwei Vorrunden sind nötig, um aus 56 Kandidaten einen Sieger zu küren. Ausscheidungsdisziplin ist der Bremstest. Auf dem Nassparcours allein scheiden schon mal 26 Kandidaten aus “wegen zu langer Nassbremswege”. Dabei trifft es hauptsächlich wenig bekannte Marken. Nicht viele wissen, dass der Riken Snow eine Marke aus dem Michelin-Konzern ist. Die Hankook-Zweitmarke Laufenn patzt und verfehlt knapp die zweite Phase der Vorrunde. Auf die letzten 30 kommt in der nächsten Stufe eine weitere Prüfung zu. Zusätzlich erfolgt ein Bremstest auf Schnee und Eis, dessen Ergebnis mit dem Bremsweg nass addiert wird. Wieder scheiden zehn Bewerber aus mit der Begründung: “Diese Profile bieten nur mittelmäßige Leistungen.” Da waren’s nur noch 20. Als beste Bremser zeigten sich der Bridgestone Blizzak LM005 sowie der Continental WinterContact TS 870 P, gefolgt vom Michelin Alpin 6. Der Pirelli Cinturato Winter 2 schaffte es nur auf den fünften Platz, denn der Goodyear UltraGrip Performance+ bremste besser. Große Überraschungen blieben also aus, alle Premiummarken versammelten sich unter den Top Twenty für das große Finale. Dabei ging es nicht nur durch 13 klassische Teildisziplinen auf einer verschneiten, nassen und trockenen Piste um die Bewährung in reiner Fahrphysik. In großen Tests wie auch bei dem AutoBild-Winterreifentest spielen auch die Kosten eine erhebliche Rolle, wobei es speziell um die absolute Laufleistung, den Preis pro 1.000 Kilometer Laufleistung (hier fließt der Kaufpreis mit ein) sowie um den Rollwiderstand geht, der den Spritverbrauch bestimmt (abgesehen vom rechten Fuß des Fahrers).

Die Sieger: Michelin und Pirelli

So ergibt sich nach 13 Teildisziplinen und einem Kostenvergleich doch ein etwas anderes Bild als beim reinen Bremsvergleich. Jetzt spielt der Michelin Alpin 6 seine Stärken aus und die liegen in ausgeglichenen Fähigkeiten in jeder Disziplin, eine Art Hansdampf in allen Gassen. Mit ausgewogenen Leistungen meistert der Michelin alle Prüfungen. “Testsieger mit überzeugenden Fahrleistungen bei jeder Witterung”, heißt es im Testbericht. Auch die Laufleistung mit fast 41.000 km als zweitbeste im Test kann sich sehen lassen. Nur der relativ hohe Anschaffungspreis (ca. 710 Euro), der nur vom Continental WinterContact TS 870 P (ca. 725 Euro) übertroffen wird, trübt die Kostenbilanz, rüttelt aber nicht am Testsieg und auch nicht am Urteil “vorbildlich”. Aber auch der Co-Testsieger Pirelli Cinturato Winter 2, ebenso mit Gesamtnote 1,2 und “vorbildlich” bewertet, erfährt Lob auf ganzer Linie: “Überzeugendes Allroundtalent mit sehr guter Kilometerleistung und Wirtschaftlichkeit”. Hier wird allerdings der Komfort bemängelt. Fast gleichauf und mit der Gesamtnote 1,3 bewertet liegt der Goodyear UltraGrip Performance+ zwar auf dem dritten Platz, ist aufgrund eines ausgewogenen Leistungsprofils aber nur knapp am Titel eines dritten Testsiegers vorbeigeschrammt: “Premium-Winterprofil mit Spitzenleistungen auf verschneiter Piste, ausgewogene Fahreigenschaften auf nasser und trockener Piste”. Und auch der Dunlop Winter Sport 5 ist mit Gesamtnote 1,4 für einen Spitzenplatz unter den “vorbildlich”-Reifen gut: “Schneeprofi mit stabilen Fahreigenschaften auf nasser und trockener Piste”. Wieder einer, der fahrdynamisch alles kann, aber auch ein “erhöhtes Preisniveau” mitbringt. In das Quintett der “vorbildlich” beurteilten Profile hat sich zu Recht auch der Cooper Discoverer Winter hineingearbeitet, der durchweg in allen Disziplinen (Schnee, Nässe, Trockenheit, auch bei den Kosten) gleichmäßig gute Werte bringt: “Preisgünstiger Markenreifen mit ausgewogenem Leistungsprofil, überzeugende Schneetauglichkeit, stabiles Trockenhandling, kurze Trockenbremswege”. Die Einbußen an Komfort, die allen fünf bestätigt wird, sind vielleicht der Preis für die stabilen Fahreigenschaften der Spitzengruppe.

Zehn “gute” Winterreifen im Mittelfeld

Es folgt mit zehn Kandidaten eine breite Phalanx von “gut” beurteilten Reifen. Hier findet sich als erster der Bridgestone Blizzak LM005, der schon im Vorfeld durch gute Bremsleistungen aufgefallen war “mit überzeugenden Handlingqualitäten auf nasser und trockener Piste”. Nur ganz knapp dahinter reiht sich der Hankook Winter i*cept RS 3 ein, der sich durch “dynamisches Nass- und Trockenhandling” auszeichnet. Als ein “Top-Markenreifen mit vorzüglichen fahrdynamischen Eigenschaften bei allen Witterungsbedingungen” loben die Tester den Continental WinterContact TS 870 P auf Platz acht, der deutlich weiter vorne landen könnte, wenn sein Manko nicht in der dürftigen Laufleistung von rund 30.000 km, dem hohen Anschaffungspreis und der dadurch schlechten Kostenkalkulation (Preis pro 1.000 km bei 23,70 Euro) liegen würde. Gleichwertig teilen sich der BFGoodrich G-Force Winter 2 und der Semperit Speed-Grip 5 den 9. Rang, die vor allem im Schnee gut zurechtkommen. Als “Schneeprofi mit sehr guten Fahrleistungen auf festgefahrener Schneedecke” loben die Tester den BFGoodrich, der Semperit zeichnet sich durch “kurze Bremswege und präzises Handling auf Eis und Schnee" aus. Auch der Kleber Krisalp HP 3 bringt “überzeugende Qualitäten auf Eis und Schnee”. Nicht ganz so gut funktionieren aber alle drei auf Nässe. Da zählt der Vredestein Wintrac Pro eher als Generalist: “Sicheres Fahrverhalten bei allen Witterungsbedingungen”. Alle Reifen folgen in der Gesamtnote extrem dicht hintereinander mit nur einer Zehntelnote Unterschied. Nächster ist der Falken Eurowinter HS01 mit sehr guten “Sicherheitsreserven bei Aquaplaning” und der Gesamtnote 2,7, gefolgt vom koreanischen Nexen Winguard Sport 2, dem die Tester neben kurzen Bremswegen auf Schnee ein “starkes Nass- und Trockenhandling” attestieren. Als Letzter der “guten” Zehn platziert sich der Maxxis Premitra Snow WP6 durch “ausgewogene Wintereigenschaften”.

Fünf mit “befriedigend”

Auch die letzten fünf sind keine schlechten Reifen, wenn der Firestone Winterhawk 4 auf Platz 16 “überzeugende Schneequalitäten” aufweisen kann und eine “sehr gute Kilometerleistung”. Der nachfolgende Kumho Wintercraft WP52 erhält auf Platz 17 sogar noch die Auszeichnung “Eco Meister”. Aufgrund der höchsten Laufleistung im Teilnehmerfeld (41.713 km) bei günstigem Anschaffungspreis erreicht er die höchste Wirtschaftlichkeit. Fast gleichauf platzieren sich die letzten drei Kandidaten im Testfeld, die zwar alle Qualitäten vorweisen können, so der Nokian WR Snowproof P durch “dynamisches Trockenhandling”, der Fulda Kristall Control HP durch kurze Schneebremswege und der Uniroyal WinterExpert durch “überzeugende Winterqualitäten”. Doch wird mit aufsteigender Platzierung auch die Mängelliste länger. Da lassen die Nässeeigenschaften doch etwas nach und führen zu mehr oder weniger “stark untersteuerndem Fahrverhalten” – so beim Fulda und Uniroyal, die sich Platz 19 teilen.

AutoBild Winterreifentest in 215/55 R17
Testfahrzeug: VW Passat

Platz Modell Schnee Nass Trocken Kosten Gesamt
1. MICHELIN ALPIN 6

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2+ 2+ 2 2+ Testsieger
1. PIRELLI CINTURATO WINTER 2

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2+ 2+ 2 2+- Testsieger
3. GOODYEAR ULTRAGRIP PERFORMANCE+

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1- 2 2 2 vorbildlich
4. DUNLOP WINTER SPORT 5

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5. COOPER DISCOVERER WINTER

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2+ 2- 2 2- vorbildlich
6. BRIDGESTONE BLIZZAK LM005

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2 1-- 2+ 3+ gut
7. HANKOOK WINTER I*CEPT RS3

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2 2+ 2 3+ gut
8. CONTINENTAL WINTERCONTACT TS 870 P

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1- 2+ 2+ 3 gut
9. BF GOODRICH G-FORCE WINTER 2

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1- 2- 2 2- gut
9. SEMPERIT SPEED-GRIP 5

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2+ 2 2- 2 gut
11. KLEBER KRISALP HP3

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1- 2- 2- 2- gut
12. VREDESTEIN WINTRAC PRO

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2+ 2- 2 3+ gut
13. FALKEN EUROWINTER HS01

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2 2- 2- 2 gut
14. NEXEN WINGUARD SPORT 2

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2 2- 2 3+ gut
15. MAXXIS PREMITRA SNOW WP6

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2 2 2- 3 gut
16. FIRESTONE WINTERHAWK 4

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17. KUMHO WINTERCRAFT WP52

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2- 3+ 2 1- befriedigend
18. NOKIAN WR SNOWPROOF P

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2- 3+ 2 2 befriedigend
19. FULDA KRISTALL CONTROL HP 2

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19. UNIROYAL WINTEREXPERT

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1- 3+ 3 2- befriedigend

Winterreifen in Reifengröße 215/55 R17 getestet von AutoBild September 2022

Fazit: Winterkönige gefunden

Der Test verdeutlicht das hohe Niveau und die starke Leistungsdichte zahlreicher Produkte im Markt. Es kann im Finale allerdings auch keine schlechten Reifen mehr geben, weil die durch das Auswahlverfahren bereits herausgefiltert sind. Aber dass trotzdem bei 20 Winterreifen noch eine solch hohe Leistungsdichte vorherrscht, spricht schon sehr für die Qualität im Markt. So haben die Tester ihren “Winterkönig 2022” gefunden. Es gibt aber bei der Fülle des Angebots auch viele “schwarze Schafe”. Diesen nicht auf den Leim zu gehen, dabei sollen Tests dieser Art helfen.



Aktuelle Winterreifen- und Ganzjahresreifentests 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
ADAC 195/65 R15
ADAC 185/65 R15 | 215/60 R16
Auto Motor Sport 195/55 R16
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 195/55 R16 | Ganzjahresreifen
Autozeitung 205/55 R16 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 215/65 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Allrad 235/55 R18 | SUV
AutoBild Allrad 225/45 R19 | SUV
ADAC 225/50 R17
AutoBild 225/50 R17 | Ganzjahresreifen
AutoBild Sportscars 225/45 R18 vorne | 245/40 R18 hinten | Mischbereifung
Auto Zeitung 235/55 R18
GTÜ 205/55 R17 | Ganzjahresreifen
SportAuto 255/275/35 R19 | 255/40 R18

Aktuelle Sommerreifentest 2021/2022 im Überblick:

Testinstitut  Reifengröße
Auto Motor Sport 195/55 R16H
Auto Motor Sport 245/45 R19
AutoBild 205/55 R16
AutoBild 215/55 R17
AutoBild 225/45 R18 | 255/40 R18
AutoBild 245/40 R19
ADAC 185/65 R15
ADAC 205/55 R16
ADAC 215/60 R16
Autobild Allrad 215/60 R17 | SUV
Autobild Allrad 235/55 R18 | SUV
GTÜ 225/45 R17
GTÜ | ARBÖ | ACE 195/55 R16
ADAC 225/50 R17
Auto Zeitung 225/40 R18
Auto Zeitung 215/55 R17
Gute Fahrt 245/40 R18
AutoBild sportcars 265/35 ZR20
Sportauto 255/275/35 R19 | 255/40 R18
Sportauto 235/35 ZR19 UHP | Supersport


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