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auto motor und sport: Winterreifen für die dynamische Mittelklasse

Gepostet von Peter Schmidt am 15.10.2020 17:10:08

auto motor und sport: Bridgestone macht das Rennen

Sie haben sich die neuesten Winterreifen vorgenommen, die es derzeit im Markt zu kaufen gibt in der Dimension 225/50 R17 mit den Speedindizes H und V. Diese Dimension passt auf viele “dynamische” Fahrzeuge der Mittelklasse, den 3er BMW etwa, der in der Variante 320d als Testfahrzeug herhält, oder die C-Klasse von Mercedes, ebenso auf den Audi A4 oder A5 und einige mehr. Im Testbericht wird gleich eine lange Liste an Fahrzeugen angegeben, auf die diese Bereifung passt. Der Bericht im Heft 21/2020 dokumentiert den Test übrigens erstaunlich gut, nicht nur durch die Präsentation der blanken Ergebnisse, die fast jeder Test bringt, sondern auch durch die Infos zur Durchführung der Tests. Nicht ohne Einfluss auf die Ergebnisse ist aber auch das Prüfgelände selbst, vor allem wenn ein Hersteller hier seine Reifen entwickelt, die eventuell im Test verwendet werden. Denn die wären da leicht im Vorteil. Die Tester der ams wählten das private Test-World-Areal in der Nähe der finnischen Stadt Ivalo, nahe dem Polarkreis.


Winterreifen haben Konjunktur. Foto: auto-medienportal.net

 

Zehn in der Reifenprüfung

Nur die neuesten Winterreifen werden zum Vergleich herangezogen. Das macht Sinn, denn die neuesten Reifen sind oftmals auch die besten Reifen und wer den Entwicklungsstand der Reifentechnik zeigen will, sollte genau so vorgehen. Die Auswahl der Kandidaten gleicht einem Streifzug durch den Markt, von den Premiumreifen der gehoben Preisklasse bis zu den günstigsten Modellen aus der Budget-Klasse. Natürlich trat auch Vorjahresneuheit und Testsieger Goodyear Ultragrip Performance + wieder an und es war die Frage, welcher Herausforderer den Champion schlagen könnte. Dazu hatte Michelin gleich zwei Eisen im Feuer: den bewährten Michelin Alpin 6 und die Zweitmarke BF Goodrich G-Force Winter 2. Hinzu gesellte sich der recht neue Bridgestone Blizzak LM 005, der Vredestein Wintrac Pro, der Nokian WR Snowproof, der Toyo Observe S944, der südostasiatische GitiWinter W1, der taiwanische Maxxis Premitra Snow WP 6 sowie der japanische Falken Eurowinter HS01.

Sicherlich kann man bei dieser begrenzten Auswahl einiges vermissen, die aufstrebende koreanische Marke Hankook etwa oder Kumho aus dem mittleren Preissegment. Vor allem aber Winterreifenspezialist Continental, dessen WinterContact TS 860 schon etwas in die Jahre gekommen ist und eigentlich dieses Jahr ersetzt werden sollte. Da blättert der Lack doch schon ein bisschen ab, trotz einiger vergangener Testsiege. Nichts also für die Neuheitenschau bei auto motor und sport.

 

Testkanidaten im Überblick

auto-motor-sport Winterreifentest 2020 in der Dimension 205/55 R16 

Testfahrzeug: BMW 320d

Platz Profil

Schnee*

max. 10

 Nass*

max. 10 

Trocken*

max. 10

Umwelt*

max. 10

Gesamtwertung und Angebote 
icon_testsieger.svg

BRIDGESTONE

BLIZZAK LM 005

9,2 9,5 8,5 9,4

9,1

sehr gut

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2. Platz 

BF-GOODRICH

G-FORCE WINTER 2

9,9 7,0 7,3 9,3

8,1
sehr gut

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3. Platz 

VREDSTEIN

WINTRAC PRO

7,9 8,3 8,6 6,3

8,0

sehr gut

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4. Platz  

MICHELIN ALPIN 6

6,9 8,2 8,7 9,0

8,0

sehr gut

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5. Platz  

GOODYEAR 

ULTRAGRIP PERFORMANCE +

8,4 7,6 7,8 8,0

7,9

gut

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6. Platz  

NOKIAN

WR SNOWPROOF

6,3 6,4 8,1 9,1

7,1

gut

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7.Platz

TOYO

OBSERVE S 944

6,9 6,1 7,8 7,0

6,9

befriedigend

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8.Platz

GITI

GITIWINTER W1

6,2 7,1 7,7 6,3

6,9

befriedigend

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9.Platz

MAXXIS

PREMITRA SNOW WP 6

6,2 7,2 7,1 6,9

6,8

befriedigend

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 10.Platz

FALKEN

EUROWINTER HS01

6,7 7,1 6,9 5,9

6,8

befriedigend

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Gesamtwertung ( Schnee: 30%, nass: 30%, trocken: 30%, Umwelt: 10%)

Wertung: 10,0 - 8,0 = sehr gut; 7,9 - 7,0 = gut; 6,9 - 6,0 = befriedigend; 5,9 - 5,0 = ausreichend; 

Fahrversuche und Ergebnisse

Grundsätzlich gleichen sich die Programme sämtlicher Zeitschriften. Aus drei Teilbereichen kommen die Ergebnisse: Fahrversuche bei Nässe, im Schnee und auf trockenem Asphalt. Mittlerweile gehören auch ökonomische und ökologische Disziplinen zum Programm: Der Rollwiderstand beeinflusst den Benzinverbrauch, das Abrollgeräusch ist ein Umweltkriterium. Zentral wichtig und sicherheitstechnisch entscheidend sind Bremsen und Handling auf allen drei Untergründen. Diese Ergebnisse wiegen am schwersten. Und hier gehen die Tester auf abgesperrtem Gelände in den Grenzbereich, um das letzte an Performance aus den Probanden herauszukitzeln. Stets aber ist Genauigkeit gefragt, um wirklich vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. So werde beim Brems- und Traktionstest jedes Stück Versuchsstrecke “pro Messung nur einmal benutzt” und der Handlingkurs nach jedem Reifensatz “neu abgezogen”. Das hat seinen guten Grund: Denn die “Leistungen moderner Marken-Winterreifen sind beeindruckend hoch, die Unterschiede … oft erschreckend gering”. Das nimmt ein allgemeines Ergebnis schon vorweg: Die Qualität der Winterreifen liegt allgemein auf hohem Niveau.

 

 

Testfahrzeug BMW 320d

 

Resultate im Einzelnen

Schnee, Nässe oder Trockenheit – da mag jeder seine Schwerpunkte selbst setzen. Auch hier hilft der Test, den Besten zu finden. Testsieger am Ende der Versuche ist “der beste Allrounder, der hier das Rennen machen muss”, beschreibt ams-Tester Thiemo Fleck das Ziel. Und das ist am Ende der Bridgestone Blizzak LM 005 – nicht zum ersten Mal bei den diesjährigen Reifentests übrigens. Wieder einmal Bestnoten beim Bremsen auf Schnee und auf Nässe. Obendrein den zweitniedrigsten Rollwiderstand, also spritsparend. Dass direkt dahinter auf Platz zwei der BF Goodrich g-Force Winter 2 landet, ist seit dem GTÜ-Test auch nicht mehr neu. Die Zweitmarke von Michelin überragte auf Schnee, ließ aber auf nassem und trockenem Terrain noch Wünsche offen. Dahinter platzieren sich der Vredestein Wintrac Pro und dann erst das hochpreisige Premiummodell von Michelin, der Alpin 6, der dafür bessere Ergebnisse in den gefragten Disziplinen der Nässe- und Trockeneigenschaften auf den Asphalt bringt. Der drittplatzierte Vredestein zeigt sich sehr ausgewogen, aber weniger energieeffizient. Auf dem fünften Platz, “nur” mit der Note “gut” landet Vorjahressieger Goodyear Ultragrip Performance +, der, verglichen zum Vorjahr, vier Kandidaten an sich vorbeiziehen lassen musste. Wegen schwächerem Nässegrip verliert er wichtige Punkte. Die gleiche Note erhält der Nokian WR Snowproof, der als finnisches Produkt ausgerechnet auf Schnee und Nässe schwächelt, was eventuell dem niedrigen Rollwiderstand geschuldet ist, wo dieser Reifen die Spitze markiert.

Die letzten vier erhalten immerhin noch die Note “befriedigend”. Bemerkenswert, dass diese V-markiert sind und deshalb einen stabileren Unterbau aufweisen müssen, der die Leistung zugunsten der Geschwindigkeit mindern kann. Bei allen wird die schwache Bremsleistung im Nassen und geringere Traktion im Schnee beklagt, teilweise, bei Toyo und Falken, auch der geringe Komfort.

 

Fazit: hohes Leistungsniveau

Trotz aller Kritik ist das Testergebnis erfreulich. Keiner der Probanden leistet sich gravierende Mängel. Und die Unterschiede sind gering. Testsieger Bridgestone hält die Konkurrenz zwar auf Distanz, die untere Hälfte der Tabelle bleibt sich in der Gesamtwertung sehr dicht auf den Fersen. Der Mehrpreis des Testsiegers sei das Plus an Sicherheit “allemal wert” meinen die Tester. Kühle Rechner könnten da anderer Meinung sein.



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Themen: Winterreifen, Alle Winterreifentests


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