Seit Mai 2021 gilt in der EU ein einheitliches Reifenlabel, das dich beim Reifenkauf auf einen Blick über Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung, Geräuschentwicklung sowie Winter- und Eisgriffigkeit informiert. Die Buchstaben und Symbole wirken auf den ersten Blick technisch, lassen sich aber mit wenig Aufwand in eine klare Kaufentscheidung übersetzen. Wer weiß, wie die Klassen A bis E zusammenhängen, erkennt binnen Sekunden, welcher Reifen zum eigenen Fahrprofil passt.

Was das EU-Reifenlabel bedeutet und wozu die Reifenkennzeichnung dient
Kraftstoffeffizienz, Sicherheit und Lärmschutz lassen sich schwer vergleichen, wenn jeder Hersteller eigene Angaben macht. Genau das war die Ausgangslage vor 2021: Reifendaten waren zwar vorhanden, aber nicht einheitlich dargestellt. Das EU-Reifenlabel schafft hier einen festen Rahmen, an dem sich jeder Reifen messen lassen muss.
EU-Reifenlabel einfach erklärt: Aufbau und Symbole
Das Label besteht aus mehreren Feldern, die jeweils eine bestimmte Eigenschaft des Reifens darstellen: Kraftstoffeffizienzklasse, Nasshaftungsklasse und Geräuschklasse gehören zu jedem Reifen. Je nach Reifentyp kommen Symbole für Schnee- oder Eisgriffigkeit hinzu. Weil die Darstellung bei allen Herstellern identisch ist, lassen sich unterschiedliche Reifenmodelle direkt nebeneinander bewerten.
Reifenkennzeichnung: welche Rolle sie für Sicherheit und Verbrauch spielt
Die Reifenkennzeichnung ist kein reines Verwaltungsdetail, sondern wirkt sich direkt auf drei Dinge aus, die dich als Fahrer betreffen: den Bremsweg bei Nässe, den Kraftstoffverbrauch und die Lautstärke im Innenraum. Eine gute Nasshaftung verkürzt den Bremsweg, eine hohe Kraftstoffeffizienz senkt den Verbrauch, und eine niedrige Geräuschklasse bedeutet weniger Lärmbelastung für dich und dein Umfeld.
Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung im Reifenlabel richtig einordnen
Von den drei Pflichtangaben auf dem Label werden zwei besonders oft falsch eingeschätzt: die Kraftstoffeffizienzklasse und die Nasshaftungsklasse. Beide sind auf einer Skala von A bis E eingeteilt, messen aber völlig unterschiedliche Eigenschaften des Reifens.
Kraftstoffeffizienzklasse bei Reifen: das bedeuten die Stufen A bis E
Die Kraftstoffeffizienzklasse bewertet den Rollwiderstand des Reifens. Reifen der Klasse A rollen mit dem geringsten Widerstand und benötigen dadurch weniger Antriebsenergie. Je weiter die Einstufung Richtung E geht, desto mehr Energie muss aufgewendet werden, um den Reifen in Bewegung zu halten. Über die gesamte Nutzungsdauer sparen Reifen der Klasse A gegenüber Klasse E mehrere Liter Kraftstoff, besonders bei hoher jährlicher Fahrleistung macht sich das bemerkbar.
Nasshaftungsklasse: warum sie über den Bremsweg entscheidet
Die Nasshaftungsklasse zeigt, wie gut ein Reifen auf nasser Fahrbahn Grip aufbaut, ebenfalls gestuft von A (beste Haftung) bis E (geringste Haftung). Der Unterschied ist keine Kleinigkeit: Zwischen einem Reifen der Klasse A und einem der Klasse E kann der Bremsweg bei Nässe mehrere Meter betragen. Wer viel bei Regen fährt, sollte dieser Angabe mindestens so viel Gewicht geben wie dem Preis.
Praxistipp: EPREL-Datenbank nutzen
Scanne den QR-Code auf dem Reifenlabel im Geschäft mit deinem Smartphone. Er führt dich direkt zum Produktdatenblatt in der EPREL-Datenbank, wo du Kraftstoffeffizienz- und Nasshaftungsklasse jedes gelisteten Reifens nachträglich prüfen kannst, auch wenn das Label selbst nicht mehr am Reifen hängt.
Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung sind damit die beiden Werte, die den größten Unterschied bei Verbrauch und Sicherheit machen. Wie diese Werte in den Gesamtaufbau des Labels eingebettet sind und welche weiteren Felder du beim Reifenkauf noch findest, zeigt der folgende Abschnitt.
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Der Aufbau des EU-Reifenlabels im Detail
Neben Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräuschklasse enthält das Label weitere Felder, die beim ersten Blick oft übersehen werden. Sie liefern dir zusätzliche Informationen zur Identifikation und Herkunft des Reifens.
Diese Angaben enthält das Reifenlabel
- QR-Code: führt dich direkt zu den hinterlegten Daten in der EU-Produktdatenbank (EPREL).
- Handelsname / Marke des Lieferanten: zeigt dir den Hersteller oder die Marke des Reifens.
- Reifentypkennung / Artikelnummer: eindeutige Kennung des Reifens für Identifikation und Vergleich.
- Reifengröße, Last- und Geschwindigkeitsindex, Reifenklasse: technische Basisdaten des Reifens. Was der Geschwindigkeitsindex konkret über die Belastbarkeit deines Reifens aussagt, erklärt der Artikel zum Geschwindigkeitsindex bei Reifen.
- Kraftstoffeffizienzklasse: bewertet den Rollwiderstand von A (sehr effizient) bis E (weniger effizient).
- Nasshaftungsklasse: zeigt, wie gut der Reifen auf nasser Fahrbahn haftet, von A (beste Haftung) bis E (geringste Haftung).
- Geräuschklasse: gibt das externe Rollgeräusch in Dezibel und als Klasse A, B oder C an.
- Schneegriffigkeit: 3PMSF-Symbol für geprüfte Haftung auf Schnee.
- Eisgriffigkeit: ISO-Symbol für geprüfte Haftung auf Eis (nur bei C1-Reifen).
Produktdatenblatt (PIS) und die EPREL-Datenbank für Reifen
Zu jedem Reifen gibt es ein Produktdatenblatt, das automatisch aus den Angaben in der European Product Registry for Energy Labelling (EPREL) generiert wird. Es enthält alle Informationen des EU-Reifenlabels in tabellarischer Form sowie zusätzliche Angaben wie Produktionsstart- und Produktionsenddatum, sofern der Hersteller diese ergänzt hat. Über den QR-Code auf dem Label gelangst du direkt zur EPREL-Datenbank und kannst die hinterlegten Informationen bei Bedarf herunterladen.
Zusätzliche Kennzeichen für Winterreifen im EU-Reifenlabel
Bei Winterreifen ergänzt das EU-Reifenlabel die Standardangaben um zwei weitere Symbole. Sie helfen dir zu erkennen, ob ein Reifen für winterliche Bedingungen tatsächlich geeignet ist, und welchen Grip er konkret bietet.
Schneegriffigkeit mit 3PMSF-Symbol erkennen
Das Schneeflockensymbol mit den drei Bergspitzen (3PMSF) zeigt dir, dass der Reifen eine geprüfte Schneehaftung nach EU-Typgenehmigung besitzt. Nur Reifen, die einen definierten Test auf schneebedeckter Fahrbahn bestehen, dürfen dieses Symbol tragen. Wenn du dich beim nächsten Reifenkauf ohnehin mit den Kriterien für Winterreifen beschäftigst, ist das 3PMSF-Symbol der schnellste Check vor Ort.
Eisgriffigkeit bei Pkw-Reifen: das ISO-Symbol im Überblick
Für Pkw-Reifen der Reifenklasse C1 gibt es zusätzlich ein ISO-Symbol für Eisgriffigkeit. Es wird an Reifen vergeben, die speziell für den Einsatz auf vereisten Fahrbahnen getestet wurden. Besonders in Regionen mit strengen Wintern und häufiger Glätte ist dieses Symbol ein verlässlicher Hinweis auf verbesserte Haftung auf Eis.
Reifenklassen C1, C2 und C3 sowie Rollwiderstand im EU-Reifenlabel
Der Rollwiderstand hängt nicht nur von der Kraftstoffeffizienzklasse ab, sondern auch davon, für welches Fahrzeug ein Reifen überhaupt zugelassen ist. Die Reifenklasse bestimmt, welche Anforderungen an Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschentwicklung überhaupt gelten.
Rollwiderstand und Kraftstoffeffizienzklasse: der Zusammenhang
Ein niedriger Rollwiderstand bedeutet, dass sich der Reifen leichter dreht und weniger Energie benötigt. Das wirkt sich nicht nur auf den Verbrauch aus, sondern auch auf die CO₂-Emissionen deines Fahrzeugs. Die Kraftstoffeffizienzklasse auf dem Label ist damit die direkte Übersetzung des Rollwiderstands in eine für dich verständliche Kennzahl.
Reifenklasse C1, C2 oder C3: was für dein Fahrzeug gilt
Reifen der Klasse C1 sind für Pkw vorgesehen, C2-Reifen für leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter und C3-Reifen für Lkw und Busse. Die Anforderungen an Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschentwicklung unterscheiden sich je nach Klasse, weil Gewicht und Einsatzbedingungen stark variieren. Beim Vergleich von Reifen solltest du deshalb immer wissen, in welche Klasse dein Fahrzeug fällt, um die Angaben auf dem EU-Reifenlabel richtig einzuordnen.
EU-Reifenlabel beim Reifenkauf richtig nutzen
Das EU-Reifenlabel ist nicht nur eine gesetzliche Pflichtangabe, sondern ein Werkzeug, mit dem du in wenigen Minuten den passenden Reifen findest. Entscheidend ist, in welcher Reihenfolge du die Angaben liest.
Reifenvergleich anhand des Labels: so gehst du vor
- Vergleiche mehrere Reifenmodelle anhand der drei Hauptkriterien: Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräuschklasse.
- Entscheide, welche Eigenschaft für dich Priorität hat, etwa Nasshaftung bei häufiger Regenfahrt oder eine niedrige Geräuschklasse für mehr Fahrkomfort.
- Nutze den QR-Code auf dem Label, um in der EPREL-Datenbank zusätzliche technische Informationen abzurufen.
Kraftstoffeffizienzklasse beim Kauf: lohnt sich die bessere Stufe?
Die Kraftstoffeffizienzklasse beeinflusst Verbrauch und Umweltbilanz deines Fahrzeugs direkt. Reifen der Klasse A sparen über die Lebensdauer mehrere Liter Kraftstoff im Vergleich zu Reifen der Klasse E. Wer eine hohe jährliche Fahrleistung hat, für den lohnt sich die bessere Effizienzklasse in der Regel, selbst wenn der Kaufpreis etwas höher liegt. Eine strukturierte Vorgehensweise beim Reifenkauf hilft dabei, Effizienzklasse, Preis und Fahrprofil gegeneinander abzuwägen, statt sich allein am Preis zu orientieren.
Pflicht zur Reifenkennzeichnung: Ausnahmen und rechtliche Vorgaben
Das EU-Reifenlabel ist für nahezu alle neuen Reifen verpflichtend und sorgt dafür, dass du die wichtigsten Leistungsdaten direkt beim Kauf einsehen kannst. Es gibt jedoch bestimmte Ausnahmen, bei denen das Label nicht vorgeschrieben ist.
Wann das Reifenlabel Pflicht ist
Die Kennzeichnungspflicht gilt für alle neuen Pkw-, Transporter- und Lkw-Reifen der Klassen C1, C2 und C3, die in der EU verkauft werden. Das Label muss sichtbar am Reifen, auf der Verkaufsverpackung oder in den Online-Produktinformationen angezeigt werden.
Von dieser Kennzeichnungspflicht unabhängig ist die Typgenehmigung eines Reifens nach der UN-Regelung Nr. 117: Ab Juli 2026 gilt für neue Pkw-Reifen ein strengerer Mindestwert bei der Nasshaftung, erkennbar am Kürzel W2 auf der Reifenflanke. Was das für deinen Kauf bedeutet und wie sich dieses Kürzel zur Nasshaftungsklasse auf dem EU-Reifenlabel verhält, erklärt der Ratgeber zur Reifen-Nasshaftung nach ECE-R117.
Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht
- Runderneuerte Reifen
- Offroad-Reifen für den gewerblichen Einsatz
- Temporäre Ersatzreifen
- Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h
- Oldtimerreifen und speziell angefertigte Einzelstücke
Reifenlabel richtig einschätzen: der nächste Schritt zum passenden Reifen
Wenn du beim nächsten Reifenkauf die drei Hauptkriterien Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräuschklasse in dieser Reihenfolge prüfst und bei Bedarf das Schnee- oder Eisgriffigkeitssymbol dazunimmst, hast du die Kaufentscheidung in wenigen Minuten strukturiert getroffen. Die passenden Modelle findest du direkt bei den Werkstätten in deiner Nähe.
Das EU-Reifenlabel zeigt Kraftstoffeffizienzklasse, Nasshaftungsklasse und Geräuschklasse eines Reifens, jeweils von A bis E beziehungsweise A bis C. Bei Winterreifen kommen zusätzlich Symbole für Schnee- und Eisgriffigkeit hinzu. Über den QR-Code auf dem Label gelangst du außerdem zu den vollständigen Daten in der EPREL-Datenbank.
Die Kraftstoffeffizienzklasse bewertet den Rollwiderstand des Reifens auf einer Skala von A (sehr effizient) bis E (weniger effizient). Je näher die Einstufung an A liegt, desto weniger Energie benötigt der Reifen, um sich zu drehen, was sich direkt im Kraftstoffverbrauch niederschlägt.
Die Nasshaftungsklasse gibt an, wie gut ein Reifen auf nasser Fahrbahn Grip aufbaut, gestuft von A (beste Haftung) bis E (geringste Haftung). Zwischen den Klassen A und E kann der Bremsweg bei Nässe mehrere Meter betragen, weshalb diese Angabe direkten Einfluss auf die Sicherheit hat.
Am 3PMSF-Symbol mit den drei Bergspitzen. Es wird nur an Reifen vergeben, die einen definierten Test auf schneebedeckter Fahrbahn nach EU-Typgenehmigung bestanden haben. Für Pkw-Reifen der Klasse C1 gibt es zusätzlich ein ISO-Symbol für geprüfte Eisgriffigkeit.
Ausgenommen sind runderneuerte Reifen, Offroad-Reifen für den gewerblichen Einsatz, temporäre Ersatzreifen, Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h sowie Oldtimerreifen und speziell angefertigte Einzelstücke.
Häufig gestellte Fragen zum EU-Reifenlabel
Das EU-Reifenlabel zeigt Kraftstoffeffizienzklasse, Nasshaftungsklasse und Geräuschklasse eines Reifens, jeweils von A bis E beziehungsweise A bis C. Bei Winterreifen kommen zusätzlich Symbole für Schnee- und Eisgriffigkeit hinzu. Über den QR-Code auf dem Label gelangst du außerdem zu den vollständigen Daten in der EPREL-Datenbank.
Die Kraftstoffeffizienzklasse bewertet den Rollwiderstand des Reifens auf einer Skala von A (sehr effizient) bis E (weniger effizient). Je näher die Einstufung an A liegt, desto weniger Energie benötigt der Reifen, um sich zu drehen, was sich direkt im Kraftstoffverbrauch niederschlägt.
Die Nasshaftungsklasse gibt an, wie gut ein Reifen auf nasser Fahrbahn Grip aufbaut, gestuft von A (beste Haftung) bis E (geringste Haftung). Zwischen den Klassen A und E kann der Bremsweg bei Nässe mehrere Meter betragen, weshalb diese Angabe direkten Einfluss auf die Sicherheit hat.
Am 3PMSF-Symbol mit den drei Bergspitzen. Es wird nur an Reifen vergeben, die einen definierten Test auf schneebedeckter Fahrbahn nach EU-Typgenehmigung bestanden haben. Für Pkw-Reifen der Klasse C1 gibt es zusätzlich ein ISO-Symbol für geprüfte Eisgriffigkeit.
Ausgenommen sind runderneuerte Reifen, Offroad-Reifen für den gewerblichen Einsatz, temporäre Ersatzreifen, Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h sowie Oldtimerreifen und speziell angefertigte Einzelstücke.


