Auf trockener Straße reicht eine Vollbremsung mit blockierten Rädern für bis zu 20 % längeren Bremsweg als mit funktionierendem ABS. Blockiert zuerst das Hinterrad oder das Vorderrad, entscheidet außerdem, ob dein Auto nur geradeaus rutscht oder ausbricht.
Wie groß die Blockierneigung der Räder tatsächlich ist, hängt von der Bremskraftverteilung zwischen den Achsen, vom Fahrzeugtyp und vom Zustand deiner Reifen ab. Dieser Ratgeber zeigt dir, warum Räder blockieren, wo sich Vorder- und Hinterachse unterscheiden und wie du mit ABS, richtiger Bremstechnik und gepflegten Reifen die Kontrolle behältst.

Was passiert, wenn Räder blockieren?
Wenn beim Bremsen die Räder blockieren, verliert dein Fahrzeug sofort an Kontrolle. Statt zu rollen, rutschen die Reifen über die Straße, und die Lenkung reagiert kaum noch. Du kannst Hindernissen nicht mehr ausweichen, und der Bremsweg verlängert sich deutlich.
Warum blockieren Reifen überhaupt beim Bremsen?
Beim Bremsen wirken zwei entgegengesetzte Kräfte auf den Reifen: die Bremskraft, die das Rad verlangsamt, und die Reibungskraft zwischen Reifen und Fahrbahn, die es weiterrollen lässt. Sobald die Bremskraft größer wird als die Reibungskraft, verlieren die Reifen ihre Haftung. Dieser Punkt heißt Blockiergrenze. Der Kontakt zwischen Gummi und Straße wechselt von Haftreibung zu Gleitreibung, und das Rad blockiert.
| Kraft | Beschreibung | Folge bei Ungleichgewicht |
|---|---|---|
| Bremskraft | Entsteht durch den Druck auf die Bremsscheiben | Zu stark: Rad blockiert |
| Reibungskraft | Entsteht zwischen Reifen und Fahrbahn | Zu schwach: kein Grip |
| Haftreibung | „Gute" Reibung, der Reifen rollt kontrolliert | Stabiler Bremsvorgang |
| Gleitreibung | „Schlechte" Reibung, der Reifen rutscht | Lenkung und Kontrolle gehen verloren |
Welche Folgen hat das Blockieren der Räder für die Fahrzeugkontrolle?
Blockierende Räder führen zu einem typischen Kontrollverlust. Das Fahrzeug folgt nicht mehr der Lenkbewegung, sondern rutscht in die ursprüngliche Bewegungsrichtung weiter.
- Verlangsamte Reaktion der Lenkung
- Längerer Bremsweg, vor allem auf nasser oder glatter Fahrbahn
- Erhöhte Schleudergefahr, besonders in Kurven
- Deutlich reduzierte Bremswirkung trotz hoher Bremskraft
Beispiel: Bei einer Vollbremsung auf trockener Straße kann ein Fahrzeug mit blockierten Rädern bis zu 20 % längeren Bremsweg haben als ein Fahrzeug mit aktivem ABS.
Tipp: So erkennst du blockierende Räder rechtzeitig
Wenn du beim Bremsen ein lautes Quietschen hörst oder das Lenkrad "stumm" wird, blockieren die Räder wahrscheinlich bereits.
- Löse die Bremse kurz, um die Reifen wieder in Rotation zu bringen.
- Halte das Lenkrad gerade, um Schleudern zu vermeiden.
- Bei Fahrzeugen mit ABS: Fuß nicht von der Bremse nehmen, das System regelt automatisch.
Warum verliert dein Auto bei blockierten Reifen die Lenkfähigkeit?
Lenken funktioniert nur, solange die Reifen rollen. Beim Blockieren gleiten sie über die Fahrbahn und können keine Seitenkräfte mehr übertragen. Dein Auto schwimmt förmlich über die Straße, bis die Reifen wieder Grip bekommen oder das Fahrzeug steht. Besonders gefährlich wird das in Kurven: Ein blockiertes Vorderrad kann dort sofort zum Ausbrechen führen.

Was bedeutet Schlupf und warum entscheidet er über die Blockierneigung?
Der Schlupf beschreibt den Unterschied zwischen der Geschwindigkeit des Fahrzeugs und der Drehgeschwindigkeit des Reifens. Ein kleiner Schlupf ist beim Bremsen normal, er sorgt dafür, dass der Reifen Haftung aufbaut. Wird der Schlupf zu groß, blockiert das Rad.
- Zwischen 8 und 25 Prozent Schlupf hat der Reifen den besten Grip.
- Über 100 Prozent Schlupf gilt das Rad als blockiert.
Beispiel: Fährt dein Auto 100 km/h, dreht sich der Reifen aber so, als würde das Auto nur 80 km/h fahren, liegt der Schlupf bei 20 %. Genau in diesem Bereich bremsen Reifen am effizientesten. Das Antiblockiersystem (ABS) hält den Schlupf automatisch in diesem optimalen Bereich, indem es die Bremskraft elektronisch reduziert, sobald ein Rad droht zu blockieren.
Wie entsteht eine zu hohe Reibung zwischen Bremsen und Reifen?
Zu hohe Reibung entsteht, wenn der Bremsdruck zu stark ist oder die Reifen zu wenig Grip aufbauen können.
| Situation | Ursache | Konsequenz |
|---|---|---|
| Starker Druck auf das Bremspedal | Übermäßige Bremskraft | Blockierende Räder |
| Glatter Untergrund | Zu geringe Haftreibung | Kein Grip, längerer Bremsweg |
| Schlechter Reifenzustand | Weniger Reibungsfläche | Schleudergefahr |
| Technischer Defekt an der Bremse | Ungleichmäßiger Druck | Instabiles Bremsverhalten |

Blockierneigung der Räder: Unterschiede zwischen Achsen und Fahrzeugtyp
Nicht jedes Rad eines Fahrzeugs blockiert gleich schnell. Ob Vorder- oder Hinterrad zuerst stehen bleibt, hängt von der Verteilung der Bremskraft, dem Fahrzeugtyp und der Fahrsituation ab.
Warum blockiert das Hinterrad oft zuerst?
Beim Bremsen verlagert sich das Fahrzeuggewicht nach vorne. Dadurch wird die Vorderachse stärker belastet und hat mehr Haftung, während die Hinterachse entlastet wird. Die Hinterräder verlieren so schneller den Kontakt zur Fahrbahn und blockieren zuerst, wenn die Bremskraft zu stark ist.
Beispiel: Bei einer Vollbremsung kann die Lastverteilung bis zu 70 % auf die Vorderachse fallen. Die Vorderräder haben dann deutlich mehr Grip, während die Hinterräder leichter werden und eher rutschen.
| Situation | Gewichtsverlagerung | Folge |
|---|---|---|
| Normales Bremsen | Leichte Last auf der Vorderachse | Stabile Verzögerung |
| Starke Bremsung | Hohe Last auf der Vorderachse | Hinterräder blockieren schneller |
| Bergab bremsen | Zusätzliche Schubkraft nach vorn | Hinterachse verliert Haftung |
| Leerer Kofferraum | Weniger Druck auf die Hinterräder | Frühzeitiges Blockieren hinten |
Wie verteilt sich die Bremskraft zwischen Vorder- und Hinterrädern?
Moderne Fahrzeuge besitzen ein Bremskraftregelventil oder eine elektronische Bremskraftverteilung (EBV), die den Bremsdruck automatisch anpasst. Bei leichtem Bremsen wirken Vorder- und Hinterräder gleichmäßig. Bei stärkerem Bremsen reduziert das System den Druck auf die Hinterachse, um ein Blockieren zu verhindern.
| Fahrzeugtyp | Verteilung (Vorder-/Hinterachse) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Pkw | 70/30 | Standardverhältnis bei normaler Last |
| SUV | 65/35 | Etwas mehr Druck auf die Hinterräder für Stabilität |
| Transporter | 75/25 | Hohe Vorderlast durch Motor und Aufbau |
| Motorrad | 80/20 | Starke Bremslast auf dem Vorderrad |
Hinweis: Ist die Bremskraftverteilung durch Defekte oder falschen Reifendruck gestört, kann ein Rad überbremsen. Es blockiert dann trotz funktionierender Bremsanlage.
Bestehen Unterschiede in der Blockierneigung zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen?
Ja, die Blockierneigung hängt stark von Bauart, Gewicht und Achsverteilung des Fahrzeugs ab. Unterschiedliche Fahrzeugtypen reagieren unterschiedlich auf starke Bremsmanöver.
| Fahrzeugtyp | Blockierneigung | Erklärung |
|---|---|---|
| Kleinwagen | Hoch am Heck | Geringes Eigengewicht, wenig Druck auf die Hinterachse |
| Limousine | Ausgeglichen | Gute Balance durch gleichmäßige Achslast |
| SUV / Geländewagen | Mittel bis gering | Höherer Schwerpunkt, aber oft elektronische Regelung |
| Motorrad | Hoch am Hinterrad | Schwerpunktverlagerung nach vorn beim Bremsen |
| Anhänger | Hoch an den Rädern ohne eigenes Bremssystem | Kein ABS, geringes Eigengewicht |
Praxis-Tipp: Anhänger und Blockierneigung
Fährst du häufig mit Anhänger, kontrolliere regelmäßig die Auflaufbremse. Ein ungleichmäßig eingestellter Anhänger bremst nicht synchron mit dem Zugfahrzeug, und blockierende Räder sind die häufige Folge.
Wie das Antiblockiersystem (ABS) das Blockieren der Räder verhindert
Das Antiblockiersystem, kurz ABS, gehört heute zur Grundausstattung fast jedes Fahrzeugs. Es wurde entwickelt, um das Blockieren der Räder beim Bremsen zu verhindern und dir die Kontrolle über das Fahrzeug zu erhalten. Besonders bei einer Vollbremsung oder auf rutschigem Untergrund macht das System den entscheidenden Unterschied.
Was ist das Antiblockiersystem und wie funktioniert es?
Das ABS ist ein elektronisch gesteuertes System, das während des Bremsvorgangs ständig den Drehzustand der Räder überwacht. Sobald ein Sensor erkennt, dass sich ein Rad langsamer dreht als die anderen und kurz davor ist zu blockieren, greift das System ein. Es reduziert den Bremsdruck für den Bruchteil einer Sekunde, gerade so lange, bis das Rad wieder rollt. Danach wird der Druck sofort wieder erhöht.
Dieser Regelprozess wiederholt sich mehrmals pro Sekunde. Für dich als Fahrer fühlt sich das als leichtes Pulsieren im Bremspedal an. Genau in diesem Moment verhindert das ABS das Blockieren der Reifen und hält das Fahrzeug lenkbar.
Wie regelt das ABS den optimalen Schlupfbereich der Reifen?
Beim idealen Schlupf zwischen 8 und 25 Prozent hat der Reifen die beste Haftung. Das ABS hält den Schlupf genau in diesem Bereich, und zwar durch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten:
- Raddrehzahlsensoren messen permanent die Geschwindigkeit jedes einzelnen Rades.
- Hydraulikeinheit passt den Bremsdruck blitzschnell an.
- Steuergerät wertet alle Signale aus und regelt den Druck so, dass kein Rad blockiert.
Auf diese Weise kann das Fahrzeug auch bei einer Vollbremsung kontrolliert verzögern, während du weiter lenken kannst. Das ist der größte Vorteil gegenüber Fahrzeugen ohne ABS, bei denen du bei blockierten Rädern praktisch keine Lenkfähigkeit mehr hast.
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Welche Vorteile bietet ein modernes ABS im Vergleich zu älteren Bremssystemen?
Moderne ABS-Systeme reagieren schneller und arbeiten feiner abgestimmt als die ersten Generationen. Sie sind häufig mit der elektronischen Stabilitätskontrolle (ESP) oder der Traktionskontrolle (ASR) vernetzt.
- Kürzerer Bremsweg auf nassem oder glattem Untergrund
- Erhalt der Lenkfähigkeit auch bei Vollbremsung
- Weniger Schleudergefahr durch kontrollierte Bremskraftverteilung
- Geringerer Reifenverschleiß, da keine Bremsplatten entstehen
- Mehr Sicherheit bei Notbremsungen und in Kurven
Grenzen von ABS und ESP bei rutschigem Untergrund
Auch wenn moderne Fahrzeuge mit ABS und ESP ausgestattet sind, können sie die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. Auf Schnee, Eis oder bei Aquaplaning stoßen selbst die besten Systeme an ihre Grenzen. Dann zählt vor allem dein Fahrverhalten.
Warum helfen ABS und ESP bei Schnee, Eis und Aquaplaning nur bedingt?
ABS und ESP sind darauf ausgelegt, den Kontakt zwischen Reifen und Straße zu erhalten. Auf extrem glatten Oberflächen ist dieser Kontakt aber kaum vorhanden. Fehlt den Reifen der Grip, haben auch die Systeme keine physikalische Grundlage, auf die sie reagieren können.
Beispiel: Beim Fahren auf Eis kann der Reibungskoeffizient zwischen Reifen und Straße auf unter 0,1 sinken, verglichen mit etwa 0,8 auf trockener Fahrbahn. Selbst bei optimaler ABS-Regelung hat dein Fahrzeug dann nur einen Bruchteil der üblichen Bremswirkung.
Tipp: Blockierneigung auf Eis und Schnee senken
Bei Eis und Schnee ist Geschwindigkeit der wichtigste Sicherheitsfaktor. Fahre vorausschauend, halte größeren Abstand und vermeide plötzliche Lenk- oder Bremsmanöver. Selbst das beste ABS kann dann nicht verhindern, dass du rutschst.
Welche Faktoren erhöhen die Blockierneigung auf nassem oder glattem Asphalt?
Neben der Fahrbahnqualität und der Reifentemperatur spielt auch die Profiltiefe eine große Rolle für die Bremswirkung.
- Reifenprofil: Ein zu flaches Profil kann Wasser nicht mehr ableiten, Aquaplaning ist die Folge.
- Reifendruck: Zu niedriger Druck vergrößert die Aufstandsfläche, verringert aber die Stabilität.
- Fahrbahnbelag: Glatte oder polierte Oberflächen wie Kopfsteinpflaster bieten weniger Haftung.
- Fahrgeschwindigkeit: Je höher die Geschwindigkeit, desto länger der Bremsweg, und desto später kann das ABS eingreifen.
Beispiel aus der Praxis: Bei 100 km/h kann sich der Bremsweg auf nasser Fahrbahn fast verdoppeln. Auch wenn das ABS verhindert, dass die Räder blockieren, lässt sich der Haftverlust auf der Straße dadurch nicht ausgleichen.
Warum vorausschauendes Fahren trotz ABS entscheidend bleibt
ABS und ESP sind Unterstützungssysteme, keine Garantien. Sie reagieren erst, wenn eine Gefahrensituation bereits entstanden ist. Wer vorausschauend fährt, bringt sich oft gar nicht erst in diese Lage.
- Passe dein Tempo an Wetter und Untergrund an.
- Halte größeren Sicherheitsabstand bei Nässe oder Glätte.
- Bremse frühzeitig und gleichmäßig, nicht ruckartig.
- Achte auf Anzeichen für Aquaplaning: steigender Motorenklang, leichtes Aufschwimmen, Verlust der Lenkung.

Reifenprofil, Grip und Material: So verhinderst du blockierende Räder
Das beste Bremssystem nützt wenig, wenn die Reifen ihren Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Sie sind die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße, auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie vier Postkarten. Zustand, Profil und Material entscheiden darüber, ob dein Fahrzeug beim Bremsen stabil bleibt oder ins Rutschen gerät.
Wie beeinflusst das Reifenprofil die Haftung auf der Straße?
Das Reifenprofil ist entscheidend für die Haftung, vor allem auf nasser Fahrbahn. Tiefe Rillen und Lamellen leiten Wasser ab und verhindern, dass sich ein Wasserfilm zwischen Gummi und Asphalt bildet. Fehlt diese Struktur, entsteht Aquaplaning, die Reifen schwimmen auf und verlieren vollständig den Kontakt zur Fahrbahn.
- Gesetzliche Mindestprofiltiefe: 1,6 mm
- Empfohlene Profiltiefe für Sommerreifen: ab 3 mm wechseln
- Empfohlene Profiltiefe für Winterreifen: ab 4 mm wechseln
Neben der Profiltiefe spielt auch die Form des Reifenprofils eine Rolle. Symmetrische Profile bieten ausgewogene Fahreigenschaften und geringen Rollwiderstand. Asymmetrische Profile verbessern Kurvenstabilität und Bremsleistung. Richtungsgebundene Profile leiten Wasser besonders effizient ab und sind ideal für nasse Bedingungen.
Warum abgefahrene Reifen die Wirkung des ABS verringern
ABS kann die Bremskraft nur dann optimal regulieren, wenn genügend Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn besteht. Ist das Profil abgefahren, kann das System die Kraft zwar dosieren, aber nicht mehr effektiv übertragen. Dadurch verlängert sich der Bremsweg erheblich, besonders auf nasser oder verschneiter Straße.
- Erhöhter Schlupf, die Räder blockieren schneller
- Längere Reaktionszeit des ABS
- Schlechtere Haftung bei Kurvenfahrten
- Höheres Risiko für Aquaplaning
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Welche Reifentypen bieten das beste Bremsverhalten bei Nässe und Trockenheit?
Nicht jeder Reifen reagiert gleich. Gummimischung, Struktur und Einsatzbereich haben großen Einfluss auf den Grip.
| Reifentyp | Eigenschaften | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Sommerreifen | Harte Gummimischung, optimiert für trockene und warme Straßen | Kurze Bremswege, präzises Lenkverhalten, geringer Rollwiderstand | Weniger Grip bei Kälte, Schnee und Eis |
| Winterreifen | Weichere Gummimischung, bleibt bei niedrigen Temperaturen elastisch, Lamellenstruktur | Hoher Grip auf Schnee und Eis, sicheres Bremsverhalten im Winter | Schlechtere Leistung bei Wärme, höherer Verschleiß im Sommer |
| Ganzjahresreifen | Mischung aus Sommer- und Winterreifen, universelle Profilgestaltung | Kein saisonaler Reifenwechsel nötig, gute Leistung bei moderatem Klima | Schwächen bei extremen Temperaturen oder Wetterbedingungen |
| Performance-Reifen | Sportliche Gummimischung, flaches Profil, für hohe Geschwindigkeiten optimiert | Hervorragender Grip auf trockener Fahrbahn, präzise Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten | Schnellerer Verschleiß, eingeschränkte Leistung bei Nässe oder Kälte |
Wähle deine Reifen nicht nur nach Jahreszeit, sondern nach deinem Fahrprofil. Fährst du oft auf der Autobahn, brauchst du Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. In bergigen Regionen oder bei viel Schnee sind Winterreifen mit stark lamelliertem Profil die bessere Wahl.
Tipps gegen blockierende Reifen und Bremsprobleme
Blockierende Räder entstehen meist nicht plötzlich, sondern durch eine Kombination aus falscher Fahrweise, mangelhafter Wartung oder ungünstigen Straßenbedingungen. Mit einigen Maßnahmen senkst du das Risiko deutlich.
1. Bremse richtig dosieren, um Blockieren zu vermeiden
- Drücke das Bremspedal gleichmäßig, nicht ruckartig.
- In Gefahrensituationen lieber kurz kräftig treten und dann leicht lösen (bei Fahrzeugen ohne ABS).
- Mit ABS: Fuß auf dem Pedal halten, das System regelt automatisch.
2. Abstand halten, um plötzliches Bremsen zu vermeiden
- Halte immer genug Sicherheitsabstand, besonders bei Nässe oder Glätte.
- Reagiere frühzeitig auf Bremslichter, Ampeln oder Hindernisse.
- Vorausschauendes Fahren verhindert hektische Bremsmanöver, die zum Blockieren führen können.
3. Reifendruck regelmäßig prüfen
- Kontrolliere den Luftdruck mindestens einmal im Monat und vor längeren Fahrten.
- Zu niedriger Druck vergrößert die Aufstandsfläche, erhöht aber den Rollwiderstand und verlängert den Bremsweg.
- Ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) warnt dich automatisch, wenn der Druck zu stark abfällt. Der richtige Reifendruck steht meist im Tankdeckel oder in der Fahrertür.
4. Reifenprofil und Zustand im Blick behalten
- Wechsle Reifen rechtzeitig, bevor das Profil zu flach ist.
- Untersuche Reifen regelmäßig auf Risse, Fremdkörper oder Warnsignale für eine Reifenpanne.
- Verwende für jede Jahreszeit den passenden Reifentyp.
5. Bremsanlage warten, um Blockieren zu vermeiden
- Lass Bremsbeläge und Bremsscheiben regelmäßig in der Werkstatt prüfen.
- Achte auf Warnsignale wie Schleifgeräusche, ungleichmäßiges Bremsen oder Vibrationen im Pedal.
- Alte oder verschmutzte Bremsflüssigkeit kann zu ungleichmäßigem Druckaufbau führen, ein Wechsel alle 2 Jahre wird empfohlen.
6. Richtig reagieren, wenn ein Rad blockiert
- Bremse kurzzeitig lösen, um das Rad wieder in Bewegung zu bringen.
- Lenkrad gerade halten und nicht hektisch gegenlenken.
- Bei Fahrzeugen mit ABS: Druck beibehalten, das System übernimmt die Regulierung.
7. Untergrund bei der Blockierneigung immer berücksichtigen
- Auf nasser, verschneiter oder schmutziger Fahrbahn immer mit längeren Bremswegen rechnen.
- Vermeide plötzliche Richtungswechsel bei starkem Bremsen.
- In Kurven vor dem Einlenken abbremsen, nicht währenddessen.
8. ABS und ESP gegen Blockieren aktiv halten
- Schalte ABS, ESP und ASR niemals aus, sie sind zentrale Sicherheitsfunktionen.
- Leuchtet eine Kontrolllampe dauerhaft, lass das System in der Werkstatt prüfen.
Blockierende Räder vermeiden: So behältst du die Kontrolle beim Bremsen
Blockierende Räder sind selten ein Zufall, sondern das Ergebnis aus zu hoher Bremskraft, mangelndem Grip oder falscher Reaktion. ABS und Bremskraftverteilung gleichen viel aus, ersetzen aber keine Aufmerksamkeit und keine gepflegten Reifen.
Prüfe deshalb als Erstes die Profiltiefe deiner Reifen. Liegt sie nahe am gesetzlichen Mindestwert von 1,6 mm, sinkt deine Sicherheitsreserve genau in dem Moment, in dem ABS und Bremskraftverteilung sie am nötigsten hätten. Wann sich ein Wechsel lohnt, zeigt dir der Beitrag zur richtigen Reifenwechsel-Zeit.
Häufig gestellte Fragen zur Blockierneigung der Räder
In der Regel blockiert das Hinterrad zuerst, weil sich beim Bremsen das Fahrzeuggewicht nach vorne verlagert und die Hinterachse entlastet wird. Bei einer Vollbremsung kann die Lastverteilung bis zu 70 % auf die Vorderachse fallen, wodurch die Hinterräder schneller den Kontakt zur Fahrbahn verlieren.
Die Blockierneigung beschreibt, wie leicht ein Rad beim Bremsen die Haftung zur Fahrbahn verliert und zu rutschen beginnt. Sie hängt von der Bremskraftverteilung, dem Fahrzeugtyp, dem Reifenzustand und der Fahrbahnbeschaffenheit ab.
Das ABS überwacht die Drehzahl jedes Rades und reduziert den Bremsdruck für den Bruchteil einer Sekunde, sobald ein Rad kurz vor dem Blockieren steht. Dadurch bleibt der Schlupf im optimalen Bereich zwischen 8 und 25 Prozent, und du kannst weiter lenken.
Auf Eis kann der Reibungskoeffizient zwischen Reifen und Straße auf unter 0,1 sinken, verglichen mit etwa 0,8 auf trockener Fahrbahn. Fehlt der Grip fast vollständig, hat auch das ABS keine physikalische Grundlage mehr, um wirksam zu regeln.
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm. In der Praxis lohnt sich ein Wechsel früher: für Sommerreifen ab etwa 3 mm, für Winterreifen ab etwa 4 mm, da die Bremswirkung mit sinkender Profiltiefe deutlich abnimmt.


