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Alles was Sie über Reifen und Felgen wissen müssen!

Ratgeber: Mythen und Wahrheiten über Winterreifen

Gepostet von Torsten Kühne am 30.11.2017 08:25:34

Jetzt, wenn die Temperaturen wieder sinken, sollte man die Winterreifen schnellstens montieren oder montieren lassen. Denn - der Winter kommt! Aber muss ich überhaupt Winterreifen im Winter fahren? Reichen nicht meine Sommerreifen? Diese und weitere Mythen haben wir für Sie ganz leicht erklärt. Lesen Sie hier. 

 

Ratgeber Winterreifen - Wahreheiten über Winterreifenmythen

 

"Winterreifen sind Spritschlucker - richtig oder falsch?"

Für einen ärgerlichen Mehrverbrauch sorgen Winterreifen angeblich aufgrund ihres höheren Rollwiderstands. Doch stimmt diese These?
Früher hatten Winterreifen mit ihrem grobstolligen Profil einen viel schlechteren Rollwiderstand und verbrauchten deutlich mehr Sprit als Sommerreifen gleicher Dimension. Die technologisch hochwertigen Winterreifen heutzutage unterscheiden sich jedoch kaum noch beim Rollwiderstand. Die Unterschiede im Aufbau von Sommer- und Winterreifen sind heute gering. Winterreifen verfügen über eine ähnliche Profilgestaltung wie Sommerreifen, allerdings haben sie Lamellen und eine andere Gummimischung. Bedeutet, dass es wenn überhaupt nur noch minimale Verbrauchsunterschiede unter gleichen Wärme- und Kältebedingungen zwischen Sommer- und Winterreifen gibt.
Wird ein erhöhter Spritverbrauch im Winter wahrgenommen, hat das oft ganz andere Gründe. So werden in der kalten Jahreszeit “Verbraucher” wie Heizung, Scheibenheizung, Sitzheizung usw. vermehrt genutzt. Zudem startet der Motor in den Wintermonaten “kälter” und die Katlaufphase ist deutlich länger. Gerade während der Kaltlaufphase gönnt sich ein Motor deutlich mehr vom teuren Brennstoff. Was auch nicht zu vernachlässigen ist, dass in den dunklen Wintermonaten häufiger das Licht eingeschaltet ist und die Lichtmaschine dementsprechend noch mehr leisten muss. Und zu guter Letzt hängt der Verbrauch - egal ob mit Winter- oder Sommerreifen -  auch mit dem eigenen Gasfuß zusammen. Wer also im Winter mehr aufs Gaspedal drückt als im Sommer, verbraucht auch mehr Sprit.

 

"Ohne Winterreifen drohen Bußgeld und Punkte - richtig oder falsch?"

Grundsätzlich gibt es in Deutschland keine generelle, sondern eine “situative“ Winterreifenpficht. Die besagt, dass bei Schnee, Matsch und Eis- oder Reifglätte nur mit wintertauglicher Bereifung gefahren werden darf. Verstößt man dagegen und wird erwischt, drohen Bußgeld und Punkte. So ist der Autofahrer mit 60 Euro und einem Punkt in Flensburg dabei, wenn er mit falscher Bereifung bei einer Kontrolle auffällt. Behindert der Fahrzeugbesitzer zusätzlich den Verkehr wie zum Beispiel an Steigungen, wird das Knöllchen um 20 Euro erhöht und es sind 80 Euro zu zahlen. Einen Punkt in der Sünderkartei gibt es auch bei diesem Vergehen dazu. Noch teurer wird es für den Autofahrer, wenn er andere Verkehrsteilnehmer gefährdet (100 Euro) bzw. wenn es aufgrund der nicht wintertauglichen Bereifung zu einem Unfall kommt (120 Euro). Neben dem Bußgeld bekommt der Autofahrer auch bei diesen Verstößen einen Punkt in der Verkehrssünderdatei aufgebrummt.

 

"Mit Winterreifen kann man nicht schnell fahren - richtig oder falsch?"

Der Mythos, dass man mit Winterreifen nicht schnell fahren kann, ist falsch. Es gibt heute einige Winterreifen mit denen sogar bis zu 300 km/h möglich sind. Wie schnell man mit den aufgezogenen Winterreifen fahren kann, verrät ein Blick auf den Geschwindigkeitsindex auf der Reifenflanke. Die Buchstaben T (190 km/h) ,H (210 km/h), V (240 km/h),  W (270 km/h) und Y (300 km/h) liefern die Information, welche Höchstgeschwindigkeit maximal möglich ist. Steht dort beispielsweise, 235/35 R19 91W - sind 270 km/h zulässig und man kann mit dem Winterreifen dann sogar sehr schnell fahren.
Generell empfiehlt es sich Winterreifen zu nutzen, die mindestens bis zur technisch möglichen Endgeschwindigkeit des Autos zugelassen sind. Ist das nicht der Fall, muss von der Werkstatt am Armaturenbrett ein Aufkleber mit der maximalen Reifengeschwindigkeit angebracht werden. Überschritten werden sollte der Grenzwert nicht; bei dauerhaft zu schneller Fahrt kann sich die Lauffläche von der Karkasse lösen.

 

"Winterreifen fährt man von O bis O - richtig oder falsch?"

Wer kennt die Aussage, “Winterreifen fährt man von O bis O”, nicht. Für die Autofahrer ist diese Faustregel sicherlich ein guter Anhaltspunkt, den man aber nicht 1:1 befolgen sollte. Gerade im Oktober kann es teilweise zu gravierenden Temperaturunterschieden kommen. Tageshöchsttemperaturen im Oktober von bis zu 20 Grad mit Sonnenschein bedeuten nicht, dass es in der Nacht keinen Frost geben kann. Herrschen Temperaturen von weniger als sieben Grad, sind Winterreifen den Sommerreifen überlegen. Winterreifen bieten aufgrund ihrer speziellen Gummimischung und ihrer besonderen Gesamtkonstruktion nicht nur auf Eis und Schnee, sondern auch schon in den nasskalten Herbstmonaten ein wichtiges Sicherheitsplus. Durch die verwendeten Hightech-Materialien bleibt ihre Gummimischung auch bei niedrigen Temperaturen noch flexibel und kann damit besser in den Asphalt greifen. Da es gerade im Oktober  frühmorgens bei der Fahrt zur Arbeit  zu Temperaturen unter 7 Grad kommen kann, geht die Empfehlung klar dazu, dass man im Oktober schon die Winterbereifung aufzieht.

Etwas anders sieht es mit dem zweiten O in der Regel aus, das besagt, dass man an Ostern wieder die Sommerreifen montieren soll. Wenn Ostern früh liegt, dürfen die Winterreifen noch bleiben. Das gilt auch, wenn das Osterwetter nicht nach Frühling aussieht. Der April ist oft unberechenbar. Frost und Schnee sind da schon öfters noch mal vorgekommen. Deshalb gilt die Empfehlung, die Winterreifen nicht bis zu einem Datum, sondern so lange zu fahren, bis absehbar ist, dass der Frühling richtig Einzug hält.

 

"Schmale Winterreifen sind besser als breite - richtig oder falsch?"

Zu Beginn der Winterreifen-Saison wird ein Thema immer noch besonders heiß diskutiert. Schmale oder breite Winterreifen? Viele Autofahrer orientieren sich an der weit verbreiteten Regel, “Je schmaler der Winterreifen, desto besser kommt man durch den Winter”. Doch hat diese Aussage noch ihre Gültigkeit? Noch bis zum Ende der siebziger Jahre, hatten die Reifen sehr grobstollige Profile, weil die Reifentechniker darauf setzten, grobe Stollen mit dem Schnee zu verzahnen und so Vortrieb zu erzeugen. Dieses Prinzip brauchte Druck, um das grobe Profil genügend tief in den Schnee einsinken zu lassen, damit die Stollen sich verzahnen konnten. Das funktionierte aber nur, wenn der Reifen nicht zu breit war - zu dieser Zeit waren also schmale Reifen besser geeignet. Die Reifenentwicklung, vor allem seit den späten achtziger Jahren hat die Verhältnisse von damals auf den Kopf gestellt. Lamellen mit bis zu 2.000 Griffkanten bildeten die technische Neuerung, sie stützen sich im Schnee ab und bringen das Rad zum Rollen. Um diesen Effekt zu erzielen, helfen heutzutage kälteunempfindliche Gummimischungen, die es vorher noch nicht in dieser Art gab. Alles zusammen, Gummimischungen, die auch in der Kälte noch flexibel bleiben, ausgeklügelte Profile und vor allem eine große Anzahl an Lamellen machen es heute möglich oder sogar besonders empfehlenswert, im Winter die gleiche Reifenbreite zu fahren wie im Sommer.

 

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